In Gladbach stellt sich die Favre-Frage
12.01.2012 | 20:45 Uhr 2012-01-12T20:45:00+0100
Mönchengladbach. Nach dem Verkauf von Nationalspieler Marco Reus an Borussia Dortmund ist die Stimmung beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach gesunken. Spekulationen über einen vorzeitigen Abgang von Trainer Lucien Favre weist Sportdirektor Max Eberl allerdings zurück.
Gestern ist Max Eberl aus der Türkei zurück gekommen. Er ist nach dem Trainingslager vom Flughafen in sein Büro gefahren. Es gibt im Moment nämlich viel zu tun beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, und Sportdirektor Eberl ist der Mann, von dem alle eine Lösung erwarten. Gladbach ist in den letzten Tagen aus allen Träumen gestürzt, die nach der besten Hinrunde seit vielen Jahren gerade erst begonnen hatten.
Der Sog von Reus' Abgang
Marco Reus, das Kronjuwel des Vereins, wechselt im Sommer zum Meister nach Dortmund , und im Sog dieses Wechsels wird in Mönchengladbach vieles in Frage gestellt. Auch die Zukunft von Erfolgstrainer Lucien Favre. „Dabei“, sagt Eberl, „sind wir doch immer noch in einer Situation, in der viele Vereine gerne mit uns tauschen würden.“
Dass Marco Reus nicht zu halten war: Strich drunter, so ist das Geschäft. Dortmund ist trotz des überraschenden Gladbacher Höhenfluges immer noch eine andere Hausnummer. Im Fußball ist es das Schicksal von Vereinen der Gladbacher Größenordnung, immer wieder die besten Spieler an finanzkräftigere und erfolgreichere Konkurrenten abgeben zu müssen.
Schlimmer scheint der Sog zu wirken, den der Abgang von Reus vor allem öffentlich ausgelöst hat.
Gladbach besitzt ein gutes Punktepolster
Erstes, kurzfristiges Problem: die Rückrunde. Die Borussen starten mit zehn Punkten Vorsprung auf Platz sieben, ab dem man nicht mehr ins internationale Geschäft kommt. Das ist ein gutes Polster, aber öffentlich wird bereits heftig diskutiert, ob die Sommer-Abgänge von Reus und von Mittelfeldspieler Roman Neustädter zum FC Schalke 04 das Team schon vorher aus der Bahn bringen können.
„Für uns“, nickt Eberl, „ist es ganz wichtig, die Aktualität nicht aus den Augen zu verlieren. Wir haben eine historische Chance, zum ersten Mal seit vielen Jahren eine Saison in der Spitzengruppe zu beenden.“ Sorgen, dass es schief gehen könnte? „Nein“, sagt Eberl, „die Mannschaft hat im Trainingslager prima gearbeitet, und wir bleiben bei unserer Methode, nur von Spiel zu Spiel zu denken.“
Dante kann nach Saisonende für 5 Millionen Euro gehen
Zweites Problem: Wie groß wird der Aderlass im Sommer? Reus und Neustädter gehen, öffentlich wird über eine mögliche Sogwirkung debattiert. Ein Beispiel sind die Spekulationen um Abwehrchef Dante. Sein Vertrag läuft zwar bis 2013, angeblich besitzt Dante aber zum Saisonende das Recht, für fünf Millionen Euro Ablösesumme gehen zu können. Es wäre sportlich wie finanziell kein gutes Geschäft für die Borussia.
Dagegen steht die Chance, das Team umfassend zu verstärken. Eberl erinnert an 2009, als Gladbach den Verlust von Marko Marin und Alexander Baumjohann zu verkraften hatte. „Damals haben wir teure Spieler geholt, wir haben den Kader in der Breite verbessert und Talente verpflichtet.“ Eines hieß: Marco Reus. Und ohne dass Eberl es gesagt hätte, klingt seine Aussage wie eine Blaupause für den kommenden Sommer.
Drittes Problem: Die Rolle des Trainers.
Wenn es jemanden gibt, mit dem sich der Erfolg der Borussen verbinden lässt, ist es Lucien Favre. Der Schweizer kam im Vorjahr in höchster Not, schaffte überraschend den Klassenerhalt und führte die unveränderte Borussia jetzt auf Platz vier. Der 54-Jährige gilt als nahezu besessen arbeitender Coach, der für den Fußball lebt und präzise Vorstellungen davon hat, welchen Fußball seine Mannschaften spielen sollen.
Ein gebranntes Kind
In der medial überheizten Bundesliga hat Favre nach dem Reus-Abgang versäumt, einen entscheidenden Satz zu sagen: Ja, ich erfülle meinen Vertrag bis 2013. Favre hat auch das Gegenteil nicht gesagt , aber sein Satz, die nächste Saison sei weit weg, wurde ihm als Absetzbewegung ausgelegt. Was Eberl zurückweist: „Lucien Favre muss sich nicht öffentlich bekennen. Es reicht, dass wir intern wissen, wie er denkt.“
Aber Favre ist ein gebranntes Kind: Vor drei Jahren verpasste er in Berlin knapp den Titel. Danach verkaufte Hertha BSC mit Andrej Voronin, Marko Pantelic und Josip Simunic die besten Leute, stürzte böse ab – und entließ den Coach. Wiederholt sich Geschichte?
„Nein“, sagt Max Eberl, „denn es gibt einen entscheidenden Unterschied. Hertha hat damals nichts mehr in die Mannschaft gesteckt. Wir re-investieren im Sommer die gesamte Reus-Ablösesumme von 17,5 Millionen Euro in unser Team, um den nächsten Schritt zu gehen. Lucien Favre ist ein Trainer, der etwas aufbauen möchte. Und genau das kann er bei uns tun.“

16:43
Bin zwar kein Gladbacher, aber die Leistung der Borussia mit der von Hertha zu vergleuchen, ich muss schon sagen...
Gladbach spielt einen temporeichen, technisch ansprechenden Fußball, bei dem sie zeigen, dass sie auch selbst Druck entwickeln können.
Das war bei Hertha überhaupt nicht der Fall. Gefühlt 90% aller Herthatore 2008/09 waren Kontertore von Woronin. Deshalb ist ihnen am Ende, als sie unfassbarerweise noch theoretische Möglichkeiten auf die Meisterschaft hatten, auch nichts mehr eingefallen. Der damalige Hertha-Kader war in der Breite zu schwach und die dominierenden Spieler waren dabei, ihren Zenit zu überschreiten (Simunic) bzw waren nur ausgeliehen (Woronin). Pantelic war zu der Zeit nicht mal mehr als Stürmer gesetzt. Abgesehen davon pfiff Hertha finanziell aus dem allerletzten Loch.
Da bieten sich Gladbach ganz andere Moglichkeiten, Reus hin, Neustädter her.
Btw: Nur weil Favre nicht reflexartig lebenslange Treueschwüre geschworen hat muss man nicht gleich seinen möglichen Abgang kolportieren. Wird Zeit,dass man mal wieder über Fußball schreiben kann, gell??
01:14
ich bin Gladbacher, schon immer, und das läßt sich auch nich ändern, ich liebe unsere Lieder, ich liebe all die positiv Bekloppten mit denen ich durch Dick & Dünn gegangen bin, das letzte Jahr war Hammer, und wir sind dabei, denn WIR sind Borussia!
Und dieses Jahr, liebe Freunde, werden wir weiterfeiern, oder glaubt ihr ernsthaft wir hören jetzt auf? Warum? Und natürlich werden wir versuchen die Bayern zu schlagen, zuhause, ja wat denn?
Spieler und Trainer sind nur Passanten, wir Fans bleiben. So ist das, auch in harten Zeiten. Als Hangover letztes Jahr international gespielt und geloost hat, da war das Stadion halbvoll... könnt ihr euch nur ansatzweise vorstellen was abgeht wenn Borussia Mönchengladbach mal wieder im europäischen Fußball spielt?
...und wir holen den dfb-pokal und wir werden deutscher Meister, Meister!
Favre wird noch ein bißchen bleiben, denn gehen tut man wenns am schönsten ist, und noch haben wir nichts erreicht. Die 10 Punkte können bei dem Hammerauftakt leicht schmilzen, ein Unentschieden zum Auftakt, 3-4 Punkte aus den ersten drei Spielen und wir sin in der Spur, weißte, dann hört das Gelaber auf und so. ;-)
Im Nachhinein sind die 17 Millionen schon cool, frag mal die ganzen kleineren Ruhrpottclubs, kommt drauf an was man draus macht...
Ey, laßt uns Gladbacher mal auf Europa los, dann zeigen wir denen schon wo der Frosch die Locken hat!
Pro Revierfuppes, Glück auf!
Genau so is dat.......