Herrmann macht den Hahn - Gladbach profitiert von Konkurrenzkampf

Erster Startelfeinsatz, erstes Pflichtspieltor: Patrick Herrmann traf für Borussia Mönchengladbach gegen Villarreal.
Erster Startelfeinsatz, erstes Pflichtspieltor: Patrick Herrmann traf für Borussia Mönchengladbach gegen Villarreal.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Etwas überraschende setzte Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre beim Europa-League-Auftakt auf Patrick Herrmann statt André Hahn. Doch der Ur-Gladbacher dankte es dem Trainer mit einem Tor.

Mönchengladbach.. Dass Trainer Lucien Favre rotieren lassen wird, war vor dem Europa-League-Auftaktmatch zwischen Borussia Mönchengladbach und Villarreal FC nicht nur klar, sondern auch „logisch“. Der Schweizer Fußballlehrer weiß, dass die Erholungspausen für seine Spieler in den kommenden Wochen arg begrenzt sind. Gegen den spanischen Klub wechselte Favre auf zwei Positionen: Branimir Hrgota spielte für Raffael und André Hahn blieb auf der Bank, für ihn durfte Patrick Herrmann seinen ersten Pflichtspieleinsatz von Beginn an in dieser Saison feiern.

Hand-Elfmeter Hahn und Herrmann liefern sich im Training und in der noch jungen Spielzeit den wohl größten Konkurrenzkampf bei der Borussia. War Herrmann, das Gladbacher Ur-Gestein, in der vergangen Saison noch der Auswechselkönig – mit 29 Auswechslungen stellte der Saarländer einen neuen Bundesligarekord auf – hatte er bislang eher die Rolle des Jokers inne. Neuzugang André Hahn, pfeilschneller Offensivmann aus Augsburg, durfte meist starten und erzielte schon fünf Pflichtspieltreffer – davon als „Dosenöffner“ viermal das wichtige erste Tor.

Großer Konkurrenzkampf bei Gladbach

Statt zu schmollen nahm Herrmann die Situation bislang sportlich und rief seine Leistung immer dann ab, wenn er eingesetzt wurde. „Patrick war bereit, er hat sehr gut gespielt. Das ist sehr wichtig“, sagte Favre nach dem deutlichen 4:1-Sieg gegen Schalke in der Bundesliga. Herrmann spielte eine Halbzeit lang und überzeugte. Sein Lohn: Gegen Villarreal durfte der 23-Jährige sein Startelfdebüt feiern und stand Hahn in nichts nach. In der 21. Minute erzielte Herrmann die Führung für die Hausherren. Der Jubel beim Offensivmann war dementsprechend groß. „Klar“, habe ihn die Situation gewurmt, gibt Herrmann nach dem Spiel zu. „Aber ich habe schon öfter gesagt: ‚Wenn ich von der Mannschaft und vom Verein gebraucht werde, bin ich da. Das habe ich heute gezeigt.’“

Europa League Der Außenspieler ging hohes Tempo, beackerte das Feld an den Linien und war sich für keinen Zweikampf zu schade. Nach 74. Minuten kam dann Hahn für Herrmann. Umgekehrte Reihenfolge. Der ehemalige U21-Nationalspieler freute sich über seinen ersten Treffer: „Es ist nicht immer entscheidend, Tore zu machen, aber es hat heute einfach super reingepasst.“ Herrmann passt in die Mannschaft. Hahn allerdings auch. Dieser Konkurrenzkampf tobt auch auf anderen Positionen und er verdeutlicht eins: Borussia Mönchengladbach hat in der Breite enorm an Qualität zugenommen. Wichtig, wenn der Klub möglichst lange auf drei Hochzeiten – Bundesliga, DFB-Pokal und eben Europa League – tanzen will.

Herrmann hat seine Visitenkarte abgegeben

Wo er in der Mannschaft momentan steht, könne Herrmann nach dem gelungenen Auftritt allerdings nicht sagen. Da müsse man „den Trainer fragen.“ Fakt sei aber, „dass wir auf den Außenpositionen gute Spieler haben. Ob es jetzt reicht, das nächste Spieler wieder von Anfang an zu machen, kann ich selber nicht entscheiden.“

Natürlich würde es ihn freuen. Denn es ist das Rheinderby gegen die Rivalen des 1. FC Köln. Eine Visitenkarte für die Partie am Sonntag (17.30 Uhr/live bei uns im Ticker) hat Herrmann beim Trainer abgegeben.