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Gladbachs Juan Arango findet "schwere Tore einfacher"

17.01.2013 | 21:31 Uhr
Gladbachs Juan Arango findet "schwere Tore einfacher"
Juan Arango erzielte fünf grandiose Tore für Borussia Mönchengladbach.Foto: Patrick Sinkel / dapd

Mönchengladbach.  Juan Arango von Borussia Mönchengladbach ist mit seinem linken Fuß für Kunsttore zuständig. In der Hinserie erzielte er fünf grandiose Treffer. Im Interview gibt er zu, dass er seinen rechten Fuß eigentlich nur zum Autofahren braucht.

Borussia Mönchengladbachs venezolanischer Linksfuß Juan Arango, 32, Kunstschütze von fünf grandiosen Treffern der Hinserie und einer der größten Schweiger der Bundesliga, über die Eifersucht seines rechten Beins auf das linke und seine vielen Fasttore des Monats.

Müssen Sie Ihren rechten Fuß nachts eigentlich festbinden?

Juan Arango: Wieso? Nein, warum?

Ich denke, der rechte wird den linken vielleicht treten, weil er eifersüchtig ist, weil dem linken scheinbar alles gelingt. Und der rechte ist zerfressen vor Neid.

Arango: Nein, ist er nicht. Das linke Bein war schon seit der Kindheit das fußballerisch bessere. Aber das rechte Bein brauche ich doch auch, um zu stehen, zu laufen oder beim Auto fahren. Da gibt es keine Eifersucht. Die beiden brauchen sich gegenseitig. Der rechte hilft dem linken, so gut zu sein. Beide sind gleich wichtig - na, sagen wir: 60:40. Für links.

Sie haben fünf Tore geschossen in der Hinrunde, alle waren sensationelle Treffer und in der Wahl zum Tor des Monats, dazu haben sie laut Fan-Abstimmung 2012 sieben Mal Borussias Tor des Monats erzielt. Können Sie keine einfachen Tore?

Arango: Tja..., kann ich offenbar nicht. Gegen Fenerbahce (in der Europa League) stand ich allein frei kurz vor dem Tor, klare Sache - aber nicht bei mir, der Torwart hat gehalten. Der Beweis: Einfach geht bei mir nicht.

War das immer so?

Arango: Eigentlich ja. Auch die Tore in der venezolanischen Nationalmannschaft, sind immer spektakulär. Auch im Training gibt es nur ganz selten einfache Tore von mir. Das liegt wohl auch an meiner Position.

Als Sie ein Kind waren, hat Ihr Vater oder der Trainer gesagt, nimm den rechten Fuß?

Arango: Ja, aber nur um den rechten auch zu trainieren. Ich schreibe mit rechts. Das ist meine Balance.

Kann Ihr rechter Fuß überhaupt schießen?

Arango: (schüttelt den Kopf, kneift die Lippen zusammen) Das versuche ich erst gar nicht.

Kämen Sie denn vom Elfmeterpunkt bis zum Tor?

Arango: Doch, das ginge wohl schon. Vielleicht auch rein, aber nur ohne Torwart.

Haben Sie jemals mit rechts das Tor getroffen? Ein Kullerball? Klappt das, wenn Sie angeschossen werden?

Arango: Das müsste sehr nah sein. Aber ich kann mich nicht erinnern, nicht mal im Training.

Vielleicht müsste der linke Fuß einen Tipp gegeben?

Arango: Der gibt laufend Tipps und der rechte guckt sich das andersherum ja auch an. Aber es geht nicht.

Sie haben gesagt: „Das Schwere fällt mir oft leicht, das Leichte dafür manchmal schwer.“ Stimmt das?

Arango: Ja, es ist so. Auch die schweren Tore sind nicht immer leicht. Aber einfacher als die einfachen.

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Ihr Trainer Lucien Favre schwärmt: „Juan hat soviel Gefühl im Fuß wie andere in der Hand.“ Aber dann ist da diese Zahl: 223.

Arango: Die Zahl meiner Spiele bei Borussia?

Nein, das ist die Anzahl Ihrer Fehlpässe in der Hinrunde. Rekord! Die meisten in der ganzen Liga! Wie kann das denn?

Arango: Ich spiele nach vorn oft riskant, daran wird das liegen. Wenn ich es nicht versuchen würde, gäbe es diese Zahl nicht, aber wir wären wahrscheinlich erfolgloser. Die kurzen Pässe treffe ich immer, fast.

Wie viele von den 223 waren wohl mit diesem rechten Fuß?

Arango: Höchstens zehn. Den benutze ich ja fast nie.

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