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Warum Gladbachs Kramer im Derby gegen Köln Glück hatte

22.09.2014 | 00:17 Uhr
Schiedsrichter Felix Zwayer (m.) nimmt sich Christoph Kramer (l.) und Kevin Vogt zur Brust und schickt den Borussen nicht mit der Ampelkarte vom Platz.Foto: imago

Köln.   Die Szene hätte Brisanz in ein recht ruhiges Rheinderby bringen können: Christoph Kramer wäre in Köln fast mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. Der Gladbach-Spieler aber hatte Glück und einen guten Schiedsrichter.

Kevin Vogt strahlt. Er ist ein Sunnyboy, der sich cool inszeniert. Mit einer Pilotensonnenbrille steht der Kölner lasziv im Fokus der Kamera und lässt sich lässig ablichten. So zu sehen am Sonntag im Geißbockecho, dem Clubmagazin des 1. FC Köln beim Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach.

Nach diesem Spiel war Vogt nicht mehr so richtig cool. Der Mittelfeldspieler der Domstädter war eine Viertelstunde vor Schluss mit Gladbachs Christoph Kramer aneinander geraten - die einzige richtig emotionale Szene in einem auf dem Platz eher unterkühlten Derby-Duell. In einem Zweikampf hielt Vogt seinen Gegenspieler fest umklammert, fiel in Kramer hinein und machte auch am Boden keine Anstalten, ihn loszulassen. „Wenn er mich eine halbe Stunde am Bein festhält und ich das irgendwann noch mal bewegen will, ist ja normal“, erklärte Kramer nach dem Spiel und ergänzt: „Ich bekomme fast einen Krampf“.

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Rot wegen Nachtreten wie Schalkes Draxler?

Bange Sekunden für Christoph Kramer, der sich schon in der 19. Minute den Gelben Karton abholte. Im ersten Moment sah es so aus, als hätte der Borusse seinen anhänglichen Kontrahenten mit einem Tritt abgeschüttelt. Julian Draxler lässt grüßen. Der Spieler vom FC Schalke sah am Tag zuvor für Nachtreten die Rote Karte. Schiedsrichter Felix Zwayer nahm sich Vogt und Kramer zur Brust, beruhigte die Situation und ließ die Karten stecken. Keine Ampelkarte für Kramer.

Christoph Kramer (r.) gegen Kevin Vogt - das war ein hitziges Duell im Derby zwischen Köln und Gladbach.

Richtige Entscheidung. Mit dem Zeitlupenwissen entpuppte sich die Szene als harmlos. „Das ein Foul war von Vogt und dass Chris sehr stark provoziert wurde hat man schon gemerkt“, erklärt Gladbachs Sportdirektor Max Eberl die Situation. Die hätten sich die ganze Zeit behakt. „Der Schiedsrichter hat sehr gut reagiert“, so der Manager. Und auch Kramer lobt den Unparteiischen: „Ein schlechter Schiedsrichter gibt beiden Gelb. Er hat es einfach gut gesehen“, findet Held des WM-Finals in Brasilien. An einen Weltmeisterbonus glaubt er nicht: „Ich habe es jetzt in allen Fernsehbildern gesehen und ich würde es sagen, wenn es anders wäre. Aber eine Gelbe Karte ist das nicht!“

"Chris Kramer macht so etwas nicht"

Rückendeckung bekam Kramer auf sowie neben dem Platz von seinen Mitspielern. Granit Xhaka spielte die Szene runter „Der Vogt übertreibt ein bisschen.“ Chris Kramer sei keiner, der Nachtritt. Er habe so reagiert, weil er fast eine Minute festgehalten worden sei. André Hahn kassierte sogar die Gelbe Karte, die aus Kölner Sicht eher der Weltmeister verdient gehabt hätte. „Die Situation war eigentlich vorbei, aber Vogt hat noch weiter rumgestänkert“, erklärt Hahn, der Vogt „beiseite schubste“. Weil er die Sache angeblich nicht auf sich beruhen ließ, habe er eben die Karte gesehen.

 

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Kramer durfte weiterspielen – bis ihn dann Trainer Lucien Favre vom Feld nahm. Bei seiner Auswechslung nickte der Gelb-Rot-Gefährdete und sagte: Ja, richtig, Trainer. Kevin Vogt übrigens wollte sich nach der Partie zu dieser Szene nicht mehr äußern.

 

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David Nienhaus

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Warum Gladbachs Kramer im Derby gegen Köln Glück hatte
Warum Gladbachs Kramer im Derby gegen Köln Glück hatte
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http://www.derwesten.de/sport/fussball/gladbach/warum-gladbachs-kramer-im-derby-gegen-koeln-glueck-hatte-id9850915.html
2014-09-22 00:17
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