Kramer siegt mit Gladbach gegen seinen neuen Klub - und will feiern

Heute Konkurrenten, kommende Saison Teamkollegen: Christoph Kramer (Gladbach, l.) und Stefan Kießling (Bayer, r.).
Heute Konkurrenten, kommende Saison Teamkollegen: Christoph Kramer (Gladbach, l.) und Stefan Kießling (Bayer, r.).
Foto: Getty Images
Christoph Kramer feierte mit Mönchengladbach einen Sieg gegen Leverkusen im "Finale" um Platz drei. Der Weltmeister traf auf seine künftigen Kollegen.

Mönchengladbach.. Als Christoph Kramer vor der Kabine im Borussia-Park mit den Journalisten spricht, kommt Lucien Favre um die Ecke, unterbricht das Gespräch und bedankt sich bei seinem Spieler. Eine Szene, die Bände spricht.

Schon nach drei Minuten bei der Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen war klar: Kramer will das Spiel gewinnen. Er grätscht gegen Heung Min Son, 30 Meter weiter rutscht er in Ball und Beine von Julian Brandt. Zukünftige Arbeitskollegen oder nicht, der 24-Jährige jubelt mit Kumpel Max Kruse eine Stunde später nach dem Führungstreffer, bereitet das 2:0 von Patrick Herrmann vor. Gladbach gewinnt sogar noch mit 3:0 (0:0), klettert auf Platz zwei. An Leverkusen, wo er am Sommer kicken wird, denkt er auf dem Platz nicht.

Kramer hielt Granit Xhaka den Rücken frei

Um halb drei, eine Stunde vor dem Anpfiff klärte sich am 32. Spieltag: Der Weltmeister darf im brisanten Duell um die direkte Champions-League-Qualifikation von Beginn an spielen - gegen seinen alten und neuen Klub. "Auch wenn ich im Sommer das Leverkusener Trikot trage, zählt für mich bis zum letzten Moment nur Borussia", sagte er und bestätigte das auf dem Rasen. Kramer kämpfte, rackerte und hielt Granit Xhaka, seinem Mitspieler auf der Doppelsechs einmal mehr den Rücken frei. Es war eine gute Partie des Nationalspielers, es wäre ein Bewerbungsschreiben für Bayer, hätte er sich nicht längst für die Werkself entschieden.Wechselgerüchte

"Wir freuen uns, dass er nächste Saison bei uns ist", sagte Leverkusens Trainer Roger Schmidt vor der 0:3-Niederlage am Niederrhein. Vor der Begegnung sei das für den Coach "noch nicht mal sekundär." Nach dem Spiel gab Kramer zu, es sei wie früher bei einer Klausur gewesen. "Ich war vorher schon etwas nervös", aber das habe sich dann schnell gelegt. Borussia Mönchengladbach hat den Abstand zum direkten Konkurrenten vergrößert, steht jetzt fünf Punkte vor Bayer; und grüßt temporär sogar vom zweiten Tabellenplatz.

"Wir haben eine weltklasse Saison gespielt, die wir jetzt konzentriert zu Ende bringen müssen und dann können wir schön feiern", sagte Kramer. In einer schweren Liga müsse man noch zwei schwere Spiele bestreiten. Seine letzten beiden Auftritte im Trikot mit der Raute. "Ich freue mich auf die neue Aufgabe in Leverkusen", aber im Moment sei er noch "gerne Profi in Gladbach", weil er dem Klub sehr viel zu verdanken habe. Man nimmt es ihm ab.Spielbericht

Trotzdem zieht es Kramer zur Werkself. Dort, wo er schon in der Jugend kickte. Der Dreier gegen Bayer war die vorletzte Vorstellung von ihm im Borussia-Park. In 14 Tagen dann verabschiedet sich Solinger beim Spiel gegen den FC Augsburg von den Gladbach-Fans und geht zurück. Ob seine zukünftigen Kollegen etwas zu ihm gesagt haben nach der Pleite? "Danke", lachte Kramer und verschwand in die Kabine.