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Gladbach mit Luxussorgen gegen Hoffenheim

19.02.2010 | 16:50 Uhr
Gladbach mit Luxussorgen gegen Hoffenheim

Hoffenheim.Nach zuletzt ansteigender Formkurve kann Gladbach-Coach Michael Frontzeck im Spiel gegen Hoffenheim aus dem Vollen schöpfen. Hoffenheims Ibisevic will sein Torkonto ausbauen.

Viele Sorgen gegen ein Luxusproblem: Im Spiel der Gegensätze will 1899 Hoffenheim mit einem Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach heute (20.30 Uhr/live bei Sky und Liga total) einen kleinen Schritt aus der Krise machen - und danach die derzeit auf Eis gelegte Vertragsverlängerung von Trainer Ralf Rangnick vorantreiben.

Gustavo und Salihovic gesperrt, Compper formschwach

Im Hinspiel gewann die TSG Hoffenheim mit 4:2 - nach Gladbacher 2:0-Führung.

Doch während die punktgleichen Borussen derzeit vor Selbstvertrauen strotzen, nehmen die Hiobsbotschaften in Hoffenheim kein Ende: Viele Verletzte, gesperrte Leistungsträger wie Luiz Gustavo und Sejad Salihovic, ein schwächelnder Nationalspieler Marvin Compper, zuletzt nur ein Sieg in zehn Pflichtspielen. „In dieser Saison funktioniert nichts mehr. Die können wir vergessen“, meinte sogar Mäzen und Daueroptimist Dietmar Hopp resignierend.

Beim tief gefallenen Herbstmeister der Vorsaison haben sich die Ziele längst relativiert. „Reden vom Europapokal ist derzeit nicht gerechtfertigt“, sagte Rangnick, der sich mit dem Sturz ins Mittelmaß noch nicht abfinden will.

Gegen seinen Ex-Klub Gladbach drohte deshalb Innenverteidiger Compper das Opfer der Krise zu werden. Nur die angespannte Personalsituation, die sich am Donnerstag mit dem Ausfall von Andreas Ibertsberger (Oberschenkelblessur) und Franco Zuculini (Schienbeinverletzung) weiter verschärfte, bewahrte den einmaligen Nationalspieler wohl vor der Verbannung auf die Ersatzbank. „Marvin steckt erstmals in einem kleinen Formtief“, kritisierte Rangnick.

Zudem muss Rangnick im defensiven Mittelfeld Luiz Gustavo (Rotsperre) und Sejad Salihovic (Gelbsperre) ersetzen. Besonders Luiz Gustavo steht nach seinem vierten Platzverweis in 34 Spielen in der Kritik. „Auch für Luiz ist es unbefriedigend, weil er mit dem Stigma als Rowdy belegt wird“, meinte Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser und nahm den für drei Partien gesperrten Brasilianer in Schutz: „Er ist alles andere als das.“

Vertragsverhandlung mit Rangnick vorerst auf Eis

Ein Silberstreif am Hoffenheimer Horizont zeigt sich aber doch: Nach fast zwölf Stunden hatte Stürmer Vedad Ibisevic am vergangenen Wochenende (1:2 beim VfL Bochum) seine Ladehemmung abgelegt. „Dass die Minuten gezählt werden, nervt schon. Aber irgendwann trifft man wieder, dann spielt es keine Rolle mehr“, sagte Ibisevic, der mit weiteren Toren auch die Zukunft von Rangnick bestimmen könnte.

Vor Hoffenheim hat Frontzeck trotz allem Respekt.

Die von Hopp angekündigten Verhandlungen über die vorzeitige Verlängerung von Rangnicks bis 2011 laufendem Kontrakt sind auf Eis gelegt. „Es gibt derzeit Wichtigeres als meinen Vertrag“, sagte der Coach mit Blick auf die momentane Situation beim Tabellenneunten.

Frontzecks schwere Wahl im Sturm als Wettbewerbsvorteil

Wesentlich angenehmere Dinge beschäftigen indes Gladbachs Coach Michael Frontzeck. Der Ex-Profi hat vor dem Gastspiel in der Rhein-Neckar-Arena die Qual der Wahl im Sturm. Nachdem Joker Rob Friend auf Zuspiel des ebenfalls 22 Sekunden zuvor eingewechselten Karim Matmour das Siegtor zum 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg erzielt hatte, muss sich Frontzeck für „Zwei aus Vier“ entscheiden. Zumal Friend und Matmour Ansprüche gegenüber dem bisherigen Angriffsduo Raul Bobadilla/Roberto Colautti angemeldet haben.

„Die Tatsache, dass wir mehrere Spieler haben, die Tore schießen können, ist eine Qualität, um die uns andere beneiden“, sagte Frontzeck, der wieder auf den zuletzt gelbgesperrten Tobias Levels zurückgreifen kann.

Vor Hoffenheim hat Frontzeck trotz allem Respekt. Nicht zuletzt wegen des kuriosen Hinspiels, bei dem die Kraichgauer binnen der letzten fünf Minuten einen 1:2-Rückstand in einen 4:2-Sieg verwandelt hatten. Frontzeck: „Sie haben individuell eine der am besten besetzten Mannschaften der Liga. Über kurz oder lang werden sie auch wieder bessere Resultate erspielen.“

DerWesten

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