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Taktik

Gladbacher Fohlen-Express läuft noch nicht rund

25.08.2014 | 11:40 Uhr
Gesprächsbedarf bei den Fohlen beim 1:1 gegen den VfB Stuttgart: Trainer Lucien Favre (re.) und Andre Hahn.Foto: imago

Mönchengladbach.  In letzter Sekunde sicherte sich Gladbach einen "gefühlten Sieg" beim 1:1-Unentschieden zum Bundesligaauftakt gegen den VfB Stuttgart. Die Partie zeigte aber deutlich: Noch läuft nicht alles rund bei der Borussia, die vor allem einen Spieler schmerzlich vermisst.

Alles neu macht der August. Das war der Plan von Lucien Favre für seine Gladbacher Mannschaft in der neuen Spielzeit. Er und Sportdirektor Max Eberl haben Borussia Mönchengladbach personell punktuell so verstärkt, dass neue wesentliche Komponenten hinzukommen sollten: Vor allem die spielerischen Elemente und das Angriffsrepertoire wollten die Verantwortlichen des Bundesligisten erweitern. Eigentlich. Doch beim 1:1 zum Bundesliga-Auftakt gegen den VfB Stuttgart zeigte sich: Der neue taktische Anzug kneift noch hier und da.

Schon in der Vorbereitung war zu erkennen, dass Favre nicht mehr nur den ballsicheren Kombinationsfußball, sondern auch über Konter, lange Diagonalpässe und vor allem über die Flügel spielen lassen wollte. Garniert mit Schüssen aus der zweiten Reihe, um die gegnerischen Abwehrreihen zu locken.

Gladbachs Pässe nicht präzise genug

"Hochgeschwindigkeits-Ballbesitz-Tiki-Taka" nannte das die Rheinische Post in der Vorbereitung. Davon war gegen kompakt stehende Stuttgarter am ersten Spieltag der neuen Saison noch nicht so viel zu sehen. Die Neuzugänge André Hahn und vor allem Ibrahima Traoré machten zeitweise über die Außen zwar mächtig Druck, in der Mitte allerdings fehlte ein Abnehmer für etwaige Flanken und Vorlagen. "Wir haben insgesamt zu viel durch die Mitte gespielt", ärgerte sich Favre, die Pässe seien nicht scharf und präzise genug gespielt worden und auch im Spielaufbau hakte es immer wieder.

Vor allem in der ersten Halbzeit war von der Borussia gegen den VfB nichts von Geschwindigkeit zu sehen. Der Fohlen-Express tuckerte vor sich hin. "Uns fehlten das Tempo und die Impulse nach vorne", beklagte Favre nach dem 1:1. Erst in den zweiten 45 Minuten habe sein Team "viel schneller und direkter nach vorne gespielt."

"Auf diesem Spiel aufbauen"

Wie beispielsweise in der 67. Spielminute. Das Umschaltspiel funktionierte, Gladbach zündete den Turbo über den schnellen Traoré und Branimir Hrgota traf sehenswert per Direktabnahme. Dieses Tor, das wegen Abseitsstellung zurückgepfiffen wurde, wird Favre der Mannschaft mal als Best-Practice-Beispiel auf Band zeigen. So wie die Szenen, in denen seine Elf nicht mit Tempo von hinten herausgespielt hat.

Gladbach feiert Kramer

"Wir können sicherlich auf diesem Spiel aufbauen", analysierte Torwart Yann Sommer, der sich die Taktik von hinten aus angucken konnte. Wenn man sich viele Chancen erarbeite, mache man vieles richtig, befand der Keeper. "Da war mehr drin", sagte auch Hahn. "Wir haben nicht schlecht gespielt, hatten einige Torchancen und haben nicht viel zugelassen."

Manager Eberl war zufrieden mit dem Auftakt der Borussia. Aus seiner Sicht war die Leistung "schon sehr, sehr gut, wenn man berücksichtigt, dass wir schon zwei komplizierte Spiele hatten." Auch im Pokal in Homburg oder beim Hinspiel der Europa-Leauge-Qualifikation in Sarajevo griff noch nicht jedes Rädchen ins andere. Eine Spielidee allerdings ist klar erkennbar.

Kruse-Comeback rückt näher

Auffällig ist nur, dass Stürmer Max Kruse als Anspielstation vor der letzten Reihe fehlt. Vor allem der brasilianische Edeltechniker Raffael hängt deshalb manchmal in der Luft. Mit Hrgota hat Gladbach zwar einen eiskalten Knipser, doch im Aufbau des Offensivspiels ist Kruse offenbar nicht zu ersetzen. Doch sein Comeback wird nicht mehr lange auf sich warten lassen, am Montag steigt er ins Mannschaftstraining ein. Wichtig für den Bundesligisten.

Ebenso wichtig war es für die Gladbacher, nicht mit einer Niederlage in die Bundesligasaison zu starten. Das späte 1:1 durch Weltmeister Christoph Kramer "fühlt sich sogar ein bisschen an, wie ein Sieg", grinste der Torschütze. Doch auch er er muss erst langsam wieder ins Rollen kommen.

David Nienhaus

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Gladbacher Fohlen-Express läuft noch nicht rund
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2014-08-25 11:40
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