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Knoten bei Gladbachs de Jong noch nicht geplatzt

03.09.2012 | 16:10 Uhr
Luuk de Jong war in Düsseldorf nur zweiter Sieger gegen Fortunas Schlussmann Fabian Giefer.Foto: dapd

Düsseldorf.   Gladbachs Rekordtransfer Luuk de Jong ist immer noch nicht richtig in der Bundesliga angekommen. Der Niederländer sucht im Spielsystem von Trainer Lucien Favre noch seinen Platz. Die Vereinsführung sowie die Mitspieler stehen hinter dem Stürmer und wünschen ihm vor allem eins: Endlich ein Tor.

In Mönchengladbach beginnt wohl bald eine neue Zeitrechnung. Es wird die Zeit, in der Minuten gezählt werden. Die Minuten, die Luuk de Jong braucht, um endlich seinen ersten Treffer für seinen neuen Verein zu erzielen. Der Knoten bei dem Top-Transfer von Borussia Mönchengladbach ist immer noch nicht geplatzt. Weder in den Vorbereitungsspielen, noch im Pokal, den Champions League-Playoffs oder in der Bundesliga konnte der niederländische Nationalspieler treffen. Seine Bilanz in fünf Pflicht- und vier Testspielen: eine Vorbereitung und ein Eigentor.

Gladbach will de Jong schützen

Spektakuläre Szene von Gladbachs Luuk de Jong. "In neun von zehn Versuchen geht der Ball ins Tor."Foto: imago

"Wir werden ihn schützen und ihm alle Zeit der Welt geben", beteuerte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl nach dem torlosen Unentschieden im Rheinderby bei Fortuna Düsseldorf. "Er hat auch heute wieder einen Schritt nach vorne gemacht", so Eberl, "er hatte eine riesige Torchance, bei der Fabian Giefer fantastisch hält."

Nach knapp einer halben Stunde lag de Jong spektakulär in der Luft, nach die Hereingabe von Juan Arango technisch stark, brachte den Ball aber aus sechs, sieben Metern nur auf den Schlussmann der Fortune. Das war die eine Szene, die momentan symptomatisch ist für den Niederländer.

Die andere war weniger spektakulär, dafür aber ebenfalls enorm aussagekräftig: de Jong konterte fünf Minuten nach dem Seitenwechsel auf fremden Platz, führte das Spielgerät eng am Fuß in den gegnerischen Strafraum und legte dann ganz schwach in den leeren Raum zurück. "Ich glaube schon, dass es besser wird", gab sich Mitspieler Martin Stranzl optimistisch. Er habe das gut gemacht. "Er hat in der Mitte die Bälle gehalten, hat sie gefordert und hatte zwei gute Möglichkeiten", so der Österreicher weiter.

"Neun von zehn Mal geht der Ball ins Tor"

Auch der Stürmer selbst lässt sich noch nicht nervös machen. "Ich glaube, dass ich von Spiel zu Spiel besser werde und mich auch an das Tempo und die Kombinationen gewöhne", erklärte de Jong nach der Partie. "Ich hatte heute eine große Torchance, die ich natürlich gerne verwandelt hätte." Normalerweise gehe der Ball neun von zehn Mal in die Maschen. "Das war einfach sehr unglücklich."

Die Bürde von zwölf Millionen Euro trägt der Angreifer auf den Schultern und dass er sein Geld wert ist, hat er in der niederländischen Eredivisie bereits bewiesen. Mit der Bewerbung von 25 Treffer und neun Vorlagen in 31 Spielen wechselte de Jong zur neuen Saison an den Neiderrhein und der 22-Jährige beteuerte immer wieder, dass ihm diese Zahlen und Statistiken nicht zu Last werden würden. "Man hat mittlerweile ein Bild von ihm", mahnte Eberl am Samstagabend. Man würde der Neuzugang schon jetzt nicht mehr unvoreingenommen bewerten.

Auch die Systemumstellung brachte keinen Erfolg

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De Jong und Herrmann enttäuschen bei Gladbacher Nullnummer

Der Knoten wollte auch in Düsseldorf bei Gladbachs Angreifer de Jong nicht platzen. Wie Teamkollege Patrick Herrmann zeigte der Niederländer eine mangelhafte Leistung. Auch bei Tolga Cigerci ist noch Luft nach oben vorhanden. Die Borussen in der Einzelkritik.

Granit Xhaka, ein anderer Neuzugang der Borussia, weiß: "Es ist sicherlich schwer für ihn. Die Leute kritisieren ihn, aber ich weiß gar nicht warum." Vielleicht weil er die Tore noch nicht mache. In den nächsten Spielen werde de Jong sicherlich mal treffen, erklärte Xhaka und Eberl ergänzte: "Wenn der Junge sein Tor gemacht hat, auf das scheinbar jeder wartet, dann wird es danach auch wieder funktionieren."

Weder im Gladbacher Erfolgssystem 4-4-2 noch in neuen 4-2-3-1-System funktionierte de Jong bislang so, wie man es sich am Niederrhein erhofft hatte. Trainer Lucien Favre kam zu Beginn der Saison die Erkenntnis, seine Stürmer seien sich "zu ähnlich". Es fehle jemand, der das Tempo anziehen könne, einer, der den Ball zwischen die Linien trägt. Aber "wir haben es in Kiew gezeigt, dass wir guten Fußball spielen können", erklärte de Jong, der in der Ukrainer neben "Spielmacherstürmer" Mike Hanke spielte.

"Es dauert eben immer seine Zeit, bis sich die neuen Spieler an das Tempo in der Bundesliga gewöhnen und auch an das neue System" nahm Stranzl den Stürmer in Schutz und tat damit das, was Eberl aussprach: "Der Verein hat gesagt, sie geben allen neuen diese Zeit." De Jong auf jeden Fall wird weiter an sich arbeiten. "Ich werde nicht den Kopf in den Sand stecken und weiterkämpfen. Natürlich wolle er Tore schießen, "aber ich möchte auch einfach der Mannschaft helfen. Am Ende des Tages, das weiß auch Luuk de Jong, "bin ich Stürmer und werde an Toren gemessen."

Fortuna - Gladbach: 0 - 0

Bislang sind 413 torlose Minuten im Gladbacher Trikot vergangen. Doch "wenn es so weit ist, werde ich mit unseren Fans feiern", kündigte de Jong zuversichtlich an. In den kommenden Englischen Wochen soll dann das Minuten-Zählen aufhören.

David Nienhaus



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