Gladbach bricht auseinander - Dante vor Bayern-Wechsel
20.02.2012 | 13:23 Uhr 2012-02-20T13:23:52+0100
Mönchengladbach. Der Erfolg von Borussia Mönchengladbach könnte nur von kurzer Dauer sein. Das Erfolgsteam bricht auseinander: Reus und Neustädter sind bereits weg. Jetzt steht auch Gladbachs Abwehr-As Dante vor einem Wechsel zu Bayern München. Trainer Favre verschiebt Vertragsgespräche.
Eigentlich könnte die Gladbacher Fußball-Welt derzeit prächtiger kaum sein. Die Borussia steht auf Platz zwei, verzeichnet mit 46 Zählern nach 22 Spieltagen die zu diesem Zeitpunkt beste Punktausbeute in der ruhmreichen Klubgeschichte, und die Fans dürfen sogar vom ersten Double der Vereinsgeschichte träumen. Borussia Mönchengladbach erlebt unter Erfolgstrainer Lucien Favre eine kaum für möglich gehaltene Fußball-Renaissance - und doch bereitet bei all der Euphorie der Blick in die Zukunft ein wenig Sorge.
Gladbach muss um Erfolgs-Team bangen
Es ist wohl der Fluch der guten Tat: Die Erfolgsmannschaft von Gladbach droht in wenigen Monaten auseinanderzufallen. Jung-Nationalspieler Marco Reus wechselt im Sommer für 17,5 Millionen Euro zu Meister Borussia Dortmund, der ablösefreie Mittelfeldspieler Roman Neustädter hat bereits bei Schalke 04 unterschrieben, und nun droht in Innenverteidiger Dante ein weiterer Eckpfeiler wegzubrechen. Der Wechsel von Dante zu Rekordmeister Bayern München für die festgeschriebene Ablösesumme von 4,6 Millionen Euro zeichnet sich immer deutlicher ab.
"Wir müssen realistisch bleiben: Wenn Dante bei Borussia spielt , ist das das Eine. Aber Dante bei Barcelona, Real Madrid, Bayern München oder Manchester United ist doch was ganz anderes. Tut mir leid, aber das ist doch logisch", sagte der 28-Jährige dem "Express". Treuebekenntnisse hören sich anders an - trotz aller Dementis der Verantwortlichen.
Bayern München als Türöffner für Dante zur Selecao
Gladbachs Dante ließ durchblicken, dass er bei einem europäischen Top-Klub auch deutlich bessere Chancen auf eine Nominierung für die brasilianische Nationalmannschaft habe. Dabei gehe es ihm ausschließlich um die sportliche Perspektive. "Wenn es ums Geld gehen würde, wechsel ich im Sommer nach Russland. Ich habe gute Kontakte dorthin. Dort werden irre Summen bezahlt", sagte Dante.
Gladbachs Sportdirektor Max Eberl sind die Hände gebunden. "Wir sind mit Dante in ständigen Gesprächen", sagt der frühere Verteidiger, wohlwissend, dass es bei derartiger Konkurrenz ein Kampf gegen Windmühlen ist. Gut möglich, dass Eberl im Sommer eine neue Mannschaft aufbauen muss. Geld dafür ist freilich vorhanden. Transfererlöse spülen gut 20 Millionen Euro in die Kassen. Dazu kommt womöglich noch der gleiche Betrag, sollte die Borussia ihren beeindruckenden Höhenflug mit der Qualifikation für die Champions League erfolgreich abschließen.
Gladbach-Trainer Favre schiebt Vertragsgespräche auf
Möglich gemacht hat all dies Trainer Lucien Favre. Der Schweizer hat Gladbach innerhalb eines Jahres vom Abstiegs- zum Titelkandidaten geformt . Kein Wunder, dass Eberl lieber heute als morgen den 2013 auslaufenden Vertrag mit Favre verlängern möchte. Doch der 54-Jährige hat keine Eile. "Ich schaue nur von Spiel zu Spiel", wiederholt Favre gebetsmühlenartig.
Der Erfolgstrainer wird sich genau anschauen, wo der Weg der Borussia hingeht. Bereits bei Hertha BSC waren ihm einst eine Reihe von Leistungsträgern (Marko Pantelic, Andrej Woronin, Josip Simunic) auf einen Schlag abhanden gekommen. Die Berliner rutschten in den Tabellenkeller und Favre war seinen Job los.
Beckenbauer bringt Favre als Bayern-Trainer ins Gespräch
Da passt es ins Bild, dass Franz Beckenbauer den gewieften Taktiker Favre als möglichen nächsten Bayern-Trainer ins Gespräch bringt. "Ich kann verstehen, dass sich ein Trainer seiner Qualität auch einmal ins gemachte Nest setzen möchte. In einem Klub, in dem er nicht immer um Spieler kämpfen und betteln muss, sondern aus dem Vollen schöpfen kann. Da gibt es aber nicht sehr viele Mannschaften. Der FC Bayern ist da sicherlich die erste Adresse", sagte Bayerns Ehrenpräsident jüngst der "Sport-Bild". Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und Favre sind sich auch bestens bekannt, teilten sie doch einst bei Servette Genf gemeinsam das Zimmer.

07:39
#3
Wer kauft denn hier leer. Wo geht denn Reus hin, oder Neustädter ?
Wenn Gladbach auch in Zukunft oben mitspielen will, dann darf ich die Leistungsträger nicht verkaufen, sondern muß auch mal das Risiko eingehen, die Spieler zu halten und sich selber auf dem Transfermarkt umschauen und die Mannschaft verstärken.
20:04
An alle die mal wieder die Bayern kritisieren ,eins ist doch mal klar ,wer Dante für läppische 4,6 Millionen nicht verpflichtet hat keine Ahnung und handelt fahrlässig gegenüber seinem eigenen Club .Außerdem kann Bayern sehr wohl Dante gebrauchen ,den Breno wird gehen und van Buyten ist 33 Jahre alt .Also ein kluger Transfer!!
19:23
Das erinnert mich irgendwie an einen Artikel auf Spiegel Online, kurz vor dem ersten Spiel der Rückrunde. Nach dem Lesen hat man sich da echt gefragt warum sich der Verein angesichts so viel Elend und einer so trüben Zukunft noch nicht selbst aufgelöst hat. Und was kam? Die Siegesserie ging weiter.
Mittlerweile gehts mir echt am ***** vorbei, wenn ein Spieler meint es ist woanders schöner, dann soll er halt sein Glück versuchen, dafür darf dann im nächsten Jahr ein anderer ran. Selbst nach dem Weggang von G. Netzer ist die Welt nicht untergegangen, im Gegenteil, Borussia konnte noch diverse Titel einfahren. Einzig um Favre wärs schade, aber wie man aus der Aussage "ich denke nur von Spiel zu Spiel" (die Favre so ziemlich bei jeder Gelegenheit bringt) schließen kann das die Vertragsverlängerung verschoben ist, ist mir schleierhaft? Und Beckenbauer? Der Idiot weiß doch abends schon nicht mehr was er mittags erzählt hat...
18:54
Wäre verdammt schade, wenn Gladbach in der CL kommt und vorm ersten Spiel blank gekauft sind. Dann jagt die ganze Vereinsführung weg.
18:33
Gladbach bricht auseinander - soso weiß "derWesten" das jetzt schon?! Im sch.... schreiben seid ihr unübertroffen.
17:49
Wer gegen die Großen mithalten will, muss selbst ein Großer werden – Gladbach ist auf einem guten Weg dorthin und hat inzwischen wesentlich bessere Voraussetzungen, als in den 70ern. Dass gute Spieler zu vermeintlich größeren Vereinen gehen, ist der Lauf der Dinge – wenn Barcelona oder Real Madrid winken, hat auch Dortmund und im Zweifel sogar Bayern das Nachsehen.
Für Gladbach kommt es nun darauf an, die erzielten Ablösesummen sinnvoll zu investieren, statt in „Trauer“ über die Weggänge zu verfallen, und ich habe den Eindruck, dass sie das tun werden. Letzteres wird übrigens bei Vereinen aus dem Mittelfeld oder bei ambitionierten Zweitligisten ähnliche „Trauer“ auslösen.
17:21
Ich glaube auch ,das momentan Gladbach den großen Vereinen ein Dorn im Auge ist und natürlich hören sich Dortmund ,Schalke ,Bayern ,vielleicht kommt noch Leverkusen, Bremen.
Bayern hat 4 hochkarätige Innenverteiliger mit Boateng, Breno, Badstuber und van Buyten , mann kommt dann den der Dante im Einsatz ,nichts gegen Dante , die Bayern haben aber genügend IV.
Dann noch Favre ,mit dem die Bayern liebäugeln.
Obwohl ich kein Gladbachfan bin , ich bin momentan begeistert ,das Gladbach jetzt endlich oben wieder mitspielt , nur dieser Abverkauf war schon länger abzusehen.
Es werden in nächster Zeit noch weitere Leistungsträger den Gladbachern weggekauft , und dies durch Zukäufe zu kompensieren ,wird schwer werden.
Aber ich erfreue mich eben jetzt an die Saison 2011/2012 , wo Gladbach vielleicht noch die Meisterschale holt , aber nächste Saison wird wohl wieder ein Absturz ins untere Mittelfeld.
Die großen Vereine werden es mit ihrem Geld schon richten ,dies ist zum Heulen.
16:21
Tja, dann kann er ja Dienstag/Mittwoch die Gladbach-Spiele in der Champions-League schauen. Er selbst muss mit Bayern ja erst Donnerstag in der Europa-League ran...
mit welcher rumpftruppe wollen die cl spielen
15:34
Geld regiert eben nicht nur die Welt sondern auch den Fussball. Reiche, etablierte und erfolgreiche Vereine siegen so eben auch durch ein gezieltes "buy out" über Newcomer und Aufsteiger. Man muss nur wissen: Wer um den DFB-Pokal, die Meisterschaft und bei der UEFA regelmässig mitspielt, weiss, dass es um hohe dreistellige Millionenbeträge beim Fussball geht. Und da hört bekanntlich Freundschaft, Spass und auch der Sport auf!
14:40
Ich glaube auch nicht, daß Dante so unbedingt bei den Bayern gebraucht wird. Aber in altbewährter Manier wollen sie potentielle Konkurrenten schwächen. Und Dante ist sicher sehr günstig bei den genannten Summen.
Jedenfalls sollte sich Gladbachs Sportdirektor Eberl doch mal überlegen, ob er immer diesen Ausstiegsklauseln zustimmt. Die nutzen ja nur den Spielern und die fordern sowas nur, um sie nachher auch zu benutzen. Zugegebenermaßen hatte Gladbach in der Vergangenheit nicht immer die beste Verhandlungsposition, aber Ausstiegsklauseln sollten die Ausnahme bleiben. Im Zweifel muß man auch mal Nein sagen.
Und bei aller Wichtigkeit dieser Spieler: Wenn der Weggang von drei Spielern gleich ein Auseinanderbrechen ist, dann brechen Magath-Mannschaften alle zwei Wochen auseinander.
Warum sollte Bayern Dante nicht brauchen - er ist ein sehr guter Verteidiger und ein Mehrwert jeder Mannschaft.