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Manga-Fan Hazard will bei Gladbach den nächsten Schritt machen

16.07.2014 | 05:00 Uhr
Zimmergenossen unter sich: Die Gladbacher Neuzugänge Ibrahima Traoré (links) und Thorgan Hazard.Foto: David Nienhaus

Rottach-Egern.  Eden Hazard machte bei der Weltmeisterschaft mit Belgien eine ordentliche Figur. Sein jüngerer Bruder Thorgan will sich in dieser Saison bei Borussia Mönchengladbach für den englischen Premier-League-Klub FC Chelsea empfehlen, von dem er ausgeliehen ist.

Thorgan Hazard ist ein fröhlicher Junge.

Gut gelaunt gibt er sich auf dem Fußballplatz, offen und höflich spricht er in seinem ersten Pressegespräch am Tegernsee im Trainingslager von Borussia Mönchengladbach. Seine Hände liegen locker auf dem Tisch, zwei Würfel zieren seinen linken Unterarm. Hazard bedeute Zufall auf deutsch. Dem Zufall will der Belgier in seinem Karriereplan aber nichts überlassen.

Mit seinen erst 21 Jahren ist der Familienvater schon viel rumgekommen. Nicht planlos, sondern mit exakten Vorstellungen. Beim RC Lens wurde der Offensivspieler Profi, der Londoner Klub FC Chelsea sicherte sich früh die Rechte an Hazard. Beim SV Zulte Waregem in Belgien sollte er den nächsten Schritt machen. Hazard wurde Leistungsträger und vergangene Saison zum Spieler des Jahres in Belgien gewählt. Zeit, für höhere Aufgaben.

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Chelsea-Coach José Mourinho verfolgt die Karriere des anderen Hazards - Bruder Eden spielt schon für die Blues an der Stamford Bridge. "Ich habe im vergangenen Jahr nicht mit dem Trainer gesprochen", erzählt der zwei Jahre jüngere Thorgen Hazard. Aber sein Vater hätte Kontakt zu Mourinho. Zufrieden sei der portugiesische Coach mit seiner Entwicklung. "Ich hoffe, dass ich eines Tages für Chelsea spielen werde", blickt der Angreifer in die Glaskugel. Ob das schon im kommenden Jahr soweit sei, wisse er aber noch nicht. Er wolle jetzt in Gladbach eine gute Saison spielen und dann weitersehen. Auch ein zweite Jahr bei der Borussia sei möglich.

Einen Konkurrenzkampf zwischen seinem Bruder und ihm sei dann vielleicht in der Zukunft mal ein Thema. "Er ist auf einem anderen Leistungsniveau und ein wichtiger Spieler in der Mannschaft" - bei Chelsea und in der belgischen Nationalmannschaft. "Ich kratze da gerade erst dran. Aber es gibt viel Konkurrenz in Belgien, viele junge Spieler auf meiner Position. Deswegen wollte ich auch unbedingt in die Bundesliga, um hier den nächsten Schritt zu machen. Daran sei dem englischen Top-Klub gelegen, aber natürlich auch ihm selbst.

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Bei Borussia Mönchengladbach solle er Kapitän werden, Freistöße und Elfmeter schießen, lacht Hazard, korrigiert aber direkt seine utopische Kampfansage. Dass Chelsea an die Leihvereine Forderungen stelle, sei Quatsch. Der Premier League-Verein habe weder in Zulte Waregem etwas gefordert und tue dies auch nicht in Gladbach. "Ich weiß noch nicht, was der Trainer vor hat", sagt er zu seiner Aufgabe beim Bundesligisten. "Ich möchte natürlich gerne so viel wie möglich spielen." Er könne auf den Flügeln, hinter der oder auch als zweite Spitze - mit einer kleinen Präferenz für die zentralen Positionen.

In den ersten Trainingseinheiten am Tegernsee besetzte der Belgier bislang die Außenbahnen. Nicht selten mit Ibrahima Traoré auf einer Seite. Der ehemalige Stuttgarter ist neben Trainer Lucien Favre momentan der einzige auf dem Platz, der Hazard versteht. Das Sprachproblem soll Dolmetscher Traoré lösen. "Ibra ist eine große Hilfe für mich. Ich verstehe leider die deutsche Sprach noch nicht, deshalb hilft er mir enorm viel auf dem Rasen und auch daneben." In Rottach-Egern teilen sich die beiden Neuzugänge ein Zimmer. Die Vorliebe für japanische Manga-Comics aber konnte Hazard seinem Mitspieler noch nicht vermitteln.

Die Sprachbarriere will er einreißen, auch wenn Gladbach vielleicht nur Zwischenstadion ist. Aber da sind die Würfel noch nicht gefallen.

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David Nienhaus

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2014-07-16 05:00
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