Gladbach erhofft sich mehr Sicherheit mit Martin Hinteregger

Martin Hinteregger soll der Gladbacher Defensive mehr Stabilität verleihen.
Martin Hinteregger soll der Gladbacher Defensive mehr Stabilität verleihen.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
  • Vor dem Rückrundenstart heißt das Ziel für Borussia Mönchengladbach "einstelliger Tabellenplatz".
  • Max Eberl träumt aber von der Champions League.
  • Jonas Hofmann und Martin Hinteregger sind neu dabei.

Mönchengladbach.. Die Champions League hat Max Eberl in sein Herz geschlossen. „Unser Start dort gegen europäische Spitzenklubs war eine fantastische Erfahrung“, hebt der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach hervor. Natürlich möchte Eberl in der neuen Saison liebend gern wieder in der Königsklasse unterwegs sein. Auch wenn sein offizielles Ziel vor dem Rückrundenstart der Bundesliga am Samstag (18.30 Uhr) gegen Borussia Dortmund „einstelliger Tabellenplatz“ heißt.

Die Lage: Das 3:2 in Unterzahl gegen Darmstadt im letzten Hinrundenspiel hat die Borussen auf Platz vier überwintern lassen. Angesichts von streckenweise acht verletzten Stammspielern war das respektabel. Der Kraftakt im November und Dezember mündete allerdings ins Champions-League- und DFB-Pokal-Aus. Der Wegfall der Dreifachbelastung dürfte für Gladbach in der Rückrunde ein Vorteil sein. Allerdings pendelt Borussia stets zwischen Hurra-Fußball und Schießbude. Und: Kapitän Granit Xhaka fehlt in den ersten drei Partien rot-gesperrt.

Investment von rund elf Millionen Euro soll sich auszahlen

Das Personal: Sportdirektor Eberl hat auf jenen Positionen reagiert, die durch Verletzungen auch für die Rückrunde dauerhaft geschwächt sind. Alvaro Dominguez und Tony Jantschke fehlen in der Innenverteidigung Dafür wurde der Salzburger Martin Hinteregger ausgeliehen. Der bullige Blondschopf hinterließ in den Tests gegen Hertha BSC (2:2) und beim VfL Bochum (2:5) einen guten Eindruck. Patrick Herrmann und André Hahn fehlen auf der rechten Außenbahn. Hier ist der Dortmunder Jonas Hofmann eine Alternative. Fabian Johnson auf der linken und Ibrahima Traoré auf der rechten Mittelfeldseite dürften jedoch zunächst das Vertrauen des Trainers genießen. Trotzdem: Das Investment von gut elf Millionen Euro in die Winter-Zugänge sollte sich für Gladbach auszahlen.

Hinteregger Der Gewinner: Ibrahima Traoré hat sich nach seiner Oberschenkelblessur Ende November mit einem spritzigen Auftritt in Bochum zurückgemeldet. Der schnelle, technisch starke Nationalspieler Guineas sollte seinen Startplatz im rechten Mittelfeld und als verkappte Zusatzspitze sicher haben.

Schuberts Devise: Angriff ist die beste Verteidigung

Die Verlierer: Mit der Verpflichtung von Martin Hinteregger für die Innenverteidigung wird es für den Österreicher Martin Stranzl (35/zurück nach Augenhöhlenbruch) und den kaum noch berücksichtigten Niederländer Roel Brouwers (34/seit 2007 bei Borussia) schwerer, sich zurück ins Team zu kämpfen. „Die, die hintendran sind, müssen sich auch zeigen. So ist Leistungssport“, merkte Trainer André Schubert nach der Testpleite in Bochum an. Aus dem Kreis der Reservisten haben sich bisher offensiv auch nicht der Ex-Leverkusener Josip Drmic oder der vom FC Chelsea im vergangenen Sommer verpflichtete Thorgan Hazard aufgedrängt.

Xhaka Der Trainer: André Schubert lässt gern offensiv spielen. Angriff scheint die beste Verteidigung zu sein. Das ist attraktiv für die Fans. Defensiv allerdings wirkten die Fohlen oft schlampig. Hier sucht Schubert weiter nach Lösungen. 30 Gegentreffer sind aktuell der drittschwächste Bundesliga-Wert. Nur Stuttgart (37) und Bremen (32) verteidigen schlechter.

Die Prognose: Gladbach spielt bis zum Ende um den vierten Champions-League-Platz mit. Bleibt das Defensivverhalten aber sorglos, dürfte die Europa-League-Qualifikation wackeln.