Gladbach-Spieler genervt von schauspielenden Spaniern

Granit Xhaka ärgerte sich über die Schauspielleistung des FC Sevilla. Der Borusse flog schließlich mit Gelb-Rot vom Platz.
Granit Xhaka ärgerte sich über die Schauspielleistung des FC Sevilla. Der Borusse flog schließlich mit Gelb-Rot vom Platz.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Die Oscar-Preisverleihung in Los Angeles ist Geschichte. Geht es nach einigen Borussia-Profis, wären Spieler des FC Sevilla aussichtsreiche Kandidaten gewesen.

Mönchengladbach.. Eins vorab: Schlechte Verlierer waren die Spieler von Borussia Mönchengladbach nach dem Aus im Europapokal nicht. Granit Xhaka, Christoph Kramer, Max Kruse und Co. wussten, dass sie als Mannschaft zu viele Fehler im Sechzehntelfinale der Europa League gemacht hatten. „Wenn man in zwei Spielen als Verlierer vom Platz geht, kann man nicht von unverdientem Ausscheiden sprechen“, konstatierte Martin Stranzl nach der 2:3-Niederlage gegen den Titelverteidiger FC Sevilla.

Nur die Art, wie sich die Spanier im Borussia-Park präsentiert haben, nervte die Gladbach-Kicker. Die Schauspielschule in Sevilla muss eine gute sein. Nach jedem etwas härteren Zweikampf gab es Verletzungsunterbrechungen, die Spanier ließen sich regelmäßig minutenlang auf dem Platz behandeln. Und feierten immer wieder die wunderbare Auferstehung. „Mag sein, dass jetzt geschrieben wird, die Spanier haben das clever gemacht, dass sie sich immer hingelegt und geschrien haben“, sagte Kramer nach dem Spiel. Er könne aber niemals so spielen. Das könne er nicht mit sich vereinbaren.

Tony Jantschke nimmt Schiedsrichter in Schutz

„Granit (Xhaka, Anm. d. Red.) kriegt Gelb für nix, nur weil der Spieler liegen bleibt“, ärgerte sich Stranzl. Vor allem darüber, dass der Gefoulte sofort wieder aufgestanden sei, nachdem Schiedsrichter Marijo Strahonja die Ampelkarte gezückt hatte. „Das nervt“, führte Gladbachs Kapitän fort und erklärte, man würde den Fairplay-Gedanken und das respektvoll miteinander Umgehen im Europapokal an die große Glocke hängen, „aber ob das mit Fairplay oder Respekt zu tun hatte heute, das muss jeder für sich entscheiden.“ Nur sei es nach Abpfiff nicht sinnvoll, sich darüber aufzuregen. „Der einzige, der das unterbinden kann, ist der Schiedsrichter – und wenn der das so mitmacht...“, so Stranzl. Gladbach

Abwehrkollege Tony Jantschke nahm den Unparteiischen nach dem Schlusspfiff in Schutz. „Schiedsrichter sind auch menschlich und wenn jemand 700 Mal zum Schiedsrichter rennt, und etwas fordert, dann ist der Schiedsrichter beim 701 Mal vielleicht auch nur ein Mensch und sagt, 'jetzt gebe ich mal die Karte.'“ Leidtragender war Xhaka, der in Gladbachs Sturm-und-Drang-Phase des Feldes verwiesen wurde. Ein Allerweltsfoul Höhe der Mittellinie wurde ihm zum Verhängnis.

Irgendwas "zwischen clever und unsportlich“

„Ich mag das robuste Spiel, ich mag es auch, wenn es auch mal härter zur Sache geht. Aber ich mag es auch, wenn man danach direkt wieder aufsteht“, erklärte Jantschke, ein Fan des englischen Fußballs. In Spanien gehöre es wahrscheinlich zum Fußball dazu, und natürlich sei es ein probates Mittel“, so Jantschke. Nur: „Ich bin relativ froh, dass das bei uns nicht der Fall ist.“ In der Bundesliga sei es sicherlich auch üblich, „mal eine Schwalbe zu machen, oder mal etwas länger liegen zu bleiben, um die Uhr runterzuspielen“, so Kramer. „Aber wenn man das permanent macht und alle elf Spieler, dann ist das so etwas zwischen clever und unsportlich.“

Borussias Stürmer Max Kruse fasste den Abend schließlich so zusammen: „Was die Cleverness angeht, müssen wir noch viel dazulernen.“