Kölner Derby-Randalierer verraten sich durch Facebook-Foto

Beim Rheinderby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln waren vermummte Kölner Anhänger auf den Platz gestürmt. Jetzt ermittelt die Polizei.
Beim Rheinderby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln waren vermummte Kölner Anhänger auf den Platz gestürmt. Jetzt ermittelt die Polizei.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Nach den Krawallen beim Rheinderby verkünden Polizei und Verein erste Ermittlungserfolge. Gegen die Ordner wird indes nicht ermittelt.

Mönchengladbach.. Nach den Krawallen beim Rheinderby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln sind die ersten Randalierer identifiziert worden. Das bestätigt die Mönchengladbacher Polizei.

Die Männer hätten vor dem Spiel ein Foto von sich in Maleranzügen bei Facebook gepostet. Im Stadion seien sie dann wiedererkannt worden, sagte ein Polizeisprecher. Nach dem Spiel war ein Gruppe von etwa 25 vermummten Fans aus dem Kölner Block in weißen Anzügen auf den Platz gestürmt.

Die Polizei ermittelt gegen die Randalierer wegen Landfriedensbruches, Körperverletzung und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Ermittelt werde auch gegen Gladbach-Fans, die sich Prügeleien mit den Kölnern geliefert hätten, sagte ein Polizeisprecher. Eine konkrete Zahl der Verdächtigen nennt die Polizei bislang nicht. Derzeit würde noch das umfangreiche Videomaterial ausgewertet.

Keine Ermittlungen gegen Gladbacher Ordner

Das Verhalten der Ordner zieht hingegen bislang keine polizeilichen Ermittlungen nach sich. Deren Verhalten war in die Kritik geraten, nachdem Videomitschnitte den Eindruck erweckten, sie hätten Heimfans dabei unterstützt, Kölner Fans zu verprügeln.

Arnold Plickert, NRW-Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), kritisierte den Gladbacher Sicherheitsdienst scharf. Er warf dem Verein grobe Versäumnisse vor: "Alleine der massive Pyro-Einsatz im Block der Kölner zeigt doch, dass da beim Einlass ganz offensichtlich nicht gründlich genug kontrolliert worden ist", sagte Plickert. Der Ordnungsdienst sei "bei dem Platzsturm der Kölner Chaoten komplett überfordert" gewesen.

FC Köln veröffentlicht Fotos von Randalierern

Der DFB-Kontrollausschuss kündigte bereits Ermittlungen an und forderte sowohl die Kölner wie auch Gladbach zu Stellungnahmen auf. Die Vereinsführung des FC hat sich am Wochenende bereits klar von den Vorfällen distanziert und den "Boyz", aus deren Reihen die Randalierer wohl kamen, den Fanclub-Status entzogen. Der Verein prüft weitere Maßnahmen, etwa ein dauerhaftes Stadionverbot und den Ausschluss aus dem Verein.

Zudem hat der Verein Fotos einiger Randalierer auf seiner Website veröffentlicht, um die Polizei bei der Identifizierung der Täter zu unterstützen. Es habe Rücksprachen mit Juristen gegeben, die zur Entscheidung geführt hätten, "die Bilder zu veröffentlichen". Das teilte der Fußballclub am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Demnach gebe es Ausnahmen vom Recht am eigenen Bild, etwa bei Versammlungen wie Demos, Konzerten oder auch Fußballspielen.

"Diese Leute schaden dem FC", heißt es auf der Website. Wer sie decke oder wegsehe, lebe eine falsche Solidarität und schade dem Club.