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Gladbachs Trainer Favre sendet Warnsignale

11.09.2011 | 21:20 Uhr
Gladbachs Trainer Favre sendet Warnsignale
Borussia Moenchengladbach - 1. FC Kaiserslautern

Gladbach.   Die Gladbacher Borussia hat sich dank des Sieges gegen Kaiserslautern vorläufig in der Spitzengruppe festgesetzt. Doch Trainer Lucien Favre rechnet unverändert mit einer "extrem schwierigen Saison". Seine Botschaft: Niemand soll sich ausruhen.

Juan Arango wollte nichts sagen. Die Journalisten hatten extra einen Mitarbeiter der Pressestelle gebeten, in die Kabine zu gehen, um den Gladbacher Mittelfeldspieler zu holen. Doch der Angestellte kam mit einem Schulterzucken zurück. Arango, der Torschütze, der die Borussia zum 1:0-Sieg über den 1. FC Kaiserslautern geschossen hatte , dachte nicht daran, sich überreden zu lassen. Kein Wort. Innenverteidiger Dante, der sich bereit erklärt hatte, als Übersetzer zu helfen, nahm’s mit einem nachsichtigen Lächeln zur Kenntnis. So sei er eben der Mannschaftskollege, eher der große Schweiger.

Streng genommen musste Juan Arango auch gar nicht so viel sagen. Er hatte Taten sprechen lassen an diesem Tag. Er war viel gelaufen, er hatte sein bisweilen erkennbares Phlegma abgelegt, er hatte den Ball immer wieder gut behauptet, aber vor allem hatte er – technisch stark - einen Ball volley ins Netz gehämmert und damit dafür gesorgt, dass die Stimmung in Gladbach zuversichtlich bleibt.

Nach der Niederlage auf Schalke gab es beim VfL ja durchaus die Befürchtung, dass die aufkommende Euphorie nach dem erfolgreichen Saisonstart mit dem Sieg bei den Münchner Bayern wieder verpuffen könnte. Schließlich waren es gerade die Lauterer, die den Borussen die einzige Heimniederlage unter Trainer Lucien Favre hinzugefügt hatten.

Ter Stegen hält "Unhaltbaren"

Doch die Sorgen waren unberechtigt. Auch dank Marc-Andre ter Stegen, der einen beinahe unhaltbar erscheinenden Fallrückzieher von Lauterns Christian Tiffert noch über die Querlatte lenken konnte. Tatsächlich ist der junge Gladbacher Torwart weit davon entfernt, einen Ball in den eigenen Kasten zu fausten, und so landete die Borussia, die nach einer guten Anfangsphase einige Kreativpausen einlegte, am Ende einen verdienten Arbeitssieg.

„Das war wichtig“, atmete Trainer Lucien Favre auf. „Nach einer unglücklichen Niederlage wollten wir unbedingt gewinnen.“ Zehn Punkte hat seine Mannschaft jetzt geholt. Um auf diese Ausbeute zu kommen, hatte man in der vergangenen Saison siebzehn Spiele gebraucht. In dieser Saison haben fünf gereicht. Aber mit diesem Vergleich will sich der Fußball-Lehrer gar nicht beschäftigen. „Ich bin sehr zufrieden, aber ich weiß, dass es eine extrem schwierige Saison wird.“

Gladbach besiegt Lautern

Um alle Schwierigkeiten zu meistern, bemüht sich der Trainer, die Spannung hoch zu halten. Nicht nur mit Worten, auch mit Taten. Damit dass Havard Nordtveit und Martin Stranzl eine Pause bekommen würden, war jedenfalls kaum zu rechnen. Es waren Entscheidungen, die man getrost als Signal an die Mannschaft interpretieren kann. Und zwar als Warnsignal. Die Botschaft lautet: Niemand darf sich ausruhen, jeder muss sich immer wieder in die Mannschaft kämpfen.

Die nächste Möglichkeit um das zu tun, bietet sich am nächsten Samstag, dann reisen die Borussen zum Hamburger SV. Eine Woche später kommt der 1. FC Nürnberg nach Gladbach. Durchaus schlagbare Teams. Die Gelegenheit, um weiter etwas fürs Punktekonto zu tun, ist also günstig.

Ausdrückliches Lob

„Wir sind auf einem guten Weg, dürfen aber keinen Prozent nachlassen“, betonte Thorben Marx, der diesmal für Nordtveit zum Einsatz kam. Offenbar nur eine Momentaufnahme. „Nächste Woche kann die Aufstellung wieder anders aussehen“, erklärte der Trainer, der dem pausierenden Martin Stranzl bescheinigte, noch nicht „über die letzten fünf Prozent“ seiner Leistungskraft zu verfügen.

Ein ausdrückliches Lob verteilte der Schweizer Coach an Juan Arango.„Ein Super-Tor“, befand Favre. Immerhin. Sogar vom Torschützen wurde später unter den Journalisten dann doch noch eine Aussage kolportiert. „Ich bin voll da und brenne“, soll er gesagt haben, ehe er nach der Partie schnurstracks in die Kabine marschiert sei.

Artur vom Stein

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