Gladbach-Stars Xhaka und ter Stegen brüllen sich an

Sichtbar aufgebracht: Gladbachs Torwart Marc-André ter Stegen.
Sichtbar aufgebracht: Gladbachs Torwart Marc-André ter Stegen.
Was wir bereits wissen
Die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach steckt in der Krise. Nach sieben Pflichtspielen ohne Sieg liegen auch auf dem Platz die Nerven blank. Torhüter Marc-André ter Stegen und Mittelfeldspieler Granit Xhaka gerieten unübersehbar aneinander. Sportdirektor Max Eberl musste die Streithähne trennen.

Mönchengladbach.. In der Mixed Zone hängt ein Bild, ein Relikt aus alten Tagen. Es waren die guten Tage der Borussia aus Mönchengladbach. Trainer Lucien Favre wird von seinen Spielern auf Händen getragen und feiert. Die Gegenwart ist anders. Trist. Niemand feiert nach sieben Pflichtspielen ohne Sieg, und nach dem 2:4 gegen Istanbul gehen sich seine Spieler sogar gegenseitig an die Gurgel. Zwar nur verbal, aber das reicht als Indiz dafür, wie es um die Mannschaft am Niederrhein bestellt ist.

Xhaka und ter Stegen brüllen sich an

Es war die 35. Spielminute im Europa-League-Spiel gegen Fenerbahce. Die Borussia hatte gerade erst das Ausgleichstor zum 1:1 kassiert, als Nationaltorwart Marc-André ter Stegen und der Schweizer Granit Xhaka aneinander gerieten. Der Keeper brüllte seinen Mittelfeldspieler an und auch Xhaka giftete. Damit aber nicht genug. Zur Pause - Gladbach lag mittlerweile 1:2 zurück und hatte die Partie aus der Hand gegeben - kochte der Streit im Kabinentrakt erneut hoch. Borussias Sportdirektor Max Eberl musste eingreifen und die Streithähne trennen.

Die Nerven liegen blank bei der Mannschaft von Trainer Lucien Favre, aber der Schweizer spielt die Situation herunter. Es sei auf förderlich für ein Team, wenn man sich einmal aussprechen würde, sagte der Trainer auf der Pressekonferenz nach der 2:4-Niederlage gegen die Türken. "In der vergangenen Saison hat es auch hinter den Kulissen gekracht", nur wisse das keiner.

Einzelkritik Jetzt hat Fußball-Deutschland gesehen, dass momentan nicht nur die Ergebnisse nicht stimmen. "Marc und ich wissen, was passiert ist", gab Xhaka nach dem Spiel zu Protokoll. "Wir haben das in der Halbzeit ausgeräumt", erklärte er weiter, und ter Stegen ergänzte: "Darüber möchte ich nicht öffentlich reden." Es sei eine Sache unter den Spielern. Auch Eberl äußerte sich zu der Situation: "Ich musste die beiden runterholen. Wir müssen gemeinsam aus der Scheiße raus."

Gladbach hat "die Nerven verloren"

Auch Abwehrspieler Martin Stranzl hatte die Szene mitbekommen. "Der eine oder andere hat die Nerven verloren und es darf einfach nicht sein, dass man sich untereinander runter macht", sagte der Österreicher. Man sei ein Team und müsse die schwierige Lage gemeinsam lösen. "Das hat nichts mit Aufrütteln zu tun, denn der Gegner bekommt so etwas ja auch mit." Im Endeffekt bringe eine solche Aktion nichts ein.

Wahrlich nicht. Borussia Mönchengladbach ist nach einer weiteren Niederlage und neun Gegentoren in zwei Spielen weiterhin verunsichert und gerade in der Defensive alles andere als kompakt und sicher. Das ärgert natürlich ter Stegen, der die Bälle immer wieder aus dem Netz holen muss. Eine Lösung ist für die Fohlen nicht in Sicht. Schweigen nach dem Spiel und hängende Köpfe vor dem Bild, das die erfolgreichen Zeiten im Borussia-Park widerspiegelt. Gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag kann die Borussia eigentlich nur noch gewinnen. Denn viel schlimmer als momentan geht es kaum.