Warum sich Gladbach-Trainer Favre provoziert fühlte

Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre reagiert nach dem Sieg gegen Borussia Dortmund sauer auf die Fragen eines Journalisten.
Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre reagiert nach dem Sieg gegen Borussia Dortmund sauer auf die Fragen eines Journalisten.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre reagierte nach dem 3:1-Sieg gegen den BVB ungehalten auf eine Journalistenfrage und drohte sogar, das Interview abzubrechen.

Mönchengladbach.. Eigentlich hatte Lucien Favre keinen Grund, sauer zu sein. Eigentlich. Seine Mannschaft hatte gerade Borussia Dortmund, dem wiedererstarkten Vizemeister, die Grenzen aufgezeigt und mit dem deutlichen 3:1-Sieg die Champions-League-Plätze verteidigt, doch eine Sache nagte noch am dem Schweizer Erfolgstrainer.

Wendt Das Aus von Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokalviertelfinale bei Arminia Bielefeld (4:5 i.E.) am Mittwoch saß dem Coach noch immer in den Knochen. So sehr, dass er vor laufender Kamera in einem Interview mit der ARD Sportschau drohte, das Interview abzubrechen. Dabei versuchte der Fernsehjournalist nur die vergangenen Tage aufzuarbeiten.

Gladbach-Trainer Favre wollte das Interview abbrechen

Warum Gladbach besser in der Liga zurecht komme als im Pokal, wollte der ARD-Mann wissen. Favre schüttelte den Kopf. „Ich antworte nicht auf die Frage, das ist provokativ.“ Er habe „Kurse gemacht, positive Kurse“, deshalb müsse man nicht mehr über Mittwoch sprechen. Der Redakteur versuchte es anders. Was am Samstag besser lief als Mittwoch, wollte er wissen, ähnlich wie ein Sky-Reporter. Beide wurden vom Fußballlehrer abgewatscht: „Nein, wollen Sie, dass ich antworte? Schneiden Sie das weg. Sprechen wir positiv“, so Favre. „Typisch Journalisten“, sagte er und erklärte: „Meisterschaft ist ganz anders. Das war ein Pokalspiel.“ Erst dann fing sich Favre und analysierte das Spiel gegen die Borussia aus Dortmund.

Schon nach der peinlichen Pleite beim Drittliga-Spitzenreiter war Favre ungehalten und angefressen, über Aussagen aus den eigenen Reihen. Sportdirektor Max Eberl und einige Spieler der Borussia hatten über den Traum gesprochen, nach Berlin zu fahren und den Pokal zu holen. „Ich weiß nicht, wer gesagt hat, dass wir nach Berlin wollen. Ich habe das ganz sicher nie gesagt“, stellte der Trainer klar. „Ich habe gesagt, wir haben ein Spiel in Bielefeld, fertig. Vom Finale zu reden, wenn man gerade mal im Viertelfinale steht, ist immer gefährlich.“

Gladbach hat zwölf Punkte Vorsprung auf Schalke

Lucien Favre ist ein Perfektionist, der genau weiß, wie groß die Möglichkeit mit seinem Klub war, den ersten Titel einzufahren. Verständlich, dass der Coach noch immer enttäuscht über diese Niederlage am Mittwoch ist. Doch Platz drei in der Fußball-Bundesliga und die zwölf Punkte Vorsprung vor dem FC Schalke 04 sollten den Trainer in den kommenden Tagen wohl wieder besser stimmen. (we)