Liverpool in Gladbach - ein Knüller und viele Fragen
14.04.2010 | 13:12 Uhr 2010-04-14T13:12:00+0200
Mönchengladbach.Zum 110. Geburtstag von Borussia Mönchengladbach kommt im Sommer der FC Liverpool in den Borussia-Park. Ob auf Gladbacher Seite ein paar Neuzugänge gegen die Stars um Fernando Torres und Co. spielen, ist noch offen. Sportdirektor Max Eberl arbeitet daran.
Es gibt Phasen im Leben, da läuft alles rund. Wunderbare Tage. Max Eberl könnte viel darüber erzählen. Denn der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach hat gerade eine Strähne. Alles, was der Mann anpackt, scheint zu gelingen. Am Dienstag saß er mit einem zufriedenen Grinsen im Presseraum des Borussia Parks, wo der Fußball-Bundesligist über jede Menge Aktivitäten zum 110. Geburtstag des Vereins informierte. Der Höhepunkt: Am Samstag, 31. Juli, kommt der FC Liverpool zum Saisoneröffnungsspiel.
„Das ist einfach eine geile Geschichte”, lobte Vizepräsident Rainer Bonhof. „Der Max hat unheimlich viel Herzblut in die Sache gesteckt und unseren Fans einen riesigen Gefallen getan.” Gemeinsam mit Geschäftsführer Stefan Schippers war Max Eberl an die Anfield Road gereist. Und wenn man weiß, dass ein Team wie Real Madrid etwa 1,5 Millionen Euro für ein Freundschaftsspiel sehen will, kann man sich vorstellen, dass Überzeugungsarbeit notwendig war, um diese Begegnung mit den „Reds” zu einem Schnäppchenpreis verwirklichen zu können.
Gerrard, Mascherano und Kuyt
Gladbachs Anhänger, die seit vielen Jahren eine enge Fan-Freundschaft mit den Anhängern des FC Liverpool verbindet, dürfen sich jedenfalls auf Fernando Torres, auf Steven Gerrard, auf Javier Mascherano oder Dirk Kuyt freuen, die großen Stars in den Reihen des englischen Klubs. Ob die Borussia an diesem Tag auch eigene Stars präsentieren kann, die erstmals das Trikot mit der Raute tragen, ist natürlich eine Frage, die in Gladbach diskutiert wird.
Am Klassenerhalt zweifeln nicht einmal mehr die Pessimisten, und deshalb richten die Gladbacher schon jetzt den Blick auf die kommende Saison, die natürlich einen Fortschritt bringen soll. Der Klassenerhalt soll wieder frühzeitig geschafft werden,das ist klar, darüber hinaus aber soll das Team auch erkennbar weiter entwickelt werden. Das ist der Anspruch der Borussia, der vor allem über eine neue Zusammenstellung des Kaders erreicht werden soll.
Roberto Colautti, Moses Lamidi, Thomas Kleine und sehr wahrscheinlich Gal Albermann werden die Borussia verlassen. Zugleich bekommt Oliver Neuville keine Vertragsverlängerung. Der Publikumsliebling, der gerne noch eine Saison spielen würde, prüft derzeit, ob er das Angebot auf einen Job bei der Borussia annehmen will.
Von Preußen Münster kommt Jens Wissing, vom SC Paderborn kehrt Sebastian Schachten, beide sind Linksverteidiger, zurück zur Borussia, und der bislang namhafteste Neuzugang ist Innenverteidiger Bamba Anderson, der sich zuletzt bei Fortuna Düsseldorf gute Noten verdiente. Somit fehlen noch offensive Kräfte, die die entstandenen Lücken schließen müssen.
Jantscher und Yakovenko
Namen werden reichlich gehandelt. So soll Jakob Jantscher, 21 Jahre alt, Sturm Graz, österreichischer Nationalspieler, offensives Mittelfeld, schon in Gladbach gewesen sein, um zu verhandeln. Als weiterer Kandidat gilt der 22-jährige Ukrainer Oleksandr Yakovenko vom RSC Anderlecht, der nach Berichten belgischer Medien von der Borussia gescoutet wird. Der beidfüßige Ukrainer ist sowohl im offensiven Mittelfeldspieler als auch im Sturm einsetzbar.
Für die meisten Schlagzeilen sorgt derzeit trotzdem ein ganz anderer Stürmer. Raul Bobadilla ist, wie erst jetzt bekannt wurde, in der Nacht nach dem 1:1 beim 1. FC Köln mit 1,1 Promille Alkohol noch Auto gefahren. Er wurde von der Polizei erwischt und muss seinen Führerschein abgeben. „Das ist Strafe genug”, findet Max Eberl, der den 22-jährigen Argentinier lediglich zu einem sozialen Dienst verdonnern, weil er „einen Blödsinn gemacht har”
Wenn das Sorgen sind, da sind es die einzigen, die Max Eberl in diesen Tagen hat. Am Samstag tritt die Borussia auf Schalke an, gegen das man zuletzt zweimal gewinnen konnte. Und für Eberl geht es weniger um Punkte, als vielmehr schon darum „bei einer großen Mannschaft auswärts zu zeigen, wie weit wir sind.”

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