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Gladbachs Dominguez hat große Ziele in der Europa League

20.09.2012 | 13:35 Uhr
Gladbachs Dominguez hat große Ziele in der Europa League
Gladbachs Neuzugang Alvaro Dominguez hat mit Gladbach in der Europa League viel vor.Foto: imago

Nikosia  Borussia Mönchengladbachs Neuzugang Alvaro Dominguez hat in der Europa League große Ziele. Kein Wunder, denn der Innenverteidiger konnte den Titel bereits zweimal mit seinem Ex-Klub Atletico Madrid gewinnen. Jetzt soll es mit Gladbach klappen.

Alvaro Dominguez ist kein typischer Spanier. Als der 23-Jährige sich dazu entschied, zu Borussia Mönchengladbach in die Bundesliga zu wechseln, sorgte das in seiner Heimat für Irritationen. Schließlich war der Nationalspieler ein Eigengewächs, gehörte zu den Leistungsträgern und gewann mit seinem Klub Atletico Madrid zwei Mal die Europa League. Nach außen hin zumindest ein ungewöhnlicher Zeitpunkt, den nächsten Schritt zu wagen. Nicht so für Dominguez. "Ich habe nach einem Verein gesucht, der mich stark unterstützt und mir die Chance gibt, mich weiter zu entwickeln", sagt Dominguez.

Dominguez ist Europa-League-Sieger 2010 und 2012

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Nachdem er bei seinem Heimatklub alle Jugendmannschaften durchlaufen hatte, gab Dominguez am 22. Oktober 2008 sein Profidebüt in der Champions League. Anfang 2009 setzte er seine Unterschrift unter den ersten Profivertrag. Was folgte, war der Durchbruch als Stammspieler und der Gewinn der Europa League 2010 und 2012. 2011 wurde er mit Spaniens U-21 Europameister. Für die EM 2012 reichte es nicht ganz, stattdessen fuhr Dominguez mit zu Olympia, wo er mit den Iberern in der Vorrunde sang- und klanglos ausschied. "Im Moment ist es sehr schwierig, in die Nationalmannschaft zu kommen . Wir haben zwei der drei besten Innenverteidiger der Welt in der Mannschaft", sagt er. Er habe das große Ziel aber immer vor Augen, bald dazuzugehören.

Der Spanier kostete Gladbach acht Millionen Euro

Knapp acht Millionen Euro legte die Borussia deshalb auf den Tisch, auch um einen gleichwertigen Ersatz für den zu Bayern München abgewanderten Publikumsliebling Dante zu bekommen. "Ich mag es, ein Leader zu sein, Verantwortung zu haben und die Mannschaft zu führen", sagt er. Die Voraussetzungen sind da: Dank seiner Größe, seines Stellungsspiels, seiner Athletik und Technik kann er als spielstarker Innenverteidiger das Umschalten in die Offensive mit antreiben. Es gelingt bislang bedingt, an der Seite von Martin Stranzl wirkt noch nicht alles souverän . Die Rolle des Publikumslieblings wird er aber wohl nicht einnehmen können, im Gegensatz zum stets gut gelaunten Dante ist der Spanier abseits des Platzes eher introvertiert.

"Man muss sich auch auf andere Länder und Erfahrungen einlassen"

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Doch Dominguez will mehr. Deshalb nahm er auch den ungewöhnlichen Weg und ging als Spanier nach Deutschland. Bislang war es, wenn überhaupt, umgekehrt. "Mich hat die neue Erfahrung und Sprache gereizt." Die spanische Mentalität scheint einfach gestrickt zu sein: Laut Dominguez denken die meisten Spanier, die besten Sachen seien nur in Spanien zu finden. Der sieht das völlig anders. Was daran liegen könnte, dass er bereits im Alter von drei Jahren eine britische Schule besuchte und früh englisch lernte und daneben auch französisch spricht. Offenbar ein Türöffner für Dominguez. "Man muss sich auch auf andere Länder und neue Erfahrungen einlassen, um seinen Horizont zu erweitern", sagt er.

Ein erneutes Finale ist Dominguez' Traum

Der Linksfuß versucht das auch abseits des Platzes. Die Eltern drohten schon mal mit Fußball-Verbot, wenn die Noten nicht stimmten. Nach dem Motto "Junge, lerne was Ordentliches", schrieb er sich zu Beginn seiner Karriere für ein Marketingstudium ein, später setzte er auf den Schwerpunkt Sportlehrer. Doch für das Pauken hat er keine Zeit mehr. Das dürften ihm seine Eltern inzwischen verziehen haben. Spätestens dann, wenn sich sein Wechsel in weiteren Titeln auszahlt. Mit Borussia startet er nach dem Aus in der Champions-League-Qualifikation "nur" in der Europa League , doch wenn der 23-Jährige in Spaniens Hauptstadt etwas gelernt hat, dann wie Europa League geht. Der Titel sei ein großes Ziel, gibt Dominguez zu. Und ein erneutes Finale (noch) ein Traum . Doch dann am besten gegen Atletico Madrid. (dapd)


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