Hanke will mit Gladbach vor Weihnachten Schalke schlagen
20.12.2011 | 20:19 Uhr 2011-12-20T20:19:28+0100
Mönchengladbach. Schalke soll an diesem Mittwoch im DFB-Pokal-Achtelfinale spüren, dass Gladbachs Mike Hanke einen Reifeprozess hinter sich hat. „Jetzt bin ich klarer im Kopf, und das merkt man auch auf dem Platz“, sagt der 28-Jährige. Der Ex-Schalker fühlt sich zum Führungsspieler der Borussia gereift.
Mike Hanke kommt gut aufgelegt zum Gespräch. Die alten Zeiten, da er noch auf Schalke gespielt hat, sind lange her, aber der Stürmer hat sie ohnehin hinter sich gelassen. Vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale an diesem Mittwoch (20.30 Uhr, live in der ARD und im DerWesten-Ticker) zwischen Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 sagt Hanke, dass es den lauten Draufgänger von einst, der häufig aneckte, nicht mehr gibt. Mit 28 Jahren wähnt er sich gereift. Zum Führungsspieler der Borussia.
Herr Hanke, Sie haben zwölf Länderspiele absolviert, aber das letzte liegt vier Jahre zurück. Fühlen Sie sich eigentlich als Nationalspieler oder als Ex-Nationalspieler?
Mike Hanke (überlegt): Ex-Nationalspieler? Schwer zu sagen. Das sollen andere beurteilen. Für mich ist wichtig, dass ich hier in Mönchengladbach einen guten Job mache. Da denke ich zurzeit gar nicht an die Nationalmannschaft.
Dabei spielen Sie derzeit aber die gefühlt beste Saison Ihrer ganzen Karriere.
Hanke: Ich denke, dass ich in Hannover in der ersten Saison auch ganz gut gespielt habe. Aber Mönchengladbach ist sicher die beste Station meiner Karriere, das kann ich sagen. Mannschaft, Trainer, Umfeld – alles ist hervorragend. Hier fühle ich mich sehr wohl und kann mich weiter entwickeln.
Dabei sah es vor einem Jahr, als Sie von Hannover nach Mönchengladbach gekommen sind, fast nach Verzweiflung aus: Der damals abgeschlagene Tabellenletzte holte einen Spieler, der bei der Konkurrenz in der Versenkung verschwunden war.
Hanke: So habe ich das nicht empfunden, zum Schluss habe ich in Hannover schon noch meine Einsätze gehabt. Und Verzweiflung gibt’s bei mir ohnehin nicht. Ich war von Gladbach einfach überzeugt – deswegen habe ich den Schritt gewagt. Ich wäre nicht hierhin gewechselt, wenn ich geglaubt hätte, dass wir sowieso absteigen. Und dieses Vertrauen in die Mannschaft, dieser Optimismus, hat uns ja auch den Klassenerhalt gebracht.
Ein Duckmäuser waren Sie nie. Brauchte Mönchengladbach so einen Typen, der selbstbewusst voran geht?
Hanke: Früher habe ich für meine Art ja viel auf die Fresse bekommen. Und ich habe auch genug Fehler gemacht, aber ich kann sagen, dass ich daraus gelernt habe. Und deswegen waren die Fehler im Nachhinein sogar gut für mich.
Was konkret?
Hanke: Die Fehler behalte ich lieber für mich.
In anderen Vereinen sind Sie mit Ihrer direkten Art manchmal angeeckt.
Hanke: Im Grunde ist es hier nicht anders als bei anderen Klubs: Auch bei uns gibt es mal Meinungsverschiedenheiten in der Kabine, aber das wird sofort geklärt, und niemand ist danach beleidigt. Und so etwas kann ja auch positiv sein. Ich glaube schon, dass ich der Mannschaft mit meiner Art etwas geben kann, aber ich bin auf meinen letzten Stationen einfach auch gereift.
Also sind Sie nicht mehr der Draufgänger, der Sie in jungen Jahren waren?
Hanke: Nein – das hat sich auf jeden Fall geändert. Ich bin ruhiger geworden, habe eine tolle Familie, meine Freundin Jenny und meine Kinder Janatha-Fey und Jayron-Cain, die mir sehr geholfen haben. Jetzt bin ich klarer im Kopf, und das merkt man auch auf dem Platz.
Also vom Draufgänger zum Führungsspieler?
Hanke: Diese Rolle ergibt sich von allein. Ich bin einer der Ältesten bei uns, habe mehr als 220 Bundesliga-Spiele – die zweitmeisten in unserer Mannschaft. Von daher ist es meine Pflicht, vorweg zu gehen.
Auch auf dem Platz ist Ihre Rolle neu: Früher galten Sie als Torjäger, aber heute nimmt keiner Anstoß daran, dass Sie erst drei Bundesliga-Treffer erzielt haben.
Hanke: Unser Trainer Lucien Favre hat erkannt, wo meine Stärken sind. Ich komme jetzt mehr aus der Tiefe, bereite viele Tore vor. Meine neue Rolle ist heute eine Mischung aus der Nummer neun und der Nummer zehn. Ich glaube, dass ich der Mannschaft gerade in schwierigen Phasen in dieser Rolle Halt gebe.
Die Borussia hat die beste Hinrunde seit 35 Jahren gespielt. Macht das stolz?
Hanke: Ja, natürlich. Dieser Verein hat eine so große Tradition, hat so viel erreicht, und nun stehen wir so weit oben – faszinierend. Und das nach dem Abstiegskampf im letzten Jahr. Diesen Moment genießen wir, aber wir wissen auch, wie schnell es wieder nach unten gehen kann. Es ist gar nicht so schwer, dort oben mal hinzukommen – das Schwierigste ist, dort oben auch zu bleiben.
Und dieses Jahr könnten Sie nun noch mit einem Erfolg im DFB-Pokal gegen Titelverteidiger Schalke krönen.
Hanke: Das wird spannend. Die Schalker sind Favorit, gegen Bremen haben sie riesig gespielt. Die Zuschauer können sich auf einiges freuen.
Und Sie freuen sich auf den Verein, bei dem für Sie in der Bundesliga 2002 alles angefangen hat?
Hanke: Na ja, es ist langsam schon Normalität für mich, gegen Schalke zu spielen – sieben- oder achtmal habe ich das schon erlebt. Nur ein Tor habe ich dabei noch nie geschossen.
Als Jung-Profi haben Sie davon geschwärmt, ein Schalke-Fan gewesen zu sein…
Hanke: Das war ich ja auch – nur ändert sich das dann, wenn du Profi wirst. Meine Familie besteht aber immer noch aus lauter Schalke-Fans. Da freue ich mich schon auf Weihnachten mit der Familie in Hamm, wenn ich mit einem Lächeln komme, weil wir gegen Schalke gewonnen haben...

13:26
Seine Kinder heissen Janatha-Fey und Jayron-Cain ..wann feiern die Namenstag?
;-)
10:41
Die Fans von Gladbach freuen sich auf einen Sieg heute Abend...für Blassblau reicht da auch ein angeblich zweitklassiger Stürmer.
Aber nicht, wenn man die letzten Buli-Spiele als Maßstab nimmt .. dann dürfte es ein 0-4 geben.
gell?
3:1 gegen die Himbeertörtchen
10:33
Was will man von einem zweitklassigen Stürmer auch anderes erwarten. Der S04 hatte sich damals bestimmt nicht von ihm getrennt, weil er so exorbitant gut war!
Er war nicht zweitklassig, von der Anlage her ebenbürtig mit Podolski, aber charakterlich nicht reif genug, deshalb wollte ihn Assauer loswerden - zu Recht.
09:59
...tja, Mike... da wird Weihnachten wohl nur der Rest der Familie lächeln!!! ;-)
09:55
wünsche mir ein faires und schönes spiel, nicht der glücklichere ,sonder der bessere soll gewinnen.
natürlich wünsch ich mir als schalker urgestein, einen sieg vom S04.
Glück-Auf
Fair -Play
08:34
...wenn ich mit einem Lächeln komme, weil wir gegen Schalke gewonnen haben...
Schön dass uns Mike das Spiel im Kopf schon abgehakt hat. Was das mit Reife zu tun hat, muss mir mal wer sagen. Da schiesst der Junge mal 2 schöne Tore und schon hebt er ab. Wird sicherlich nicht einfach für Schalke aber ich sehe Schalke klar vorne!