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Gebrauchter Tag für Gladbachs Granit Xhaka

16.02.2013 | 23:22 Uhr
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Gebrauchter Tag für Gladbachs Granit Xhaka
Wirkunglos im Spiel gegen den HSV: Borussias-Edelreservist Granit Xhaka. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool

Hamburg.  Granit Xhaka verschwand wort- und kommentarlos die Katakomben der Fußball-Arena in Hamburg. Jedes Wort war ihm zuviel nach der 0:1-Niederlage beim HSV.

Dabei war unter der Woche noch von der Wertschätzung zu lesen, die der Trainer Granit Xhaka entgegenbringt. Allerdings handelte es sich nicht um Gladbachs Coach Lucien Favre, sondern sein Pendant vom Hamburger SV. Thorsten Fink war Xhakas Lehrmeister beim FC Basel und der junge Schweizer Nationalspieler zahlte es ihm mit starken Leistungen in der Super League der Eidgenossen und in der Champions League auf internationalem Parkett wieder. Gerne wolle Fink wieder mit Xhaka zusammen arbeiten, aber "auf der Position haben wir schon Milan Badelj", war vom Hamburger Trainer zu lesen.

Wiedersehen mit Fink

Ausgerechten gegen Finks HSV bekam Xhaka mal wieder die Chance, seine Qualitäten auch für die Borussia, zu der er vor der Saison für 8,5 Millionen Euro gewechselt war, unter Beweis zu stellen. Der 20-Jährige profitierte von der "Erholungsrotation" von Favre nach dem Europapokalspiel gegen Lazio Rom , was keine 40 Stunden vor der Bundesliga-Begegnung in der Hansestadt stattfand. Xhaka, der zuletzt immer wieder mehr Spielzeit forderte und seine Position auf der Ersatzbank nur murrend hinnimmt, kam schwerfällig in die Partie. Seine One-Touch-Pässe - wenn auch gut gemeint - gingen meist in den eigenen Rückraum der Gladbacher und nach vorne gelang dem Mittelfeldspieler kaum eine Aktion.

Entscheidenden Folgen hatte sein Aussetzer in der  24. Minute, als er den Ball unbedrängt an Rudnevs verlor. Rafael van der Vaart kam an den Ball und der Holländer bestrafte den Patzer postwendeten: aus 25 Metern hämmerte er das Leder in die Maschen. "Bei uns wird momentan jeder Fehler gnadenlos bestraft", ärgerte sich Kapitän Filip Daems. Und so ein Fehler könne jedem unterlaufen.

Marx: "Er ist jung"

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Xhaka verließ als letzter Feldspieler die Kabine, in der Hoffnung, die Pressevertreter hätten die Geduld verloren. Seine Mitspieler aber fanden tröstende und aufbauende Worte für den Internationalen. "Er ist jung und hat ein Wahnsinns-Talent", sagte Thorben Marx. Solche Fehler müsse man machen, um daran zu wachsen. "Mir ist so ein Fehler gegen Borussia Dortmund unterlaufen", erklärte Patrick Herrmann. "Es ist natürlich ärgerlich für ihn." Das ist Fußball. "Wir gewinnen als Mannschaft und verlieren als Mannschaft", zog Martin Stranzl das Fazit des Spiels und ergänzte, dass van der Vaart offensichtlich nur gegen die Borussia solche Sonntagsschüsse gelingen.

"Fußball ist ein extrem ungerecht", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl nach der Partie. Aber die Mannschaft habe ihn schon wieder aufgebaut und "wir werden ihn alle unterstützen." Er habe sich in die Partie zurückgekämpft, attestierte ihm der Manager und hatte damit Recht. Mitte der zweiten Hälfte gelangen Xhaka spielöffnende Pässe und gute Aktionen, die auch sein ehemaliger Trainer Fink so sehr an ihm schätzt.

David Nienhaus

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