Gladbachs Plan mit Weltmeister Christoph Kramer

Großer Jubel bei Weltmeister Christoph Kramer. Bei seiner Rückkehr zu Borussia Mönchengladbach erzielte er gleich ein wichtiges Tor.
Großer Jubel bei Weltmeister Christoph Kramer. Bei seiner Rückkehr zu Borussia Mönchengladbach erzielte er gleich ein wichtiges Tor.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Christoph Kramer kam, sah und schoss das Gladbacher Ausgleichstor zum 1:1 gegen den VfB Stuttgart. Der Weltmeister strahlt Selbstbewusstsein aus und verhindert die Auftaktniederlage der Borussia. Dabei ist er noch nicht bei hundert Prozent.

Mönchengladbach.. Die gute Nachricht vorab: Christoph Kramer kann sich an alles erinnern. Der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach nimmt Maß, trifft den Ball perfekt und versenkt den Ball zum 1:1-Ausgleich gegen den VfB Stuttgart im Netz. Der Rest ist Jubel. Es lief schon die Nachspielzeit in der ersten Bundesligapartie der Saison, die Gladbach wohl mit einer Niederlage beginnen würde – bis der Weltmeister kam.

In der 73. Minute brachte Lucien Favre Kramer ins Spiel und er trat postwendend dominant in Erscheinung. Das Flair eines Gefeierten. Nur 60 Sekunden stand der 23-Jährige auf dem Platz, schon bediente er Thorgan Hazard mit einem Zuckerpässchen, das Kennern das Wasser im Munde zerlaufen lässt. Der Belgier hämmerte den Ball an den Pfosten und Kramer sorgte für ein „Hallo wach!“ in einer Partie, in der die Borussia den Ball einfach nicht über die Linie bekommen wollte.

„Dafür ist unser Weltmeister da"

Gladbach „Wenn man einen Weltmeister auf der Bank hat und ihn noch bringen kann, wenn ein Segel klemmt, zumindest beim Tore schießen, dann ist das schon angenehm“, lachte Sportdirektor Max Eberl nach dem Spiel und André Hahn flachste: „Dafür ist unser Weltmeister da. Wirklich Wahnsinn.“ Der Weltmeister wollte eigentlich gar nicht so viel über sein Tor sprechen. Viel zu begeistert war er von seinem feinen Heber auf Hazard. Den Lupfer wolle er herausheben aus seiner Spielleistung heute, sagte er stolz: „Der war schön, oder nicht?“

„Er ist mit viel Power reingekommen und das hat uns als Mannschaft sehr geholfen“, sagte Torwart Yann Sommer, der Kramer als „tolle Persönlichkeit“ beschrieb. Dass Kramer Tore schießt, ist allerdings keine Auswirkung des Turniers in Brasilien. „Er hat letztens im Training noch erzählt, dass er ein Tor schießen muss, weil er seine Serie aufrecht halten wolle“, erzählte Hahn nach dem Spiel. Kramer traf in den beiden letzten Saisonspielen der vergangenen Saison und er wolle „seine hundertprozentige Quote halten. „Das kann natürlich so weitergehen, auch wenn das mehr im Scherz gesagt worden“, lachte der gefeierte Held nach Schlusspfiff, erschöpft sah er nicht aus.

Kramer noch nicht bei hundert Prozent

Hrgota An einen Einsatz über die volle Spielzeit aber wolle er noch nicht denken. Mit Favre sei das so abgesprochen gewesen, dass er gegen den VfB von der Bank komme. „Ich lebe von der Fitness und bei mir sind noch keine 90 Minuten drin“, so Kramer. Eine Halbzeit bis 60 Minuten seinen jetzt schon drin und das „er werde sich peu à peu steigern“, erklärte Kramer im Trainer-Sprech. „Er ist intelligent und versteht die Situation“, weiß der Schweizer Trainer. „Vollkommen okay“, sei das für Kramer der sagte, es sei schwer einzuschätzen, „bei wie viel Prozent ich jetzt bin.“ Er sei kein Zauberfußballer, den man mal bei mit 50 Prozent einwechseln kann…“

Offenbar doch. Und wenn Kramer dann in „zwei Wochen spätestens“ in die Startelf drängt, wird es im defensiven Mittelfeld eng bei der Borussia. Vielleicht bringt ihn Favre sogar schon im Rückspiel der Europa-League-Qualifikation gegen FK Sarajevo. Der Coach grinste, als er das sagt - er hat ein Plan mit Christoph Kramer.