Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Eberl-Interview

Gladbachs Eberl hofft auf einen Weltmeister-Push von Kramer

18.07.2014 | 17:52 Uhr
Manager Max Eberl im Trainingslager neben Lucien Favre und mit Handy am Ohr.Foto: David Nienhaus

Rottach-Egern.   Im Trainingslager am Tegernsee sieht man Borussia Mönchengladbachs Manager Max Eberl fast ausschließlich mit Handy am Ohr. Dabei ist die Kaderplanung des Bundesligisten fast abgeschlossen. Ob doch noch was passiert und was sich Eberl von Weltmeister Christoph Kramer erwartet, steht im folgendem Interview.

Herr Eberl, haben Sie für Borussia Mönchengladbach Erkenntnisse von der Fußball-Weltmeisterschaft mitgenommen?

Max Eberl: Wenn man die Symbiose des Erfolges betrachtet, ist die Erkenntnis ganz einfach: Ballbesitz und Konterspiel in Einklang bringen. Genau das hat Deutschland gespielt und das hat den Erfolg gebracht. Die Symbiose von Ballbesitz und schnellem Umschaltspiel ist der Schlüssel, um Lücken zu nutzen. Das Fazit ist: Man muss nicht mehr nur ein Spielsystem, sondern zwei, drei Waffen haben.

Was ist Ihnen noch aufgefallen bei dem Turnier in Brasilien?

Eberl: Die WM hat gezeigt, dass heutzutage jede Nation gut verteidigen kann. Aber das ist nicht nur eine Lehre des Turniers, sondern geht im Querschnitt von jeder Bundesliga-Mannschaft runter bis in die dritte, vierte und fünfte Liga. Das sieht man im DFB-Pokal immer wieder. Es geht um eine gewisse Physis, die mittlerweile jeder aufbringen kann. Die WM hat aber auch gezeigt, dass die meisten Nationen auch fußballerische Qualitäten haben.

 

Lahm-Rücktritt
Gladbachs Eberl und Kruse überrascht von Lahm-Rücktritt

Die Nachricht verbreitete sich am Trainingsgelände wie ein verbales Lauffeuer. Nur Max Eberl erreichte der Rücktritt von Philipp Lahm aus dem DFB-Team...

Vor genau einem Jahr haben Sie sich Sorgen um die Nachwuchsarbeit des DFB gemacht.

Eberl: Sorgen habe ich mir keine gemacht. Ich haben nur zu Bedenken gegeben, dass wir derzeit sehr viele spielstarke Offensivleute kreieren und fördern. Das Elementare, nämlich das Tore verhindern wurde etwas stiefmütterlich betrachtet.

Halten Sie daran trotz des Weltmeistertitels fest?

Eberl: Dass wir in der Defensive bei der WM mit vier Innenverteidiger gespielt haben, zeigt es klar: Wir haben Außenverteidiger-Probleme. Wenn Mats Hummels ausfällt, fängt man schon an zu rotieren. Das, was ich vor einem Jahr gesagt habe, ist damals aus meiner subjektiven Wahrnehmung gültig gewesen und das ist es auch heute. Das kann man nicht in einem Jahr abstellen. Die Vereine machen sich aber ihre Gedanken. So wie wir. Die Verteidigung ist eine wichtiges Thema und wir legen natürlich im Nachwuchsbereich auch unseren Fokus darauf.

Christoph Kramer kommt als Weltmeister zurück nach Gladbach. Was kann er der Mannschaft von diesem Titel mitgeben?

Eberl: Er kann die ganze positive Energie, die er in den vergangenen acht Wochen aufgesogen hat und die im Weltmeistertitel gipfelte, auf die Mannschaft übertragen. Er kann ihr das Gefühl geben, dass es immer zum Erfolg führt, wenn man etwas gemeinschaftlich angeht.

Welche Erwartungen haben Sie an Ihren Mittelfeldspieler?

Eberl: Er ist jetzt nicht mehr der Underdog, der aus der zweiten Liga kommt, sondern er ist Weltmeister. Er wird anders beäugt, anders betrachtet werden und er soll jetzt bei uns in der Mannschaft mehr die Rolle eines Führungsspielers übernehmen, als im vergangenen Jahr.

Gladbach
Kramers Endspiel -

Was eine weltmeisterliche Geschichte: Erst durfte Christoph Kramer im WM-Finale ran, dann erinnert sich Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldspieler...

 

Lucien Favre legt wert darauf, dass seine Spieler die komplette Vorbereitung mitmachen. Muss sich der Weltmeister zum Bundesliga-Start hinten anstellen?

Eberl: Natürlich haben die Spieler, die die ganze Vorbereitung mitmachen, einen Vorteil. Aber gerade mit den WM-Teilnehmern Granit Xhaka , Yann Sommer, Fabian Johnson und eben Kramer kommt Erfahrung und Qualität zurück. Vielleicht haben sie in den ersten Wochen etwas weniger Spielzeit, das kann sein. Aber das hat man selbst bei einem Verein wie Bayern München.

Haben Sie Angst, Kramer könne in ein Leistungstief, in ein mentales Loch fallen?

Eberl: Für all die Jungs ist es jetzt wichtig, sich mental wieder schnell anzupassen. Der Kopf ist wichtig, die Physis ist nicht das Problem. Aber wir haben in den ersten Wochen gleich fünf elementar wichtige Spiele mit dem DFB-Pokal, zwei Europa-League-Partien und den Spielen in der Bundesliga - da brauchen wir jeden Spieler, den wir haben.

 

Tag vier am Tegernsee für Gladbach

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Gladbach gewinnt 2:0
Bildgalerie
Auswärtssieg
Gladbach siegt  in Unterzahl
Bildgalerie
Gladbach
Gladbach verliert mit 2:4
Bildgalerie
Gladbach
Borussia demontiert FC Bayern
Bildgalerie
Gladbach
article
9610565
Gladbachs Eberl hofft auf einen Weltmeister-Push von Kramer
Gladbachs Eberl hofft auf einen Weltmeister-Push von Kramer
$description$
http://www.derwesten.de/sport/fussball/gladbach/gladbachs-eberl-hofft-auf-einen-weltmeister-push-von-kramer-id9610565.html
2014-07-18 17:52
Gladbach, Borussia Mönchengladbach, Trainingslager, Max Eberl, Manager, Interview
Gladbach