Warum Gladbach den "Traum" Champions League verdient hat

Borussia Mönchengladbach feiert Platz drei mit den Fans. Die direkte Qualifikation für die Champions League ist der Elf vom Niederrhein wohl nicht mehr zu nehmen.
Borussia Mönchengladbach feiert Platz drei mit den Fans. Die direkte Qualifikation für die Champions League ist der Elf vom Niederrhein wohl nicht mehr zu nehmen.
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Was wir bereits wissen
Borussia Mönchengladbach ist die beste Mannschaft der Rückrunde in der Fußball-Bundesliga. Auch Bayer Leverkusen konnte Gladbach nicht stoppen.

Mönchengladbach.. Borussia Mönchengladbach ist in dieser Saison der Albtraum aller Statisitker. Ohne Rücksicht auf Zahlen und Serien gewinnt Gladbach einfach überall dort, wo sie eigentlich gar nicht erst hätten antreten brauchen. Denn: In dieser Spielzeit ist alles anders. Noch nie in Hoffenheim gewonnen? Egal. Der letzte Sieg im heimischen Stadion gegen Leverkusen liegt 26 Jahre zurück? Genauer gesagt: Seit 22 Heimspielen nicht mehr gegen die Werkself gewonnen? Egal. Und die Vokabel "Angstgegner" wird einfach aus dem Sprachschatz der Borussen gestrichen. Der Klub war in dieser Serie auf dem Weg in die Champions League kaum zu stoppen.

Gladbach gewinnt und gewinnt und gewinnt - auch gegen Leverkusen

Mit dem deutlichen Sieg gegen den direkten Konkurrenten Bayer 04 fehlt der Mannschaft von Trainer Lucien Favre nur noch ein Sieg, um Platz drei auch rechnerisch klarzumachen; vorübergehend grüßte der Klub vom Niederrhein sogar vom zweiten Rang. "Es ist Wahnsinn. Wir gewinnen und gewinnen und gewinnen und Leverkusen bleibt trotzdem an uns dran, weil sie alles gewinnen. Und jetzt schlagen wir genau diesen Konkurrenten mit 3:0, das ist phänomenal", erklärt Tony Jantschke den Lauf der Saison. Und schwärmt weiter: Der Sieg in München, der souveräne Dreier gegen den Vizemeister Borussia Dortmund - das sei schon stark. Wechselgerüchte

Das kommt nicht von ungefähr, weiß Granit Xhaka. "Dahinter stecke harte Arbeit. Im Training und jedes Wochenende. Der Trainer bereitet uns gut auf die Aufgaben vor: Physisch, taktisch und wir spielen auf einem enorm hohen Niveau", erklärt der Schweizer Nationalspieler, der vor fünf Jahren schon mit dem FC Basel in der Königsklasse kickte. Da war er 17 Jahre jung. Jetzt, mit 22, ist Xhaka der Mittelfeldboss und Wortführer in Mönchengladbach. Er sagt: "Egal, ob Leverkusen oder Wolfsburg, wir haben zuhause auch die Großen geschlagen." Gegen die die Top-Teams haben man zudem kein Gegentor kassiert, weiß Patrick Herrmann: "Wir können mit den Großen mithalten. Wir haben eine Rückrunde gespielt, die kaum in Worte zu fassen ist."

Gladbacher Arbeit trägt Früchte - die Champions League kann kommen

Auf dem Papier liest sich die Rückrunde, wie die eines Titelkandidaten. "Wir sind seit neun Spielen im eigenen Stadion ungeschlagen und seit 13 Partien ohne Niederlage", rechnet Xhaka vor. Auch deshalb haben es sich das Team verdient, in der Champions League zu spielen. Die Borussia stellt die beste Rückrundenmannschaft und sammelte fünf Punkten mehr als Bayern München. Gladbachs Manager Max Eberl bringt es sachlich auf den Punkt: "Es ist natürlich schön, zu sehen, welche Blüten unsere Arbeit trägt. Das genießen wir auch, aber wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen." Das Champions-League-Ticket, so ungefähr 30 Millionen Euro schwer, ist dem Tabellendritten der Bundesliga wohl kaum mehr zu nehmen. Die Einnahmen werde der Sportdirektor in Spieler investieren; seit Sonntag steht nun endgültig fest, dass Max Kruse den Verein gen Wolfsburg verlässt. Jantschke

Eberl zusammen mit seinen Scouts und Trainer Lucien Favre haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie einen guten Riecher für Neuzugänge haben. Sorgen muss sich keiner mehr am Niederrhein machen, nur weil Christoph Kramer und eben Kruse weiterziehen. Für Sorgen ist rund um den Borussia-Park momentan nicht die passende Zeit. Die Fans feiern die Mannschaft, die Spieler freuen sich auf die verbleibenden beiden Partien bei Werder Bremen und gegen den FC Augsburg. Und dann "geht der Traum in Erfüllung", sagt Xhaka. Borussia Mönchengladbach spielt in der kommenden Saison dienstags oder mittwochs - "das kann uns niemand mehr nehmen", grinst der 22-Jährige. "Wir schauen mal, was uns dort erwartet", ergänzt Jantschke. Die Statistiker müssen jedenfalls lange zurückblättern für Daten über die glorreiche Zeit der Fohlen in der Königsklasse.

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