Gladbachs Stranzl bei Lazio Rom ein Einzelkämpfer

Niedergeschlagener Einzelkämpfer: Der österreichische Innenverteidiger Martin Stranzl blieb der einzige kleinere Lichtblick in Gladbachs dunkler Stunde.
Niedergeschlagener Einzelkämpfer: Der österreichische Innenverteidiger Martin Stranzl blieb der einzige kleinere Lichtblick in Gladbachs dunkler Stunde.
Foto: Sebastian Widmann/dapd
Was wir bereits wissen
Bei einem blutleeren Auftritt von Borussia Mönchengladbach im Europapokal bei Lazio Rom konnte nur der Österreicher Martin Stranzl zur Normalform finden. Der Innenverteidiger klärte zweimal in höchster Not. In der Einzelkritik macht das die Note 3.

Rom.. Noten von 3 bis 5,5: Gladbach erwischte in Rom einen rabenschwarzen Abend. Diskutieren Sie mit uns die Leistung der Borussia in der "ewigen Stadt".

Die Einzelkritik in Reintext

Marc-André ter Stegen: Beim ersten Gegentor war Gladbachs Schlussmann Marc-André ter Stege noch machtlos, beim zweiten Treffer mindestens genauso beteiligt wie seine Vorderleute. Klatsche den Ball nur schwach zur Seite ab (33.), wie auch noch mal kurz vor der Halbzeit (45.). Überheblich mit dem Fuß am Ball gegen Lulic (29.). Der Torwart war kein sicherer Rückhalt seiner Mannschaft. Note: 5

Tony Jantschke: Der Außenverteidiger der Borussia hatte Glück, dass die Römer wenig über seine Seite probierten. Deshalb wenig gefordert. Trat allerdings beim 2:0 für Lazio unverständlicherweise den Rückzug an und ließ Radu schießen. Jantschke konnte insgesamt nur bedingt Aktionen in die Offensive verzeichnen. Note: 4,5

Martin Stranzl: Würde man vom "Fels in der Brandung" sprechen, wäre es übertrieben. Aber der Innenverteidiger war Gladbachs "Bester" in Rom und klärte souverän und in letzter Sekunde gegen Floccari und Candreva. Stranzl war zweikampfstärkster Borusse und hatte in der zweiten Hälfte sogar zwei kleine Kopfball-Chancen. Note: 3

Alvaro Dominguez: Der totale Blackout vom spanischen Innenverteidiger in der neunten Minute ist nicht zu erklären. Gladbachs erfahrenster Europapokal-Teilnehmer (!) versuchte Candreva überheblich auszuspielen, das ging aber nach hinten los - im wahrsten Sinne des Wortes. Dominguez agierte danach ängstlich und verhalten - so hat man ihn in dieser Saison noch nicht spielen gesehen. Note: 5,5

Oscar Wendt: Erneut sah sich der Schwede häufig dem agilen Antonio Candreva gegenüber und wie im Hinspiel musste Wendt die Aufgabe meist alleine klären, weil schlecht gedoppelte wurde. Der Abwehrspieler war deshalb fast ausschließlich mit Defensivaufgaben betreut, so dass Offensivakzente nicht möglich waren. Note: 4

Thorben Marx (bis 79.): Man kann dem Sechser nicht vorwerfen, er hätte nicht hart gearbeitet. Der Routinier in Gladbachs Team war bemüht, einen kontrollierten Spielaufbau zu gestalten - erfolglos. Die Fehlerquote war auch bei Marx zu hoch. Beim 2:0 der Römer schaut Marx nur zu. Note: 4,5

Havard Nordtveit: Auch der Norweger fand zu keiner Minute zu seinem körperbetonten Spiel. Nordtveit hatte keinen Zugriff auf seine Gegenspieler im Mittelfeld und war zu unsicher im Spielaufbau. Hindert beim 2:0 Radu nicht am Schuss. Mit einigen Schnitzern bei einfachen Pässen. Note: 5

Tolga Cigerci (bis 69.): Wenn sich etwas in der Offensive bei der Borussia tat, war meist Cigerci, der zentral im Mittelfeld spielte, daran beteiligt. Der Youngster hatte in der Anfangsphase einige gute Ideen (22.), ließ dann aber stark nach und seine Fehlerquote wuchs. Note: 4,5

Juan Arango (bis 52.): Rom verstand es, dem "Zauberfuß" der Gladbacher früh den Spaß am Spiel zu nehmen. Immer wieder nahm Arango Rasenkontakt auf und wurde unsanft gestoppt. Deshalb wahrscheinlich kaum im Spiel und nach gutem Beginn völlig unsichtbar. Auch bei den Standards ein Schatten seiner selbst. Musste verletzt aus der Partie - sein Einsatz gegen den BVB steht auf der Kippe. Note: 5

Patrick Herrmann: Der U21-Nationalspieler rackerte und arbeitete und hing doch ebenso wie sein Sturmpartner de Jong zumeist nur in der Luft. Konnte den Pass von Cigerci nicht verwerten (22.) und scheiterte auch zentral vorm Tor in der zweiten Hälfte (86.). Zum Schluss fehlte Herrmann die Puste. Note: 4

Luuk de Jong: Auch der Holländer war fleißig, hatte aber in Mittelfeldregionen eigentlich nichts zu suchen. Musste sich aber immer tief fallen lassen, weil er den Ball sonst gar nicht gesehen hätte. Im Sturmzentrum mit ungewohnten Problemen mit dem Spielgerät. Erst in den letzten 15 Minuten etwas stärker. Note: 5

Amin Younes (ab 52.): Der kleine Dribble-Künstler kam kurz nach dem Seitenwechsel und führte sich gleich mit starken Szenen ein. Stellte mit seinen Slalomläufen die Römer vor Probleme, im Abschluss hatte Younes aber Pech. Schwache Szene, als er einen Elfer schinden wollte (77.), statt auf das leere Tor zu schießen. Note: 4

Mike Hanke (ab 69.): Der Stürmer hatte in der Schlussphase zwei gute Szenen, bleib aber glücklos. Ohne Note

Granit Xhaka (ab 79.): Durfte für eine Viertelstunde im Stadio Olimpico spielen. Ohne Note