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Gladbachs Trainer Favre spielt in Europa mit dem Feuer

19.09.2012 | 14:02 Uhr
Gladbachs Trainer Favre spielt in Europa mit dem Feuer
Luuk de Jong (2.v.r.) und Juan Arango (r.) werden bei AEL Limassol nicht auflaufen. Foto: imago

Borussia Mönchengladbach verzichtet auf Zypern in der Europa-League-Partie beim zyprischen Meister AEL Limassol auf die drei Stammkräfte Filip Daems, Juan Arango und Luuk de Jong. Gladbachs Trainer Lucien Favre argumentiert mit der "hohen Belastung", diese Entscheidung kann allerdings auch nach hinten losgehen. Ein Kommentar.

Ohne drei Stammspieler reist Borussia Mönchengladbach nach Zypern, um in der Europa League bei AEL Limassol die ersten Punkte einzufahren. Der Verzicht auf Kapitän Filip Daems, Spielmacher Juan Arango und Stürmer Luuk de Jong ist für Borussias Trainer Lucien Favre aber ein Spiel mit dem Feuer. Der Schweizer begründet seine Entscheidung damit, "bei diesem Rhythmus, den wir haben, die Belastung verteilen" zu müssen. Man könne "nicht mit zwölf bis 13 Spielern durch die Saison gehen", erklärt Favre. Mit der Aussage hat der 54-Jährige sicherlich Recht. Allerdings folgt auch ein großes "Aber".

Findungsphase contra hohe Belastung

Die Mannschaft vom Niederrhein ist immer noch in der Findungsphase. "Das Rückgrat" (Favre) hat Gladbach vor der Saison verlassen. Roman Neustädter (FC Schalke 04), Dante (FC Bayern München) und vor allem Marco Reus (Borussia Dortmund ) muss der Coach ersetzen und es gilt die Neuzugänge Granit Xhaka, Alvaro Dominguez und de Jong einzubauen. Das geht nur durch Spielpraxis und Wettbewerb.

Twinterview
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Alvaro Dominguez muss selbst zwischen zwei Trainingeinheiten „ran“. Der Spanier von Borussia Mönchengladbach spricht im Interview via Twitter über seinen neuen Verein, die Nationalmannschaft und das Aus in den Champions-League-Playoffs. "Wir werden aus den Fehlern lernen", ist sich Dominguez sicher.

Xhaka und Dominguez werden im Europapokal spielen. Aber vor allem der niederländische Top-Stürmer, der für zwölf Millionen Euro von Twente Enschede nach Mönchengladbach wechselte, steht trotz des Treffers gegen Nürnberg in latenter Kritik , er brauche zu lange, um sich an das neue System zu gewöhnen. De Jong zu Hause zu lassen, ihm eine Art "schöpferische Pause" zu gönnen, ist ein mutige Entscheidung. Riskant, leichtsinnig und vielleicht sogar arrogant könnte man diese Aktion auch bewerten. Allerdings muss der Tabellenvierte der vergangenen Bundesliga-Saison mit den verbleibenden 21 Spielern im Kader den Anspruch haben, auch ohne drei Stammkräfte beim zyprischen Meister zu bestehen.

Ergebnis entscheidet über die Bewertung Favres Entscheidung

Nach 90 Minuten auf Zypern wird Favres Entscheidung, auf diese Spieler zu verzichten, am Ergebnis gemessen. Gewinnen die Fohlen bei AEL Limassol, wird zu lesen sein: Alles richtig gemacht. Geht der Auftakt im Europapokal in die Hose, wird sich Favre rechtfertigen müssen. Es ist eben ein Spiel mit dem Feuer.

David Nienhaus

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Kommentare
20.09.2012
12:06
Jetzt ist es an der Mannschaft das Vertrauen des Trainers zurück zu zahlen!
von Borussenecho | #2

Da sage noch jemand, Favre sei nicht für Überraschungen gut! Er ist durchaus ein Trainer, der sich den gegebenen Situationen und Voraussetzungen anpassen kann. Mutig, diese Entscheidung! Und das in einer Zeit, in der so manch ein Borussen-Fan schon am Rad dreht und sich zu unverhältmässiger Kritik an den Schweizer hinreissen lässt.
Dabei tut Favre genau das Richtige! Die Saison ist lang. Bis zur Winterpause sind noch einige kräftezehrende englische Wochen zu bewältigen!
Warum da nicht ab und an, einigen Eckpfeilern (oder im Falle von de Jong ein zukünftiger) eine Pause gewähren und sie für wichtigere Spiele schonen?!

Favre wägt genau ab, was er macht. Das ist sein Naturell! Zudem schenkt er den Spielern aus der 2. Reihe sein Vertrauen!
Viele Varianten hat er während der Vorbereitungszeit ausprobiert.Einige haben ihn überzeugt.Er setzt nun genau auf diese möglichen Alternativen!

Nun liegt es an den Spielern, ihrem Trainer dieses Vertrauen mit einer guten Leistung zurück zu zahlen!

19.09.2012
18:48
Warum nimmt er sie nicht wenigstens mit?
von ruhrgebieti | #1

Die Spieler erstmal auf die Bank zu setzen, ist wegen der englischen Wochen durchaus nachvollziehbar. Aber abgesehen von der psychologischen Komponente mannschaftliche Geschlossenheit hätte man sie auch dabei, wenn etwas schiefgeht und man in den letzen Minuten einem Rückstand hinterherläuft.

Normalerweise hält man sich doch wenigstens diese Option offen.

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