Müder Traoré will sich nur noch auf Gladbach konzentrieren

Müde und geschafft: Ibrahima Traoré will sich jetzt voll und ganz auf seinen Verein konzentrieren.
Müde und geschafft: Ibrahima Traoré will sich jetzt voll und ganz auf seinen Verein konzentrieren.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Ibrahima Traoré brachte frischen Offensivwind bei Borussia Mönchengladbach bei der 0:1-Niederlage auf Schalke. Und das, obwohl er ziemlich geschafft war.

Gelsenkirchen.. Die Müdigkeit war Ibrahima Traoré ins Gesicht geschrieben. Der flinke Offensivspieler von Borussia Mönchengladbach durfte auf Schalke zwar nur eine knappe halbe Stunde spielen, die Reisestrapazen vom Afrika Cup und vor allem der enorme Temperaturunterschied machte dem Borussen zu schaffen, als er nach der 0:1-Niederlage in Gelsenkirchen geduldig die Fragen der Journalisten beantwortete.

Über 5500 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Äquatorialguinea und Mönchengladbach. Beim Nationenturnier in Afrika spielte Traoré mit Guinea bis zum Viertelfinale. Bei 30 Grad und höheren Temperaturen. Der Winter hat hingegen Deutschland fest im Griff. „Das Wetter war schon ein Schock und ich bin auch immer noch müde“, erklärte Traoré und rieb sich die Augen. Es sei nicht einfach, sich von sommerlichen Temperaturen auf Grade mit einem Minuszeichen davor umzustellen. „Aber ich habe keine andere Wahl: Daran muss ich mich gewöhnen“, so der 26-Jährige.

Traoré brachte frischen Wind ins Gladbacher Spiel

Und doch war es der müde Traoré, der frischen Wind in die Gladbacher Bemühungen brachte, das Schalker Defensivbollwerk zu durchbrechen. Er wirbelte auf rechts, er schlug Haken auf links und schaffte das, woran seine Mannschaftskollegen vorher zu verzweifeln schienen: er riss Lücken und versuchte Chancen zu kreieren. Vergebens.

Traoré versuchte es zu erklären: „Ins eins gegen eins zu gehen war nicht möglich, weil immer zwei, drei Schalke-Spieler gegen uns standen“, so der Offensivmann. Thorgan Hazard und Patrick Herrmann hätten das auch versucht, aber Schalke habe „einfach gut verteidigt“. Raffael

Hätte ein ausgeschlafener Ibrahima Traoré noch mehr Akzente setzen können? Diese Frage bleibt unbeantwortet. Sicher ist aber, dass man sich am Niederrhein darauf freuen darf, „Ibo“ nicht mehr so reisegestresst zu erleben. Nach dem Aus beim Africa Cup gegen Ghana erklärte der Kapitän der Nationalmannschaft Guineas seinen Rücktritt auf Zeit. Genau definieren konnte es Traore selbst nicht.

Volle Konzentration auf Gladbach

„Erstmal ist es eine Pause und dann schauen wir weiter. Wenn es bei mir ohne die Nationalmannschaft besser läuft, werde ich vielleicht nicht mehr für Guinea spielen“, so der Borusse. Müde sei er vom vielen Reisen. „Ich muss mich jetzt ein bisschen mehr auf mich und meinen Verein konzentrieren. Das hat auch persönliche Gründe und ich möchte ein bisschen meine Ruhe haben.“ Die Reaktionen in seiner Heimat waren nachvollziehbar für den Profi: „Die Leute in Guinea sind sauer und enttäuscht. Aber ich muss auch mal an mich denken“, erklärte der Nationalspieler. Worte, die man in Gladbach gerne hört.

„Der Nationaltrainer wollte was dazu sagen, konnte er aber nicht. Er ist zurückgetreten“, lachte er. Seinen Humor hatte Traoré trotz aller Müdigkeit nicht verloren. Und die sei „bis zum Derby gegen Köln ganz sicher wieder weg.“