Warum Ex-Schalker Raffael Gladbachs Unglücksrabe wurde

War am Gegentor nicht ganz unbeteiligt: Gladbachs Raffael.
War am Gegentor nicht ganz unbeteiligt: Gladbachs Raffael.
Foto: Getty
Was wir bereits wissen
Eigentlich kannte Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldspieler Raffael das Rezept, wie er seinen Ex-Klub schlägt. Auf Schalke wurde der Brasilianer aber zur tragischen Figur.

Gelsenkirchen.. Raffael stand gleich zweimal am Anstoßpunkt in der Arena auf Schalke. Und das binnen elf Minuten. Beim Anpfiff der Partie um 20.40 Uhr freute sich der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach noch, mit gleich vier anderen Borussen wieder in die Mannschaft rotiert zu sein. Gladbach-Trainer Lucien Favre hatte den Brasilianer in den ersten beiden Rückrundenspielen noch auf der Bank schmoren lassen. Gegen seinen Ex-Klub durfte Raffael wieder ran. "Es ist ein besonderes Spiel für mich, weil es mein Ex-Klub ist", sagte der Dribbelkünstler vor drei Tagen. Um 20.51 Uhr aber war die Fußballromantik Geschichte und Spielfreude für den Moment aus Raffaels Gesicht gewichen.

Schalke führte 1:0 - der 29-Jährige war daran nicht ganz unbeteiligt.

Gegen konzentriert agierende Knappen vertändelte Raffael den Ball im Vorwärtsgang an Jan Kirchhoff. Haarsträubend. Über Boateng und Barnetta - die freilich auch kaum am Treffer gehindert wurden - gingen die Hausherren früh in Führung. Einem so frühen Rückstand musste Gladbach schon seit über einem Jahr nicht mehr hinterherlaufen. "Das kann man vorher in der Situation am Sechzehner besser klären", ärgerte sich Gladbachs Manager Max Eberl in der Halbzeitpause beim Bezahlsender Sky.

Raffael mit Chance zum Ausgleich

Es war ein Spielverlauf, wie gemalt für den italienischen Cheftrainer des FC Schalke. Roberto Di Matteo genießt den Ruf, ein Defensivtaktiker zu sein und so hatten die Gäste vom Niederrhein wahrlich große Probleme, aussichtsreich vor das Tor von Bundesliga-Debütant Timon Wellenreuther zu kommen. Nur Max Kruse, vor dem Benedikt Höwedes im letzten Moment per Kopf klärte (17.), und Raffael (34.) hatten Möglichkeiten auf 1:1 zu stellen. Raffael, der im Hinspiel beim 4:1-Sieg im Borussia-Park ein Tor geschossen und eins vorbereitet hatte, hätte seinen Fehler wieder gut machen können.

20. Spieltag "Wir müssen zwingender zum Tor spielen. Vom Ballbesitz her sind wir dominant", erklärte Eberl. In Zahlen wirkte das beeindruckend: 82 Prozent Ballbesitz hatte die Borussia in der Anfangsviertelstunde der zweiten Hälfte. Tendenzen nur schwach fallend. Auf dem Videowürfel unter dem Hallendach in der Arena aber änderte sich nichts. Der FC Schalke schlug einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Champions League und zog an der Borussia mit einem Zähler vorbei.

Ein kleiner Rückschlag für Mönchengladbach, wo am 20. Spieltag wieder das Zeitalter der Rotation angebrochen ist. Im Rheinderby gegen den 1. FC Köln am Karnevalssamstag (15.30 Uhr/live in unserem Ticker) wird Lucien Favre seine Startformation ganz sicher wieder anpassen. Der fleißige Unglückrabe Raffael wäre eventuell ein Kandidat für eine Pause.