Gladbachs kluge Politik
12.02.2012 | 20:12 Uhr 2012-02-12T20:12:00+0100
Wenn Fußballrealisten nicht vom Schicksal in die Arme des FC Bayern München getrieben wurden, steht ihr Leben immer unter dem Verdacht, trister zu sein als ein leeres Stadion. Fußballrealisten müssen nämlich die Meinung vertreten, dass sich am Ende, wenn der Saison die Rechnung gemacht wird, die Qualität einer Mannschaft durchsetzt. Und weil Qualität käuflich ist, steht dann unter dem Strich eben gewöhnlich: der FC Bayern, das Ensemble der Festgeldkontobesitzer aus Deutschlands prallem Lederhosensüden.
Insofern scheint der Aufstieg von Borussia Mönchengladbach in die lichte Tabellenregion ein Fall für Romantiker zu sein, ein Fall, der gegen jede Möglichkeit die Umwandlung des Fantastischen in Realität demonstriert. In der vergangenen Saison erst in der Relegation die Erstklassigkeit erhalten. Und jetzt: die nationale Größe Schalke entzaubert und im Gleichschritt mit den Bayern und der Dortmunder Borussia unterwegs. Fantastisch.
Was in Gladbach derzeit passiert, ist allerdings vor allem das Resultat kluger Personalpolitik. Und zwar insgesamt kluger Personalpolitik und nicht nur eines einzigen guten Griffes. Ohne Lucien Favre würde die Mannschaft sicher nicht diesen modernen, organisierten, inspirierten und zielorientierten Fußball zelebrieren. Die Verpflichtung des Trainers war also von höchster Bedeutung. Hätte Favre jedoch nicht diese Mannschaft zur Verfügung, dann wäre sein Leben trotz all seiner Fähigkeiten: trist.
Fast alle Spieler aber waren vor Favre in Gladbach. Und selbst verpflichtet wurde der Schweizer in einer Situation, in der andere Führungskräfte bei anderen Klubs einen Feuerwehrmann herbeigerufen hätten, einen Trainer, dessen Name mit irgendeinem Erfolg im Nichtabstiegskampf verbunden ist. Die Borussen jedoch holten Favre, den Feingeist und Innovator, dem Theorielastigkeit und eine gewisse Zerbrechlichkeit nachgeredet wurden. Das war mutig. Und für diesen Mut darf man auch ein bisschen dankbar sein. Er hat die Bundesliga bunter gemacht.

13:41
@Erbeck1
Wie wollen Sie denn beurteilen, dass Eberl (so heisst der Manager nämlich) zu lange an Frontzeck festgehalten hat? Die Mär, dass der Trainerwechsel den Abstieg verhindert, hat Eintracht Frankfurt im letzten Jahr widerlegt.
Eberl hatte bereits 2009 nach Meyers Kündigung versucht, Favre zu verpflichten. Der konnte sich damals nicht zu einem Wechsel entschliessen.
Es ist also nicht so, als sei die Verpflichtung Favres ein "Zufall" oder reine Glücksache gewesen. Richtig ist, dass Gladbach für viele Fans bereits abgestiegen war. Favre hat hervorragende Arbeit geleistet. Aber die Mannschaft, die heute auf dem Platz steht, hat Eberl verpflichtet und mit Favre auch den richtigen Trainer.
Wenn man Eberl Frontzecks Verpflichtung vorwirft, muss man ihm auch die Verpflichtung Favre anrechnen. Und Fehler macht jeder Manager - egal, ob sie Eberl oder Hoeness heissen.
Wie wollen Sie denn beurteilen, dass Eberl (so heisst der Manager nämlich) zu lange an Frontzeck festgehalten hat?
Mit dem Turnvater aus O wäre Borussia sang- und klanglos abgestiegen! Das sagt allein der guter Menschenverstand. Es wurde der Mannschaft oft vorgeworfen, dass sie charakterlos wäre, dank Favre ist das wohl wiederlegt. Mit der Mannschaft haette ich als Trainer mindestens die doppelte Punktzahl wie der Turnvater geholt. Das mit Favre sehe ich als einen Glücksfall an, der kaum zu fassen ist. Das ist absolut zu vergleichen mit der Verpflichtung damals von Hennes Weisweiler. Und Eberl soll so weitermachen wie er es im Augenblick macht. Nur Leute mit Stallgeruch soll er nicht mehr holen. Den muss man sich erarbeiten.
Nur muss man sagen, dass wir nach 20 Monaten Rumpelfussball absoluten Sahnefussball geboten bekommt. Alles hat Hand und Fuss. Man sehr geht wieder gerne ins Stadion, und das bei jedem Wetter!
12:11
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11:36
Guter Trainer-Tolle Einstellung.
Und an die Unkenrufer,warum kann man sich nicht einfach mal so lange freuen,wie es dauert.
Typisch Deutsch,dass Glas ist immer 1/2 leer.
11:22
Auch ein L.F. wird irgendwann mal wieder vom Karussell fliegen und da spielen dann die jetzigen Lobtöne keine Rolle mehr - #1 & #2 haben ja beide recht ! Er hat sich allerdings für weitere Einstellungen mit sehr guter Verhandlungsbasis mehr als empfohlen .
Der Manager von BMG hat doch viel zu lange an seinem Freund Frontzeck festgehalten und damit hat er BMG fast in den Abstieg getrieben - heute alles vergessen !
Trainer wie Frontzeck oder Neururer und nun auch Skibbe werden schwer an eine weitere Karussellfahrt kommen - evtl. über den Umweg als Schiffsschaukelbremser ?
09:47
...Lucien Favre wird wieder gefeuert.Wetten?
01:12
Es ist gerade ein Jahr her, da wurde die Gladbacher Führung in Grund und Boden geschrieben, wurde ihr die absolute Unfähigkeit attestiert.
Wo?
Genau hier, auf derwesten.de.
Ja, hinterher ist man immer schlauer.