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Ter Stegen ist ein Fohlen aus dem eigenen Stall

25.11.2011 | 15:50 Uhr
Ter Stegen ist ein Fohlen aus dem eigenen Stall

Mönchengladbach.   Den 10. April 2011 wird Marc-Andre ter Stegen sicher nie wieder vergessen. Ein ausverkauftes Haus, ein Derby und Abstiegskampf: Der damals gerade einmal 18-Jährige feierte ausgerechnet gegen den 1. FC Köln sein Debüt im Tor von Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach.

"Ein besseres Spiel kann man sich gar nicht vorstellen. Für mich war es das Spiel schlechthin in der Saison", sagte ter Stegen im Interview der Nachrichtenagentur dapd. Und ein erfolgreiches dazu: 5:1 siegte die Borussia.

Der Rest ist bekannt. Mit ter Stegen als Rückhalt im Tor sicherte sich der fünfmalige deutsche Meister auf der Zielgeraden noch den Klassenverbleib. "Das war das gesetzte Ziel, auch wenn das für den ein oder anderen nicht mehr zu erreichen war. Aber wir hatten immer eine tolle Stimmung in der Mannschaft, auch als es nicht so gut lief", sagte der gebürtige Gladbacher.

Ter Stegen: Musste mich nicht kneifen

Ter Stegen beeindruckte mit schnellen Reflexen, einem guten Stellungsspiel und einem offenbar unzerstörbarem Nervenkostüm. Es sei trotz des schnellen Aufstiegs zur Nummer eins aber nie so gewesen, dass er sich kneifen musste. Dass er nun auch als Stammtorhüter in die neue Saison gegangen ist, sei unglaublich, sagte der inzwischen 19-Jährige.

Die Karriere des Gladbacher Eigengewächses zu verantworten hat sein Opa. Er meldete den U17-Europameister im Alter von vier Jahren bei dem Verein an, zu dem wohl alle Gladbacher Kinder wollen. Anfangs kickte ter Stegen junior noch im Feld, doch die Verletzungsanfälligkeit des damaligen Torhüters war ter Stegens Chance. "Als Torwart habe ich einfach Lust darauf, anderen was zu versauen. Das macht mir unglaublichen Spaß. Irgendwann war es klar, dass ich genau hierhin möchte", sagte ter Stegen.

"Vielleicht auch verdient, dass ich jetzt hier spielen darf"

Dafür hat der 19-Jährige viel geopfert. Fußball sei schon immer sein Leben gewesen, sagte ter Stegen. "Es ist vielleicht auch verdient, dass ich jetzt hier spielen darf." Deshalb hat ter Stegen auch nicht gezögert, als der Verein mit ihm vorzeitig verlängern wollte. Bis 2015 läuft sein Vertrag nun, zu stark verbesserten Konditionen. "Gladbach hängt mir richtig am Herzen", sagte ter Stegen.

Der heutige Gladbacher Jugenddirektor Roland Virkus hat ter Stegen selbst in der C- und B-Jugend trainiert und war sich schnell bewusst, was für ein Juwel da im Kasten stand. "Klar fokussiert auf ein Ziel, ehrgeizig und bescheiden", beschreibt Virkus den Torhüter. Und deshalb reagiert ter Stegen auch zurückhaltend auf das Thema A-Nationalmannschaft.

Derzeit kann sich das traditionelle Torwartland Deutschland kaum vor aussichtsreichen Talenten retten: Ob nun Bernd Leno, Ron-Robert Zieler oder Marc-Andre ter Stegen: Diese Generation verkörpert den modernen Torhüter, hat aber auch das Problem, dass Nationalkeeper Manuel Neuer mit seinen gerade einmal 25 Jahren vorerst als Nummer eins im DFB-Tor gesetzt ist. "Der Konkurrenzkampf ist immer da, auch bei ihm", sagte ter Stegen.

Im kommenden Sommer steht die EM in Polen und der Ukraine an. Zieler hat jüngst sein Debüt in der Nationalmannschaft gegeben. Nach den konstant starken Leistungen in dieser Saison steht ter Stegen längst auf dem Zettel von Bundestrainer Joachim Löw, der ihn auch namentlich schon nannte als möglichen Mann der Zukunft. Ter Stegen weiß, "nur über Leistung kann man sich empfehlen". Seine Ziele trage er aber nicht nach außen, "sondern verfolge sie im Stillen für mich". Das hat in Gladbach ja bereits erfolgreich funktioniert. (dapd)

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