Gladbachs Trainer Favre schützt die Verlierer aus Schalke

Der Wegweiser: Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre (l.)
Der Wegweiser: Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre (l.)
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
"Wir haben Schalke aus dem Stadion geschossen", feierte Andre Hahn den 4:1-Erfolg der Gladbacher. Sein Schweizer Cheftrainer Lucien Favre drosselte hingegen nach dem klaren Sieg seiner Borussen die Euphorie und verweist auf die Sorgen der Keller-Elf.

Mönchengladbach.. Im Spielertunnel trafen sich nach der Partie Lucien Favre und André Hahn. Borussia Mönchengladbachs Trainer umarmte den zweimaligen Torschützen, dann flüsterte er ihm etwas ins Ohr, und Hahn lächelte sichtbar zufrieden. Die beiden gaben ein Bild der Harmonie ab.

"Haben Schalke aus dem Stadion geschossen"

Bei der Bewertung des deutlichen 4:1-Sieges gegen Schalke gingen die beiden allerdings getrennte Wege. Der vor der Saison aus Augsburg gekommene und in Gladbach auf Anhieb eingeschlagene Spieler, der mit einem perfekten Schuss in den Winkel das wichtige 1:0 besorgt und in der zweiten Hälfte per Kopfball zum 2:0 nachgelegt hatte, triumphierte euphorisch: „Wir haben die Schalker aus dem Stadion geschossen!“

Der Trainer hingegen fühlte sich der Mäßigung verpflichtet. Auch Lucien Favre bilanzierte zwar, dass der Sieg verdient gewesen sei, doch er hatte auch gesehen, dass „Schalke klare Chancen hatte“. Ein durchaus mögliches 1:1 vor der Pause, von Eric Maxim Choupo-Moting leichtfertig vergeben, „hätte vielleicht alles geändert“, meinte der Schweizer.

Gladbach Es ehrt Favre, dass er bei seiner Analyse den am Boden liegenden Gegner mit Samthandschuhen berührte. „Bei Schalke fehlten viele Spieler, fast die gesamte Abwehr“, betonte der Trainer. „Es ist schwer, das zu kompensieren.“

Bei seinem Team dagegen liefen die Angriffe zum Teil wie am Reißbrett entworfen. Nicht nur An­dré Hahn spielte überragend, vorne brillierten auch Regisseur Raffael und Rückkehrer Max Kruse. Und Yann Sommer hielt so, dass niemand mehr von Marc-André ter Stegen sprach. Gladbach hat mit seinem ersten Saisonsieg ein markantes Zeichen gesetzt.