Torhüter ter Stegen hat bei Gladbach noch viel vor
17.11.2011 | 12:05 Uhr 2011-11-17T12:05:35+0100
Mönchengladbach Ein Eigentor im ersten Training, ein Debüt als 18-Jähriger im Derby und ein blutiger Zusammenprall mit Uwe Kamps: Torhüter Marc-Andre ter Stegen hat in 15 Jahren bei Borussia Mönchengladbach schon viel erlebt. Und noch viel vor.
Auf der Zahnarztrechnung wird Marc-Andre ter Stegen wohl sitzen bleiben . Doch das kann der erst 19 Jahre alte Torhüter des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbachs verschmerzen. Der schlimme Zusammenprall mit Torwarttrainer Uwe Kamps vor einigen Wochen war bisher der einzige Rückschlag in der noch jungen Profikarriere des blonden Modell-Athleten, der maßgeblich am Erfolg des Fast-Absteigers der vergangenen Saison beteiligt ist.
'Ich denke nicht, aber ich frag ihn mal', sagt ter Stegen lachend im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) auf die Frage, ob Borussias Urgestein Kamps für die Kosten der langwierigen Behandlung aufkommt. Groß beschäftigen will sich ter Stegen mit diesem Thema aber nicht mehr: 'Es ist wichtig für mich, dass ich das aus dem Kopf bekomme.'
Dort, in seinem Kopf, hat derzeit sowieso nur die Borussia Platz. 'Ich habe hier noch lange Vertrag und freue mich auf meine Aufgaben bei Borussia. Momentan bin ich glücklich in Mönchengladbach und froh und stolz, für den Verein spielen zu dürfen', sagt ter Stegen, der seinen Worten Taten folgen ließ: Seinen ursprünglich bis 2014 laufenden Vertrag verlängerte ter Stegen am Donnerstag zu wohl deutlich verbesserten Bezügen vorzeitig bis 2015.
ter Stegen bleibt gelassen
Bereits im Alter von vier Jahren schlüpfte ter Stegen ins Fohlen-Trikot. Zunächst allerdings mit zweifelhaften Erfolg. Beim ersten Training lief direkt etwas schief: 'Ich weiß nur, dass ich damals, da war ich noch Feldspieler, aufs falsche Tor gelaufen bin und ein Tor gemacht habe. Dann hab ich mich gefreut, als wenn ich der King wäre.'
Besser lief es bald zwischen den Pfosten, wo sich ter Stegen als 'Spielverderber' einen Namen machte. Die von Kamps gern erzählte Anekdote, ter Stegens krummer Gang wäre schuld am Wechsel zwischen die Pfosten, will der Keeper so nicht unterschreiben: 'Nein, das war kein krummer Gang. Ich habe nur die Beine nicht angehoben. Das war nicht extrem oder so.'
Extrem steil geht allerdings die Erfolgskurve von ter Stegen nach oben. Von Trainer Lucien Favre im Abstiegskampf der vergangenen Saison ausgerechnet im Derby gegen den 1. FC Köln (5:1) ins kalte Wasser geworfen, hat sich der Youngster mit nur 18 Bundesligaspielen auf den Notizzettel von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke und in den Kader der U21 gespielt. Der ehemalige U17-Europameister gehört mit Ron-Robert Zieler (Hannover 96), Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Lars Unnerstall (Schalke 04) und Kevin Trapp (1. FC Kaiserslautern) zu den jungen Wilden der deutschen Torhüter.
Kommentare wie die von Nationalspieler Tim Wiese, den der 'Hype' um den Nachwuchs stört, sieht ter Stegen gelassen: 'Das sind Situationen, mit denen ich mich nicht beschäftige, auf die ich mich gar nicht einlasse. Das hat nichts mit dem Fußball zu tun, den ich am Wochenende spiele. Das muss man einfach so hinnehmen und jede Meinung muss man akzeptieren.'
Immerhin bekommt ter Stegen schon am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) die Gelegenheit, im direkten Duell mit Wiese zu zeigen, ob die Lobeshymnen auf ihn und die junge Generation berechtigt sind. Mit einem Heimsieg gegen den Tabellendritten Werder Bremen könnte Mönchengladbach an den Hanseaten vorbeiziehen und die Erfolgsgeschichte der laufenden Saison weiterschreiben. Eine Erfolgsgeschichte, die auch die Handschrift von Marc-Andre ter Stegen trägt. (sid)

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