Gladbach vergisst bei Fortuna Düsseldorf das Toreschießen

Auch Igor de Camargo konnte die Führung für seine Mannschaft nicht erzielen.
Auch Igor de Camargo konnte die Führung für seine Mannschaft nicht erzielen.
Foto: Reuters
Was wir bereits wissen
Eine Halbzeit spielte Borussia Mönchengladbach in der zweiten Runde des DFB-Pokals wie aus dem Guss. Danach lief nicht mehr viel zusammen. Tony Jantschke musste das Spiel von der Tribüne aus verfolgen und raufte sich immer wieder die Haare - immer dann, wenn seine Mannschaft Großchancen ungenutzt ließ.

Düsseldorf.. Die 120 Minuten waren kaum absolviert, da stand Tony Jantschke schon bei den Journalisten. Nicht im nass geschwitzten Trikot, aber mit verschwitztem Lachen im Gesicht. "Eine Katastrophe" sei es für ihn gewesen, die Partie von der Tribüne aus zu verfolgen. Heiser war er, unterstützte seine Mannschaftskollegen lautstark und hätte sich am liebsten eingewechselt. So musste der Rechtsverteidiger, der wegen einer Gehirnerschütterung nicht spielen konnte, mit ansehen, wie seine Mannschaft ein Spiel aus der Hand gab, dass schon nach 20 Minuten hätte entschieden sein können.

Unglücklich und unverdient

Mit 0:1 verlor Borussia Mönchengladbach bei Fortuna Düsseldorf das Pokalspiel in der Verlängerung und unnötiger kann eine Niederlage wohl nicht sein. „Ich bin zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Wir haben unglücklich und unverdient verloren“, resümierte Borussias Trainer Lucien Favre nach der Partie und bemängelte die Chancenauswertung seiner Mannschaft in der ersten Hälfte.

Wenn man die Torchancen nicht nutzt, kann man schlecht gewinnen, fasste Gladbachs Torwart Marc-Andre ter Stegen die Unzulänglichkeiten seiner Mannschaft zusammen. „Es ist natürlich sehr bitter, hier und heute so rauszufliegen“, schließlich habe man den Schwung der vergangenen Erfolgserlebnisse auch in Düsseldorf auf den Platz bringen können. Zu dem Zeitpunkt war Janktsche noch nicht im Stadion. Der Rekonvaleszente steckte im Stadtstau der Landeshauptstadt und brauchte über eine halbe Stunde für nur wenige Kilometer. So nah vorm Ziel und doch zu fern – das passte auch zum Spiel der Fohlen.

„In Summe ein Schritt nach vorne“

Einzelkritik „Wir müssen auf jeden Fall in Führung gehen“, ärgerte sich auch Stürmer Patrick Herrmann, der etliche Chancen ungenutzt ließ. So etwas „rächt sich und wir geraten in Rückstand.“ Und Mike Hanke ergänzte: „Das, was man im Fußball machen muss, haben wir heute versäumt: Das Toreschießen. Das wird dann irgendwann bestraft.“

Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl wollte aber nicht schwarzsehen nach dem Pokalaus in der zweiten Runde. Natürlich verliere er ungern, gab der Manager zu Protokoll. „Aber in Summe war es auch heute ein Schritt nach vorne“ – spielerisch meinte Eberl. Seine Mannschaft habe gute Kombinationen gezeigt und dort angeknüpft, wo sie in Hannover aufgehört hatte. Nur das Ergebnis stimmte nicht. Etwas emotionaler formulierte es Favre: „Wir sind tief enttäuscht“, und so huschten auch etliche Spieler wortlos an den Journalisten vorbei in den Mannschaftsbus.

Jantschke vor Comeback

Nur Tony Jantschke stand noch da. Er fluchte in bisschen, nahm seine Mütze und machte sich von dannen. Am Samstag im Heimspiel gegen den SC Freiburg wird Jantschke wieder im verschwitzen Trikot auf dem Platz stehen. Und das ist die gute Nachricht für die Gladbacher.