Gladbach will lächeln und nicht träumen
14.08.2011 | 20:21 Uhr 2011-08-14T20:21:00+0200
Mönchengladbach.Von Lucien Favre ist bekannt, dass er Block und Stift für wichtigere Arbeitsutensilien hält als Fußballschuhe. Der Schweizer ist ein akribischer Tüftler, der seine Gedanken und Einfälle stets schriftlich niederlegt.
Und so saß Favre am späten Samstagabend bei der Pressekonferenz im Gladbacher Stadion und notierte und notierte, während Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia seine Sichtweise auf das 1:1 zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfB preisgab. Ein paar Seiten Papier blieben noch weiß – wenn auch nicht lange. Angesprochen auf taktische Defizite, hob Favre den Block in die Höhe, kritzelte einige Kreise darauf und gab Satzfragmente wie „zu viel im Zentrum“, „nicht in die Breite“ oder „viele Ballverluste“ von sich. Schlecht sei es nicht gewesen, aber auch nicht optimal.
Ein Berg Arbeit
Unmittelbar zuvor beschlich Favre offenbar das Gefühl, andere könnten seine Einschätzung nicht teilen und wären ob dieser Punkteteilung enttäuschter. Es war kein unhöfliches, aber doch bestimmtes „Lachen, nicht träumen“, dass der Fohlen-Trainer auf dem Weg in Richtung Kabine den Journalisten zurief. Favre will mit aller Macht verhindern, eine zu hohe Erwartungshaltung entstehen zu lassen . „Für mich war es nicht das, was ich will. Der Berg an Arbeit ist noch riesengroß.“
Es ist aber auch eine verlockende Gelegenheit, Altes, also den Klassenerhalt im Nachsitzen, aus dem Gedächtnis zu verbannen und aus den jüngsten Ergebnissen neue Leitsätze zu ziehen. „Wir sind Vierter – das sieht ganz gut aus“, sagte Mike Hanke mit einem gequälten Lächeln, zumal er in der 71. Minute mit einem überflüssigen Ballverlust Cacaus 80. Treffer im 250. Bundesligaspiel ermöglicht hatte. Nur vier Minuten davor konnte Filip Daems einen strittigen Elfmeter verwandeln. „Der Schiedsrichter hat so entschieden“, wollte oder konnte Marco Reus nach dem Foul von William Kvist an sich nicht letzte Zweifel an der Berechtigung des Strafstoßes ausräumen, „kann man machen – wenn nicht, dann nicht.“
Gut möglich, dass sich die Gladbacher auch deshalb über zwei entgangene Punkte ärgerten, weil es an diesem Samstagabend unwahrscheinlich wirkte, noch weitere Tore zu erzielen. In der verkrampften Offensive wirkte an der Seite von Hanke erstmals seit acht Monaten der zwischenzeitlich verliehene Raúl Bobadilla wieder mit, ohne jedoch größer aufzufallen.
Auch Marc-André ter Stegen, dieses große Torwarttalent , das sich auch bei Stuttgarts zahlreichen Chancen in der ersten Halbzeit nicht den ersten Patzer erlaubte, warnte jedoch vor zu viel Selbstzufriedenheit: „Wir dürfen nicht denken, dass es ohne Leistung so weitergeht.“ Ein Satz, der mit Schweizer Idiom auch von Lucien Favre hätte stammen können.

11:28
Gladbach war schon letztes Jahr zu stark um abzusteigen, mit Favre haben sie einen exzellenten Trainer, könnte mir vorstellen das sie um Platz 10 spielen.
symphatischer Verein
Gruß aus Gelsenkirchen