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Schuberts Gladbacher taumeln vor dem Derby gegen Köln

19.02.2016 | 19:16 Uhr
Schuberts Gladbacher taumeln vor dem Derby gegen Köln
Zum Verzweifeln: Borussia Mönchengladbachs Trainer André Schubert muss sich oft über Gegentore ärgern.Foto: firo

Mönchengladbach.   Nach dem Höhenflug unter Trainer André Schubert folgt nun ein Luftloch: Gladbachs Problem ist vor dem Derby gegen den 1. FC Köln vor allem die löchrige Defensive.

In den vergangenen Tagen wehte der Geist von Lucien Favre wieder dezent um den Borussia-Park. Mit dem Derby an diesem Samstagnachmittag gegen den 1. FC Köln schließt sich bei Borussia Mönchengladbach ein saisonaler Halbkreis. Nach dem 0:1 im Hinspiel war der Tüftel-Trainer aus der Schweiz zurückgetreten, ihm folgte Powerfußball-Vertreter An­dré Schubert. Nun brach Favre sein Schweigen, in einem Interview plauderte er über erste Großvaterfreuden und Gladbacher Spiele, die er im Fernsehen verfolgt. Dazu sprach sein Landsmann, Torwart Yann Sommer, in Mönchengladbach das Wort zum Samstag: „Die Null muss wieder das Ziel sein.“

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Gegentorfrei zu bleiben, wie so häufig in der Favre-Ära, das war auch in den 16 Ligaspielen unter Schubert stets der Plan. Nur: Das klappte selten. Zwar kletterten die Niederrheinischen vom letzten auf den siebten Platz.

Ein Mittel gegen seine löchrige Defensive hat Favres Nachfolger aber noch nicht gefunden: Auf die zwölf Gegentreffer der verunsicherten Borussen in den ersten fünf Partien wurden unter Schubert noch 26 draufgepackt.

In Gladbach stockt der Weiterbildungsprozess

80 Treffer fielen in dieser Saison in Spielen mit Gladbacher Beteiligung. Mehr Spektakel liefert kein anderes Team – allerdings stehen aus der jüngeren Vergangenheit Frankfurt und Hoffenheim als Mahnmale dafür, dass so ein Abenteuerfußball ins Niemandsland der Tabelle führen kann – und nicht ins internationale Geschäft. Dorthin schaffte es die Borussia in den letzten vier Jahren drei Mal, das bleibt auch jetzt das Ziel. Zumal der breite, qualitativ ansprechende Kader auf Europa-Touren ausgerichtet ist.

Doch die schöne Gewohnheit ist bedroht – weil Schuberts Ensemble unter einem gefährlichen Kontrollverlust leidet, wie zuletzt beim 2:3 in Hamburg. Anfangs war der neue Trainer zu Recht dafür bejubelt worden, Gladbach vom vorsichtigen, am Ende fast erstarrten Favre-System befreit zu haben. „Er hat angedeutet, dass er die Mannschaft entwickeln kann“, betonte Sportdirektor Max Eberl, als er dem zunächst als Interimscoach engagierten Schubert nach zwei Monaten Bedenkzeit einen Cheftrainervertrag bis Sommer 2017 gab. Momentan jedoch stockt der Weiterbildungsprozess: Sechs der letzten acht Spiele haben die einstigen Bayern-Bezwinger verloren.

Gladbach-Trainer Schubert rückt von System nicht ab

Den Durchhänger gegen Ende der Vorrunde begründete Schubert mit der Übermüdung der Mannschaft nach den englischen Wochen. Ein Argument, das nun nicht mehr greift – Gladbach strich in allen Pokalwettbewerben die Segel. Da bleibt unter der Woche viel Zeit für Verbesserungsarbeiten.

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Nach dem Höhenflug im Herbst hängt Schubert mit seinem Team seit einigen Wochen in einem Luftloch. Doch auch wenn ihr hohes Pressing den Borussen zuletzt öfter zum Bumerang wurde – von seiner Spielidee rückt der Trainer nicht ab. Er weist vielmehr auf fehlende Konsequenz bei seinen Spielern hin: „Nur 95 Prozent unseres Leistungsvermögens abzurufen, das reicht in der Bundesliga nicht.“

Eine unerfreuliche Folge davon: 18 Gegentore nach Standards, schlechtester Wert in der Liga. „Daran haben wir in dieser Woche gearbeitet“, versichert Schubert. Das Ergebnis wird nun im Duell mit dem Erzrivalen aus der Domstadt serviert. Gladbachs Lage ist verzwickt, und sie wird noch verzwickter, wenn Köln gewinnt. Denn dann sind beide Klubs punktgleich.

Andreas Morbach

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Schuberts Gladbacher taumeln vor dem Derby gegen Köln
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2016-02-19 19:16
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