Sorge vor maskierten Hooligans beim Rheinderby an Karneval

Kostümierte Fans könnten beim Rheinderby zum Sicherheitsrisiko werden.
Kostümierte Fans könnten beim Rheinderby zum Sicherheitsrisiko werden.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Das Risikoderby zwischen Gladbach und Köln findet an Karneval statt. Fans werden kostümiert kommen, doch im Borussia-Park herrscht Vermummungsverbot.

Mönchengladbach.. Nicht nur taktisch stand in der Hinrunde das torlose Remis zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach im Zeichen der Sicherheit, vor allem außerhalb des Rasens hatte die Polizei beim vergangenen Bundesliga-Rheinderby viel zu tun. An diesem Wochenende könnten wegen Karneval so genannte Problemfans durch eine Kostümierung versuchen, sich Zutritt ins Stadion zu verschaffen, fürchtet die Polizei. Die Einlasskontrollen werden deshalb verschärft.

Im September gerieten vor den Jahn-Wiesen des Kölner Rheinenergiestadions rivalisierende Hooligan-Gruppen aneinander. 93 Ingewahrsamnahmen, sechs verletzte Personen, 22 Strafanzeigen - so lautete die letzte Derby-Bilanz der Polizei, die vor dem Rückspiel am Samstag (15.30 Uhr/live in unserem Ticker) erneute Ausschreitungen befürchtet. Die Kölner Heimfans provozierten vergangenen September mit einem XXL-Banner, das einen Adler mit dem Kölner Stadtwappen und abgetrennten Fohlenkopf zeigte und stahlen ein Banner des Erzrivalen, zudem findet die Partie an Karneval statt. Ein Umstand, der die Beamten vor Probleme stellt. „Eine unglückliche Ansetzung, die so eigentlich nicht passieren dürfte", kritisierte Fanforscher Gunter A. Pilz im WDR.

Rheinderby-Krawalle Im Borussia-Park herrscht Vermummungsverbot

Viele Fans werden nämlich kostümiert in den Borussia-Park kommen, wohlmöglich auch solche Unruhestifter, die wegen eines Stadionverbotes gar nicht da sein dürften. Borussia Mönchengladbach hat die Besucher deshalb gebeten, möglichst ohne Maskierung zum Spiel zu kommen, um die Einlasskontrollen zu erleichtern. Nach wie vor herrsche aus Sicherheitsgründen ein Vermummungsverbot. „Kostümierung lässt sich an Karneval nicht vermeiden und ist auch absolut in Ordnung“, sagte ein Polizeisprecher, „aber bei Gesichtsvermummung könnte es sein, dass wir als Polizei einschreiten, vereinzelt Personenkontrollen durchführen und Personalien abgleichen werden.“

Bei Kindern werde grundsätzlich eine Ausnahme gemacht, heiß es, ansonsten setzen die Sicherheitskräfte vor allem auf "Fingerspitzengefühl": Jugendliche, die in Gruppen kommen, werden zur Identifizierung gebeten, die Schminke vor Ort zu entfernen, beziehungsweise die Masken abzugeben. Auch wegen der Video-Sicherheitsüberwachung im Borussia-Park wird man bei bestimmten Personengruppen so vorgehen, bestätigte ein Sprecher.

Rheinisches Derby Bis zu 1400 Ordnungskräfte im Einsatz

Wie die Polizei Mönchengladbach dieser Redaktion bestätigte, werden bis zu 1400 Sicherheitskräfte am Samstag im Einsatz sein für das Bundesliga-Spiel, das als so genanntes „Risikospiel“ eingestuft wurde. Deshalb werden die Ordnungshüter vorsorglich auch Wasserwerfer in Stadionnähe platzieren.

Die Partie ist ausverkauft, 6.000 Gästefans werden erwartet. „Das ist kein Spiel wie jedes andere. Das ist kein Schauplatz für Selbstdarsteller“, sagte Gladbach-Manager Eberl und appellierte an ein friedliches Derby.