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Mönchengladbach "zieht den Hut" vor Starks mutiger Entscheidung

10.03.2013 | 16:15 Uhr
Mönchengladbach "zieht den Hut" vor Starks mutiger Entscheidung
Patrick Herrmann ärgerte sich zwar erst, dass Schiedsrichter Stark ihm seinen Treffer ungewöhnlich spät aberkannte, nach dem Spiel aber würdigten auch alle Gladbacher Starks mutige Entscheidung.Foto: getty

Mönchengladbach.  Wieder einmal wird nach einem Bundesliga-Spiel über die Schiedsrichter diskutiert, nach der Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen allerdings lobend. Am Niederrhein "zieht man den Hut" vor der mutigen, aber richtigen Entscheidung von Wolfgang Stark, Herrmans Tor zu annullieren.

45 Sekunden dauerte der Jubel nach dem vermeintlichen Führungstreffer von Borussia Mönchengladbach gegen Werder Bremen. Patrick Herrmann freut sich über seinen siebten Saisontreffer und die Teams formieren sich zum Anstoß am Mittelkreis. Nur Wolfgang Stark ist noch beschäftigt. An der Seitenlinie berät sich der FIFA-Schiedsrichter der DJK Altdorf mit seinem Assistenten Jan-Hendrik Salver, lässt die Fußballer und Fans im Borussia-Park im Ungewissen.

Favre hasst Fehlentscheidungen

„Man jubelt, stellt sich auf und denkt, man führt 1:0 – das muss man erst mal wieder aus den Köpfen kriegen“, wunderte sich der Schütze, der „der felsenfesten Überzeugung“ war, ein Tor erzielt zu haben. „So was habe ich noch nie erlebt“. Auch für die Zuschauer war es schwer zu verstehen, weil „es etwas lange gedauert hat“, sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl, „aber die Entscheidung ist korrekt.“ Daran ließ auch Gladbachs Coach keinen Zweifel und betonte, durch eine Fehlentscheidung wolle er nicht gewinnen. „Ich mag es nicht, wenn ein Spiel wegen einer Schiedsrichterentscheidung anders läuft - ich hasse das“, fand der Schweizer nach dem Spiel klare und drastische Worte: „Es war klar Abseits, da gib es nicht zu diskutieren“, stellte Favre fest und lobte damit das Schiedsrichter-Gespann um den Unparteiischen Wolfgang Stark.

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Schiedsrichter Stark lobt Gladbachs "Sportsmann Favre"

Wolfgang Stark war nach dem Spiel gefragter, als jeder Fußballer in Mönchengladbach. Der Unparteiische hatte in der 15. Minute ein Tor von Patrick Herrmann erst gegeben, dann zurückgepfiffen. Der Schiedsrichter erntete dafür Lob von allen Seiten.

Der 43-Jährige Spielleiter aus Landshut war nach der Partie ein gefragter Mann. Etlichen Kamerateams musste er die Situationen schildern und auch in der Mixed Zone war Stark der allerletzte Protagonist des Spiels. „Mein Assistent an der Seitenlinie hatte Zweifel, ob der Gladbacher Spieler den Ball mit der Hacke weitergeleitet hatte“, erklärte der Schiedsrichter. Er habe deshalb weiterlaufen lassen und erst nach dem der Ball im Netz zappelte noch mal um Rücksprache gebeten. Mit dem Resultat, dass „wir zusammen entschieden haben, dass das Tor irregulär war.“ Statt Protesten stieß Stark auf Verständnis bei den Spielern, statt Kritik hagelte es Lob von allen Seiten: „Hut ab vor der Entscheidung des Schiedsrichters“, sagte Borussias Abwehrspieler Tony Jantschke. Es gebe nicht viele, die so ein Tor zurücknehmen. „Wir Spieler beschweren uns immer und immer wieder vergeblich und heute hat es der Schiedsrichter richtig entschieden“, so Jantschke weiter.

Entscheidung dauerte zu lange

Einzig die zweiminütige Verzögerung kritisierte die Mannschaft vom Niederrhein. Die Entscheidung habe zu lange gedauert, sagte Favre: „Das war schwer zu akzeptieren.“ Stark wollte es aber ganz genau machen. „Man kann diskutieren, ob es nicht so lang hätte dauern müssen, aber für uns steht im Vordergrund, dass wir die richtige Entscheidung treffen“, so der Sparkassen-Angestellte. Die sei im Zweifelsfall ja sogar spielentscheidend. „Ich freue mich, dass das Tor nicht gegeben wurde“, so Favre, der sich viel mehr über den Ausgleich der Bremer, den „wir schlecht verteidigt haben“ und den verpassten Lucky Punch durch Peniel Mlapa in der letzten Minute ärgerte: „Das wäre phantastisch gewesen.“

David Nienhaus



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