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Gladbachs Pechvogel Xhaka entschuldigt sich für Fehler

18.02.2013 | 12:24 Uhr
Gladbachs Pechvogel Xhaka entschuldigt sich für Fehler
Granit Xhaka konnte in Mönchengladbach noch nicht zum Leistungsträger avancierenFoto: imago

Mönchengladbach.  Nach der 0:1-Niederlage von Borussia Mönchengladbach beim Hamburger SV verschwand Granit Xhaka wortlos in den Kabinentrakt. Der 8,5-Millionen-Einkauf hatte eine Chance in der Startelf der Borussia erhalten, doch am Ende die Niederlage verursacht. Nun entschuldigte sich der Schweizer.

Mit den Journalisten wollte Granit Xhaka nach der 0:1-Niederlage beim Hamburger SV nicht sprechen . Er blieb kurz stehen, nahm die Kopfhörer aus seinen Ohren, schüttelte den Kopf und schlich deprimiert zum Mannschaftsbus der Gladbacher. Erst einen Tag später äußerte sich der Schweizer Nationalspieler über die Pleite in der Hansestadt, an der der 20-Jährige nicht unbeteiligt war.

"Weiß, dass es mein Fehler war"

„Ich weiß, dass es mein Fehler war“, sagte der Mittelfeldspieler auf der offiziellen Vereinshomepage der Borussen und beschrieb die Situation aus seiner Sicht: „Alvaro hat den Ball erobert und ihn halbhoch zu mir weiter gespielt. Ich wollte direkt zurückpassen, damit er einen neuen Angriff aufbauen kann. Leider ist mir der Ball beim Zuspiel etwas abgerutscht, wodurch Rudnevs dazwischen gehen konnte. Er hat den Ball sofort zu van der Vaart weiter gegeben und der hat aus mehr als 25 Metern Torentfernung sofort abgezogen. Dass der Ball unhaltbar rein gegangen ist, war doppelt bitter, denn es war die erste gefährliche Szene des HSV.“

Einzelkritik
Gladbachs Herrmann mit "Pferdelunge" in Hamburg

Obwohl Patrick Hermann am Donnerstag noch in der Europa League rannte, hatte die "Pferdelunge" noch Luft, um auch in Hamburg Gas zu geben. Doch nicht jeder nutzte seine Möglichkeit im Rahmen von Favres "Erholungsrotation": Während Younes sich empfahl, avancierte Granit Xhaka erneut zum Flop.

Wirklich zwingend waren die Hamburger auch nach der Führung nicht mehr. Umso bitterer ist diese Niederlage für die Mannschaft vom Niederrhein, die vor allem in der zweiten Hälfte auf den Ausgleich gedrängt hatte. Der Pechvogel ärgerte sich selbst am meisten. „Es tut mir leid für die Mannschaft, dass dieser sofort bestraft wurde.“

Xhaka in der Kabine von Kollegen aufgebaut

Schon in der Halbzeit habe ihn sein Team wieder aufgebaut und „mich in der Kabine super unterstützt“, erzählte Xhaka. So ein Fehler passiere jedem Spieler mal in seiner Karriere, nahm auch Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl den Druck vom 8,5-Millionen-Euro-Mann. „Da sieht man, wie brutal der Fußball manchmal ist: Granit macht einen groben Schnitzer und daraus fällt gleich das Tor.“ Es sei für ihn eine schwierige Situation und er bekomme die volle Unterstützung vom Verein. „Mir hat niemand einen Vorwurf gemacht. Im Gegenteil, alle haben mich wieder aufgebaut. So konnte ich mich in der zweiten Hälfte wieder auf unser Spiel konzentrieren und habe alles versucht, um meinen Fehler wieder auszubügeln“, erzählte Xhaka und Eberl ergänzte:  Er habe „in der zweiten Halbzeit auch dazu beigetragen, dass wir den Druck am Ende erhöht haben.“

Gladbach
Gebrauchter Tag für Gladbachs Granit Xhaka

Granit Xhaka verschwand wort- und kommentarlos die Katakomben der Fußball-Arena in Hamburg. Jedes Wort war ihm zuviel nach der 0:1-Niederlage beim HSV. Dabei war unter der Woche noch von der Wertschätzung zu lesen, die der Trainer Granit Xhaka entgegenbringt - allerings der der Gegenpartei.

Unter dem Strich aber blieb Gladbach ohne Punktgewinn, verlor das Spiel und wichtige Punkte im Kampf um die Europapokalplätze. Auch Granit Xhaka nervte die Pleite: „Sehr bitter und sehr, sehr ärgerlich“ sei das Endergebnis – und natürlich auch die Situation, in der sich der Internationale immer noch befindet. War Xhaka beim FC Basel Leistungsträger, kommt er in seinem neuen Verein noch nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. Aufgeben will der selbstbewusste Mittelfeldspieler aber nicht. „Ich bin Fußbalprofi und wenn ich nicht darum kämpfen würde auf dem Platz zu stehen, hätte ich den Beruf verfehlt.“ Doch es ginge nicht darum irgendetwas zu fordern, „sondern sich mit Leistung im Training anzubieten.“ Das sieht auch Gladbachs Trainer Lucien Favre so. „Jeder Spieler hat die Chance, sich auf dem Trainingsplatz wieder zu beweisen“ – das gilt auch für Granit Xhaka.

David Nienhaus



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