Gladbachs Eberl setzt auf Talente - anders als der FC Bayern

Der Talente-Förderer in Mönchengladbach: Manager Max Eberl.
Der Talente-Förderer in Mönchengladbach: Manager Max Eberl.
Foto: imago/DeFodi
Was wir bereits wissen
  • Der Umgang mit Talenten unterscheidet sich bei Gladbach und Bayern immens.
  • Gladbach-Manager Max Eberl sieht das Beispiel Sinan Kurt als Warnung für seine jungen Spieler.
  • Max Eberl: "Eigengewächse sind unsere Philosophie."

Essen/Belek.. Im Mannschaftsgefüge von Borussia Mönchengladbach sind Fußball-Talente gut aufgehoben. Der dänische Innenverteidiger Andreas Christensen füllt die These aktuell ebenso mit Inhalt wie der Schweizer Abwehrspieler Nico Elvedi (beide 19 Jahre) und der Deutsch-Syrer Mahmoud Dahoud. Der Sechser-Partner von Kapitän Granit Xhaka feierte Neujahr seinen 20. Geburtstag. „Eigengewächse sind unsere Philosophie“, hebt Sportdirektor Max Eberl hervor. Gerade auch mit Blick auf Dahoud.

Ex-Gladbacher Sinan Kurt wechselt vom FC Bayern nach Berlin

„Er besitzt außergewöhnliches Potenzial“, betont Eberl. Dem dürfte das Beispiel von Sinan Kurt durchaus gelegen kommen, nicht nur bei den Wechselspekulationen um Dahoud, der in Gladbach bis 30. Juni 2018 gebunden ist, den Zeigefinger zu heben. Angeblich hatte ja Italiens Meister Juventus Turin die Fühler nach dem defensiven Mittelfeldspieler ausgestreckt. Nach gerade einer brauchbaren Halbserie. „Bei uns ist ,Mo’ derzeit in der Startelf. Und nicht die Nummer 28“, sagt Eberl.

Hinteregger Der Sportdirektor blickt in diesem Zusammenhang auch auf sein einstiges Eigengewächs Sinan Kurt. Der hatte im Sommer 2014 im Alter von 18 Jahren und 38 Tagen bei den Münchener Bayern unterschrieben. Unter Diskussionsgetöse und für eine Ablöse jenseits der Euro-Million. Das Offensivtalent schaffte an der Säbener Straße nur eine kümmerliche Bundesliga-Halbzeit in anderthalb Jahren. Kurt hat sich nun zu Hertha BSC orientiert.

Was Eberl in seiner These bestätigt: Ein früher Wechsel zum Ligaprimus führt selten ins Glück. Oder, wie es der Sportdirektor im Gespräch mit dieser Redaktion sagte: „Der Junge hatte sich für Bayern entschieden. Die Entwicklung, die sich daraus ergab, hat dann auch jeder gesehen.“

Neu-Gladbacher Hinteregger und Hofmann sind im Trainingslager dabei

Zwei fortgeschrittene neue Borussia-Talente, 23 Jahre jung, üben im Trainingslager in Belek mit. Neben Ex-BVB-Spieler Jonas Hofmann ist das der vom österreichischen Meister RB Salzburg verpflichtete Innenverteidiger Martin Hinteregger. Dem österreichischen Nationalspieler eilt der Ruf voraus, sich gelegentlich zu kernigen Sprüchen und einer nicht immer professionellen Spielvorbereitung hinreißen zu lassen.

Borussias Sportdirektor Eberl bleibt gelassen: „Fehltritte passieren. Wichtig ist, daraus zu lernen.“ Eine Erkenntnis, die 2016 auch Kapitän Granit Xhaka nach drei Feldverweisen in der Vorrunde gewinnen und beherzigen will.