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DFB-Pokal

Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug

08.02.2012 | 22:39 Uhr
Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
Filip Daems verwandelte den Elfmeter zum 1:0 sicher.

Berlin.   Borussia Mönchengladbach hat gegen Hertha BSC einen 2:0-Sieg gefeiert und ist damit ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. Am Ende stand jedoch eine fragwürdige Entscheidung von Schiedsrichter Felix Brych im Mittelpunkt.

Borussia Mönchengladbach hat gegen Hertha BSC einen 2:0-Sieg gefeiert und ist damit ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. Am Ende stand jedoch eine fragwürdige Entscheidung von Schiedsrichter Felix Brych im Mittelpunkt.

Im Olympiastadion von Berlin hätten an diesem Abend Schneemänner gefroren. Die 47500 Menschen auf den Tribünen atmeten weiße Wölkchen und dachten an eine heiße Badewanne. Das Viertelfinale im DFB-Pokal zwischen Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach plätscherte dahin. 0:0 nach 90 Minuten, die Verlängerung wünschte sich eigentlich niemand. Doch sie kam, und dann ging die Post ab. Es wurde nicht nur heiß, sondernhitzig, und Gladbach siegte durch ein Elfmeter-Tor von Verteidiger Filip Daems in der 101. Minute und einen Treffer in letzter Sekunde von Oscar Wendt 2:0 (0:0, 0:0). Aber der Reihe nach.

Reus unauffällig

Die ersten 90 Minuten gepflegte Langeweile kann man getrost vernachlässigen. Keine wirklich packende Torszene, nur zwei Mannschaften, die sich belauerten und auf Fehler des jeweils anderen Teams warteten. Selbst Marco Reus, der Gladbacher Zauberfuß in der Offensive, konnte nicht glänzen. Zwar war er im kurzärmeligen Trikot und Handschuhen erschienen, doch viel mehr Auffälligkeiten gab es zunächst nicht. Meist hatte er gleich zwei Herthaner auf den Füßen stehen. Null Tore, null Aufregung.

Schiedsrichter Felix Brych pfiff pünktlich in der 90. Minute ab. In der Bundesliga hätten de Ziuschauer jetzt nach Hause gehen dürfen. Aber es war ein Pokal-Viertelfinale. Hinsetzen, anschnallen, Verlängerung.

De Camargo zeigt Schauspieleinlage

Nach neun Minuten kocht es plötzlich auf dem Rasen. Eine weite Flanke fliegt in den Strafraum der Berliner. Herthas Innenverteidiger Roman Hubnik ist zuerst am Ball, von hinten springt ihm Gladbachs Angreifer Igor de Camargo in den Rücken. Damit wäre die Szene eigentlich beendet. Eigentlich, denn sie geht weiter.

Einzelkritik
Daems und Dante waren die besten Gladbacher in Berlin

Gladbachs Kapitän Filip Daems zeigte beim 2:0-Sieg gegen Hertha BSC eine sichere Partie. Auch sein Teamkollege Dante verdiente sich im DFB-Pokalviertelfinale eine gute Note. Die Borussen in der Einzelkritik.

Der Gladbacher Angreifer dreht ab, Hubnik verfolgt ihn und stellt ihn in Höhe des Elfmeterpunktes. Ein kurzes Wortgefecht, dann zuckt der Kopf von Hubnik vor. Der Herthaner berührt de Camargo mit der Nase an der Stirn. Der Gladbacher stürzt zu Boden als hätte ihn Aufwärtshaken von Mike Tyson getroffen. Nur Trainer Norbert Meier, der damalige Trainer des MSV Duisburg, ist bei seinem Kopfstoß-Duell mit dem Kölner Albert Streit schauspielerisch schöner zu Boden gegangen.

Brych zeigt auf den Elfmeterpunkt

Schiedsrichter Brych reagiert sofort: Er zeigt Hubnik die Rote Karte und entscheidet auf Elfmeter.

Fassungslosigkeit bei Hubnik und Berlins Trainer Michael Skibbe. „Unglaublich“, sagt Skibbe später. „Fast 50000 Zuschauer im Stadion haben nicht das gesehen, was der Schiedsrichter gesehen hat.“

Nur: Natürlich war es eine unsportliche Schauspiel-Einlage von Igor de Camargo. Für eine andere Schwalbe hatte er in der 78. Minute übrigens schon die Gelbe Karte gesehen. Doch: Hubnik hat dort überhaupt nichts zu suchen, und wenn er mit dem Kopf nach vorne zuckt und seinen Gegenspieler trifft, ist das eine Tätlichkeit. Und für eine Tätlichkeit im Strafraum gibt es einen Platzverweis und einen Elfmeter.

Daems verwandelt sicher

Gladbachs Verteidiger Filip Daems ließ sich von dem Theater nicht anstecken. Er schnappte sich den Ball, legte ihn auf den Elfmeterpunkt und verwandelte in der 101. Minute sicher zum 1:0 für Gladbach.

Die Gastgeber antworteten wütend, doch Gladbach spielte die Partie souverän zu Ende. Es gab sogar noch einen wunderschönen Schlusspunkt für die Gäste vom Niederrhein, der in dem ganzen Ärger fast untergegangen wäre.

In der 120. und damit letzten Minute wechselte Gladbachs Trainer Lucien Favre für Mike Hanke noch Oscar Wendt ein. Eigentlich ein taktischer Wechsel, um Zeit zu gewinnen. Doch Wendt war kaum im Spiel, als er mit dem ersten Ballkontakt zum 2:0-Endstand traf. Hertha schäumte, Gladbach feierte, am Ende war es also doch noch ein heißer Pokal-Kampf.

Ralf Birkhan

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Kommentare
09.02.2012
18:08
Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
von Mattkusch.04 | #15

#8-1 Ueberruhri :::: Sorry,aber ich meinte De Camargo, denn er wurde nicht bestraft und von daher kann der DFB ermitteln und ihn hoffentlich für lange Zeit aus dem Verkehr ziehen.

#12 Kivas :::: Erkläre mir mal den Unterschied zwischen vorsetzlich verletzen und vorsetzlich betrügen. Man kann beide Situationen miteinander vergleichen, denn 1) J.J. hat sich bei M.R. entschuldigt, 2) M.Reus hat die richtige Antwort gegeben und 2 Maschen gemacht, also ging es ihm sehr gut.
Bei wem will sich I. d. C. entschuldigen, beim kompletten Team von Berlin so wie die 50.000 tausend Zuschauer? Dieser Sportbetrug war spielentscheident und dadurch wurde eine gesamte Mannschaft nach Strich und Faden verascht und somit gehört I.d.C. genauso hart bestraft wie J.J. und ich hoffe, das er genauso wettbewerbsübergreifend aus dem Verkehr gezogen wird wie J.J.

BWG!

09.02.2012
14:22
Spiel sollte wiederholt werden
von klingsor11 | #14

"Held" de Camargo: Das Ergebnis beruht auf einer krassen Fehlentscheidung des Schiris.
Anstatt de Camargo für seine Schauspieleinlage, eine gelbe-rote Karte zu verpassen, belohnt er ihn mit einem Elfmeter!!!! und Hubnik kriegt rot!!! Das Ergebnis wurde von der Entscheidung des Schiris entscheidend beeinflusst und müsste wiederholt werden. So aber wird der betrügerische de Camargo zum Pokalhelden ...
Wiederholung wäre doch möglich: In der Meisterschaft 1994 wurde Helmer im Spiel gegen Nürnberg ein Tor anerkannt, das nur Außennetz war. Der Schiedsrichter hatte sich getäuscht, und seine fehlerhafte Wahrnehmung führte zu einem Tor. Es kam gerechterweise zur Annullierung des Ergebnisses und zur Wiederholung Die Nürnberger verloren zwar 0:5, aber die fehlerhafte Entscheidung des Schiri hatte keinen Bestand!
Warum sollte dann, das Ergebnis in diesem Spiel nicht annulliert werden, da es doch auch auf einer fehlerhaften Wahrnehmung des Schiedsrichters beruht, die unmittelbar zum Tor führte. Das zweite Tor war auch die mittelbare Folge der durch den Schiedsrichter fälschlich verordneten Unterzahl ... Dazu kommt noch, dass die krasse Fehlentscheidung des Schiris kurz vor Schluss geschah und den Berlinern praktisch jede Chance nahm, sich effektiv zu wehren. Darum: Wiederholung, DFB!

09.02.2012
13:06
Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
von manollo | #13

"... dann zuckt der Kopf von Hubnik vor."

Ralf Birkhan und Felix Brych sind wohl die einzigen, die das so gesehen haben

1 Antwort
Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
von menni57 | #13-1

das sehe ich auch so, Fernsehaufnahmen zeigen eindeutig , dass der Kopf von de Carmago nach vorn geht und nicht umgekehrt. Herr Birkan, wie wäre es mit Fielmann ??

09.02.2012
12:47
Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
von Kivas | #12

Ich gönne Gladbach den Einzug ins Halbfinale.

Aber: Das Verhalten von DeCamargo war mehr als beschämend und sollte nachträglich auf jeden Fall bestraft werden um Nachahmer abzuschrecken. Man denke auch an die Vorbildfunktion von Profifußballern!

Das Verhalten jedoch mit J. Jones zu vergleichen bzw. es noch schlimmer einzustufen, ist ebenso schäbig. Herr Jones wollte Marco Reus vorsetzlich verletzen bzw. eine alte Verletzung wieder zu verschlimmern.

09.02.2012
12:19
Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
von alfonsrose | #11

Herr Birkhan hat seinen Artikel wohl ohne genaue Recherche geschrieben....
Er hatte genug Zeit ...er hätte sich die Zeitlupe ansehen und es richtig beschreiben können. Diese Unsportlichkeit von de Camargo muss doch dem Zeitungsleser geschildert werden....
Ich bin von dem Artikel von Herrn Birkhan enttäuscht.

1 Antwort
Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
von menni57 | #11-1

korrekt !

09.02.2012
11:53
Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
von MrSunshine35NRW | #10

Also das viele Gladbachfans jetzt noch behaupten, der Elfmeter und die Rote Karte sein gerechtfertigt, dann kann ich mich nur Fragen ob diese Leute die Regeln des Sports und den Gedanken des Fair Play auch nur im Ansatz kapiert haben. Die machen sich doch absolut lächerlich!!!
Als Gladbachfan würde ich mich nun still und heimlich über die durch klaren Betrug erreichte Halbfinalteilnahme freuen und sonst den Ball ganz ganz flach halten.

Und was den Spieler de Camargo betrifft, so kann man als fairer Sportsmann nur hoffen, dass der DFB hier mindestens ähnlich hart durchgreift wie im Fall Jones, denn dieses Vergehen ist sicher nicht weniger schlimm.
Solche Sportler sind schreckliche Vorbilder für unsere Jugend und sowas muss drastisch bestraft werden. Sowohl mit einer langen Sperre als auch mit einer hohen Geldstrafe!

09.02.2012
11:31
Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
von J_Co | #9

Die Rote Karte und der Foulelfmeter sind ein Skandal!

De Camargo UND Dr. Brych gehören mindestens 4 Wochen aus dem Verkehr gezogen!

09.02.2012
11:14
Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
von Mattkusch.04 | #8

Gegen J.Jones wurde hier, auch von der WAZ, ein riesen Faß aufgemacht und Sperren von bis zu 6 Monaten gefordert. Ich führe hier bewußt J.J. an, weil I.d.C. das gleiche bei ihm gemacht hat :"aktive Bewegung mit dem Kopf und sich dann fallen lassen". Aus meiner Sicht ist das Vergehen schlimmer als der fiese Tritt von J.J., denn mit dieses GROB UNSPORTLICHE VERHALTEN hat I.d.C. seinem Team erst so den Weg ins HF geebnet. Er hat Brych absichtlich getäuscht, um sich und seinem Team einen Vorteil zu verschaffen, das ist Sportbetrug und gehört bestraft. Mit dem Jonesurteil hat sich DFB/DFL keinen Gefallen getan, denn nun müssen sie sich neu beweisen und ich lasse mich mal überraschen, ob der DFB/DFL überhaupt ermittelt.

BWG!

3 Antworten
Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
von Ueberruhri | #8-1

Ich behaupte, der DFB kann gar nicht ermitteln, weil Brych mit dem Feldverweis und dem Elfmeter die Situation anschließend beurteilt hat. Somit gilt die Tatsachenentscheidung und der DFB hat keine Handhabe mehr.

Bei Jones hat es der Schiri nicht gesehen, so dass der DFB noch was machen konnte.

Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
von 13jahredede | #8-2

Stimmt und derkommt frei davon, weil der SR die Situation(falsch) beurteilt hat.

Ich würde von Herrn Camargo jetzt auch eine Entschuldigung erwarten, zumindestens für das theatralische fallen lassen

Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
von puky04 | #8-3

Habe genau so gedacht. hier ist es wirklich so ,das Hertha Bsc für diese situation bühsen soll. Aber gerade weil J. Jones so hart bestraft wurde, wirft diese Situation so einen dicken Schatten.

09.02.2012
11:08
Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
von oberschlau | #7

Lieber Herr Birkhan, schauen sie sich doch die Bilder noch einmal gaaaanz genau an, dann werden sie sehen, das der Kopf von Hubnik nicht, der von de Camargo jedoch deutlich sichtbar nach vorn kam.
Danach diese Schauspielerei übelster Sorte, also wenn bei der Aktion von J.Jones nach Fernsehbeweis eine drastische Strafe folgte(zurecht) dann muß für diese Schmierenkomödie ebenfalls eine abschreckende Strafe ausgesprochen werden.

09.02.2012
11:06
Gladbach feiert gegen Hertha BSC glücklichen Halbfinaleinzug
von Ueberruhri | #6

"Doch: Hubnik hat dort überhaupt nichts zu suchen, und wenn er mit dem Kopf nach vorne zuckt und seinen Gegenspieler trifft, ist das eine Tätlichkeit"

Wenn dem so gewesen wäre, stimmt das sogar. Lächerlich wäre es trotzdem, weil solche Situationen dutzendfach in einem Spiel vorkommen - ohne dass eine umfällt wie ein angeschlagener Boxer. Nur der Fall ist hier ein wenig anders: de Camargo geht mit dem Kopf nach vorne und nicht Hubnik.

1 Antwort
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von menni57 | #6-1

100 % richtig !!

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