Mönchengladbach jagt Schalke - Fehlstart für FC-Trainer Schaefer

Havard Nordtveit (l.) und Marco Reus (r.) freuen sich mit Juan Arango über das Gladbacher Führungstor.
Havard Nordtveit (l.) und Marco Reus (r.) freuen sich mit Juan Arango über das Gladbacher Führungstor.
Foto: Roberto Pfeil/dapd
Was wir bereits wissen
Borussia Mönchengladbach hat dem Erzrivalen 1. FC Köln mit einem 3:0 (1:0) den nächsten Nackenschlag im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga verpasst. Während die Gladbacher den Rückstand auf den Tabellendritten Schalke 04 verkürzten, erlebte FC-Trainer Frank Schaefer einen Fehlstart.

Mönchengladbach.. Zwei Tage lang lag Lukas Podolski daheim im Bett. Ein grippaler Infekt plagte den Star des 1. FC Köln. Aber wenn Podolski hustet, dann liegt sein Verein meist schon mit einer Lungenentzündung auf der Intensivstation. Gestern gab’s vor dem im Abstiegskampf so wichtigen Spiel beim rheinischen Rivalen Borussia Mönchengladbach Entwarnung. Podolski konnte mitmachen, und irgendwie passte das ganz gut zur Kölner Ausgangslage: „Wir stellen alles auf null“, hatte der neue Trainer Frank Schaefer gesagt. Auf null stellen, das hieß: kompletter Neustart. Natürlich mit Podolski, aber auch mit den Spielern, die Schaefers Vorgänger Stale Solbakken kurz vor seiner Entlassung noch aus dem Kader gestrichen hatte. Am Ende war’s dann aber kein Neu-, sondern ein Fehlstart mit Schaefer. Gladbach ist derzeit einfach eine Nummer zu groß und schlug Köln verdient mit 3:0 (1:0).

Beim 1. FC Köln stürmte Novakovic

Neben Podolski stürmte also wieder Milivoje Novakovic für die Geißböcke, im Mittelfeld spielte der wegen einer nächtlichen Alkoholeskapade von Solbakken suspendierte Slawomir Peszko, höchst durchschnittlich übrigens. Beide Comebacks hätte Schaefer sich schenken können, aber hinterher ist man ja immer klüger. Vom Rest der aussortierten Spieler schaffte es Petit zudem noch zurück auf die Bank, Kevin Pezzoni und Andrezinho mussten ohnehin wegen Verletzung und Krankheit passen.

Einzelkritik Es war eine nette Geste von Frank Schaefer, aber belohnt wurde der Mann, der in Köln schon einmal Trainer war und dann aufhörte, weil er glaubte, die Elf nicht mehr erreichen zu können, dafür nicht. Gladbach brauchte im Kampf um Platz vier wieder Punkte, nachdem der VfB Stuttgart zuletzt so groß aufgespielt hatte und der Elf von Trainer Lucien Favre ein wenig die Puste ausgegangen zu sein schien. Aber das ist ein komfortabler Druck verglichen mit dem der Kölner, die im Kampf um den Klassenerhalt nun den Anschluss zu verlieren drohen und für die es wohl nur noch darum gehen kann, den Relegationsplatz irgendwie noch gegen Hertha BSC über die letzten drei Spiele zu bringen.

Entsprechend locker fingen die Gladbacher an, entsprechend ängstlich spielten die Kölner. Am Ende der ersten Halbzeit standen so vier klare Chancen für die Borussia, keine für die Gäste. Und schließlich der Treffer zum 1:0, den Juan Arango nach 19 Minuten erzielte. Wie wohl? Natürlich per Freistoß, den der Gladbacher Kunstschütze diesmal aus 22 Metern ins rechte Eck zirkelte. Davor (3.) hatte Kölns Keeper Michael Rensing schon gegen Mike Hanke retten müssen, danach (40.) blieb er erst Sieger gegen Marco Reus, der es mit einem Heber versucht hatte. Und schließlich hielt Rensing sein Team mit einem tollen Reflex erneut gegen Hanke im Rennen, zuvor hatte Sereno den Ball wie ein Anfänger gegen Reus verloren.

Tony Jantschke erhöhte auf 2:0 für Mönchengladbach

Wenn Köln unter Stale Solbakken für etwas stand, dann für die wenig schmeichelhafte Eigenschaft, nach Rückständen komplett auseinander zu brechen. In Mönchengladbach dauerte das diesmal bis zur 52. Minute. Sieben Minuten lang hatten die Gäste tatsächlich so gewirkt, als wollten sie sich nun doch gegen den Abstieg stemmen, dann zog die Borussia an und verdeutlichte, warum sie nach einem Jahr voller Abstiegsangst um Platz vier und damit die Qualifikation zur Champions League spielt.

Erst verlängerte Tony Jantschke, der für den verletzten Roman Neustädter ins Spiel gekommen war, einen Freistoß von Reu spe Kopf zum 2:0 in die Maschen. Köln hatte sich noch nicht vom Schock erholt, Gladbach war mit dem Jubeln noch gar nicht richtig fertig, da spazierte Reus (53.) durch das, was sich in Köln Abwehr nennt, tunnelte erst Geromel und dann Sereno und schob den Ball so genüßlich wie platziert an Rensing vorbei zum 3:0 ins lange Eck.

Damit war die Messe gelesen, und einzig Michael Rensing verhinderte mit Paraden gegen Arango und Roel Brouwers ein Debakel. Gladbach hat im Kampf um Platz vier weiter beste Chancen. Und Köln einen grippefreien Lukas Podolski. Nur die Mannschaft, die liegt immer noch flach.