Neu-Stürmer Drmic verspricht Gladbach mehr als zehn Tore

Josip Drmic (r.) im Training gegen seinen neuen Teamkollegen Patrick Herrmann: Zweistellig will der Zugang aus Leverkusen in der kommenden Spielzeit treffen.
Josip Drmic (r.) im Training gegen seinen neuen Teamkollegen Patrick Herrmann: Zweistellig will der Zugang aus Leverkusen in der kommenden Spielzeit treffen.
Josip Drmic wirkt glücklich bei seinem neuen Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach. Beim Tabellendritten will er die Vorsaison vergessen machen.

Rottach-Egern.. Vorne weg marschiert Josip Drmic auf den Sportplatz in Rottach-Egern. Das war am Mittwoch so, am Donnerstag und auch am Freitag war der Neuzugang von Borussia Mönchengladbach der erste Spieler, den die Fans im Trainingslager zu Gesicht bekamen. Der Schweizer Nationalstürmer, der für zehn Millionen Euro von Bayer Leverkusen an den Niederrhein wechselte, setzt alles auf Neustart. "Ich habe richtig Spaß hier", freut sich der Angreifer, der die Zeit bei Bayer möglichst schnell vergessen will. Er lacht viel, flachst mit den neuen Mitspielern und wirkt gelöst.

Hrgota An der Leverkusener Institution Stefan Kießling kam der 22-Jährige einfach nicht vorbei. So wirkte es in der vergangenen Saison und so wurde es nicht selten analysiert. Doch Drmic erklärt: "Nein, es war einfach eine Entscheidung des Trainers." Kießling sei nicht besser oder stärker gewesen als er. Aber "ich habe es respektiert, was der Trainer entschieden hat." Schlechte Worte wolle er aber nicht über seine Zeit bei der Werkself verlieren, für die er in 38 Pflichtspielen sechs Mal traf.

Drmic hat noch an der Vorsaison zu knacken

Das Tore schießen hat er aber nicht verlernt, sagt der Schweizer mit kroatischen Wurzeln. In Nürnberg (17 Tore in 33 Spielen) habe er bewiesen, dass er wisse, wo das Tor steht. "In Leverkusen habe ich nur zugeschaut und dann kann man sich nur schwer auf dem Platz beweisen", so Drmic, der trotz Neuanfangs immer noch an der vergangenen Saison zu knacken hat. Er habe einfach zu wenig Minuten bekommen, "aber jetzt ist es eine neue Herausforderung und ich werde mich gut vorbereiten und meiner Mannschaft helfen.

Über Umwege - die Borussia wollte Drmic schon vor der vergangenen Saison verpflichten; der Stürmer entschied sich jedoch für den Rheinnachbarn - ist er nun in Mönchengladbach gelandet und tritt dort die Nachfolge von Max Kruse an, der zum VfL Wolfsburg gewechselt ist. Sein Vorgänger sei "ein hervorragender Stürmer", aber auch er habe seine Qualitäten.

Hahn Während der deutsche Nationalspieler gerne auch mal den Strafraum verlassen hat, um sich Bälle aus dem Mittelfeld zu holen, lauert Drmic eher im Strafraum. Das System müsse Gladbachs Trainer Lucien Favre deshalb allerdings nicht umstellen. "Ich denke, ich werde mich anpassen und hoffe, dass ich die Wünsche des Trainers auf dem Platz umsetzen kann", so Drmic, der sich ob der Schweizer Sechser-Delegation um Favre, Granit Xhaka, Yann Sommer, Nico Elvedi und Djibril Sow wie "bei einer kleinen Familie" fühlt. "Ich bin nicht unbedingt ein typischer Mittelstürmer", will Drmic noch loswerden. In Nürnberg beispielsweise habe er auf auf dem Flügel gespielt und sich ebenfalls die Bälle geholt.

Forsche Ansage des Gladbacher Neu-Stürmers

Gemessen wird der Angreifer allerdings an Toren. "Wenn ich regelmäßig spiele, werde ich sicherlich mehr als zehn Treffer erzielen", grinst Drmic, der die Zahl nicht zu hoch ansetzen will. "Ich versuche einfach, in jedem Spiel mein Bestes zu geben und der Mannschaft zu helfen." Die ersten Siege holen, die ersten Tore schießen, das ist sein Ziel für die kommenden Wochen bei seinem neuen Klub, bei dem er auf dem Rasen ganz vorne wegmarschieren will.