Nur Leverkusen sitzt Gladbach im Nacken – Eberl kann planen

Auf Spielerbeobachtung: Max Eberl (li.) in Bochum.
Auf Spielerbeobachtung: Max Eberl (li.) in Bochum.
Foto: Getty
Mit dem 3:1-Sieg gegen den BVB untermauert Borussia Mönchengladbach die Ambitionen, in der kommenden Saison in der Champions League zu spielen. Nur noch Leverkusen sitzt Gladbach im Nacken.

Mönchengladbach.. Tiefenentspannt saß Max Eberl am Sonntag Mittag im Bochumer Stadion an der Castroper Straße. Die Partie zwischen dem VfL und RB Leipzig war kein Stimmungsaufheller, aber die gute Laune von Borussia Mönchengladbachs Manager war nach dem souveränen 3:1-Sieg gegen den BVB am Vortag noch bestens. An alter Wirkungsstätte, Eberl spielte von 1994 bis '97 im Bochumer Trikot , musste der Gladbacher Sportdirektor viele Hände schütteln, ehe er den 2:1-Sieg der „Roten Bullen“ in Ruhe verfolgen könnte. Welchen Spieler er genauer unter die Lupe nah, wollte der 41-Jährige selbstredend nicht verraten, aber die Planungen für die kommende Spielzeit laufen am Niederrhein auf Hochtouren.

Der Tabellendritte der Fußball-Bundesliga sucht Personal, das Format hat, dem Klub auch in der Champions League weiterzuhelfen. Für gewöhnlich geht der Blick der Borussen zwar „von Spiel zu Spiel“, die Gladbacher Profis waren dafür allerdings direkt nach dem Schlusspfiff der Partie gegen Borussia Dortmund erstaunlich gut im Bilde über die Tabellensituation. „Wir haben jetzt zwölf Punkte Vorsprung vor Platz fünf, das dürfen wir uns natürlich nicht mehr nehmen lassen“, diktierte Nationalstürmer Max Kruse den Journalisten in den Block. „Wir sind Dritter, das war eigentlich nie unser Ziel“, erklärte Flügelflitzer Patrick Herrmann. Den „super Lauf“ wollen die Gladbacher fortsetzen. „Wir wollen unsere Position bis zum Schluss verteidigen und werden alles dafür geben“, so Herrmann.

Gladbach-Sportdirektor Eberl bleibt zurückhaltend

Etwas weniger forsch formulierte es Eberl. „Bei aller Euphorie, die ich in mir spüre, werde ich jetzt nicht irgendwelche polemische Forderungen raushauen“, grinste der Manager nach dem Sieg gegen die Namenscousine aus Westfalen. Die Borussia spiele eine „super Saison“ und habe die Rückschläge wie das Aus in der Europa League oder im DFB-Pokal als Mannschaft sehr gut weggesteckt. Aber: „Leverkusen bleibt dran und es ist alles möglich“, erklärte Eberl.

Tatsächlich scheint es ein Zweikampf um die direkte Qualifikation für die Königsklasse zwischen Gladbach und Bayer 04 zu werden. Das Team von Trainer Lucien Favre hat nach 28 Runden mit 53 Punkten zwei Zähler Vorsprung auf den Rheinkonkurrenten. Schalke und Augsburg könnten zwar noch rechnerisch bedrohlich werden, aber daran glaubt selbst bei den so zurückhaltenden „Fohlen“ keiner mehr. „Wenn uns Schalke noch einholt, höre ich auf mit Fußball“, sagte Granit Xhaka am Samstag selbstbewusst.

Das Restprogramm hat es in sich

„Die Konkurrenten scheinen sich etwas schwerer zu tun als wir im Moment“, fasste Eberl die Tabellensituation der vergangenen Wochen zusammen. Auch er sei jetzt „euphorisiert und fröhlich“, aber über konkrete Zieländerungen sprach er nicht. Die Saison „gut zu Ende spielen“, sei jetzt die Aufgabe. Die „sehr gute Ausgangslage“ ließ er sich schließlich doch noch entlocken. Mit einem Sieg bei Eintracht Frankfurt wollen die Borussen weiter punkten. „Es sind noch sechs Spiele zu absolvieren, in denen wir das Maximum rausholen wollen“, gab Roel Brouwers zu Protokoll. Ein Restprogramm, das es in sich hat.

Borussia Mönchengladbach muss neben Frankfurt auch noch nach Berlin und Bremen, die Kracher der Liga empfängt der Tabellendritte alle noch im Borussia-Park: Wolfsburg, Augsburg und eben die Werkself aus Leverkusen. Diese Partie am 32. Spieltag Anfang Mai könnte dann eine Art Endspiel um Platz drei werden. Gewinnt Gladbach dieses Kräftemessen, kann Max Eberl seine Planungen wahrscheinlich noch konkreter vorantreiben. Und wer weiß, vielleicht ist ja Leipzig-Stürmer Yussuf Pulsen ein Mann für das Trikot mit der Raute.