Frontzeck hat unter Favres Erfolg zu leiden
02.12.2011 | 23:38 Uhr 2011-12-02T23:38:37+0100
Mönchengladbach. Das öffentliche Urteil steht: Lucien Favre erreicht mit dem gleichen Kader bei Borussia Mönchengladbach als sein Vorgänger Michael Frontzeck. Doch Frontzeck musste in der vergangenen Saison mit einem völlig anderen Defensiv-Personal auskommen.
Vor zwölf Monaten war Borussia Mönchengladbach Tabellenletzter in der Fußball-Bundesliga. In den Medien wurde die Mannschaft als „Schießbude der Nation“ verspottet, erst recht nachdem Franz Beckenbauer der Gladbacher Abwehr als TV-Experte „Vorsatz“ unterstellt hatte. Der Herr Kaiser war der Meinung, so viele Gegentore, das kann nicht mit rechten Dingen zugehen.
Damals war Michael Frontzeck Trainer bei der Borussia. Heute ist er der Mann, der unter dem Erfolg von Lucien Favre zunehmend zu leiden hat. Das öffentliche Urteil, das in den Medien immer wieder durchklingt, ist gefällt: Favre hat das geschafft, was Frontzeck nicht geschafft hat, er hat mit dem gleichen Kader unendlich viel mehr erreicht.
Diese Einschätzung hat allerdings nur wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Fakt ist: Frontzeck hatte bis zum 14. Spieltag eben nicht das Personal zur Verfügung, auf das Favre in diesen Tagen zurückgreifen kann.
Abwehr hatte ein anderes Gesicht
Vor allem die Abwehr hatte ein völlig anderes Gesicht. So kam der etatmäßige Innenverteidiger Martin Stranzl erst zur Winterpause. So hat Tobias Levels, der vor der Saison zu Fortuna Düsseldorf gewechselt ist, sämtliche Spiele auf der rechten Seite der Viererkette bestritten. Oder Dante: der Abwehrchef fiel bis zum 14. Spieltag neuneinhalb Spiele aus. Oder Filip Daems: der linke Außenverteidiger musste sechsmal in der Innenverteidigung ran.
Immer wieder hatte die Viererkette ein neues Gesicht. Vor jedem Spiel musste Michael Frontzeck puzzeln. Profis wie Bamba Anderson, Sebastian Schachten, Jan-Ingwer Callsen-Bracker oder Jens Wissing standen auf dem Aufstellungsbogen, allesamt Spieler, die den Klub längst verlassen haben. Und, nicht zu vergessen: Havard Nordveit, der jetzt im defensiven Mittelfeld vor der Abwehr spielt, trug vor einem Jahr ebenfalls noch das Trikot eines anderen Klubs.

21:19
denn dem regelmässigen Besucher im Nordpark wurde klar, dass Frontzeck die Mannschaft nicht wirklich erreicht hat, noch sie taktisch eingestellt hat, wie es heute Lucien Favre tut.
Allein das Verhalten des Trainers während der Übungseinheiten zeigt auf, worin die Unterschiede liegen. Hier der ständig aktive Favre, dort der lethargische, teilweise desinteressierte Frontzeck, der die Arbeit vorzugsweise den Cos überliess.
Und was die Mannschaft betrifft, sollte man nicht vergessen, dass Frontzeck selbst zusammen mit Eberl das Team für die letzte Saison zusammengestellt hat. Eberl selbst hat ja eingeräumt, dass man der Fehleinschätzung aufgesessen sei, mit dem Kader gut durch die Saison zu kommen.
Junge Leute wie Tony Jantschke hatten (nach ihrer Verletzung) kaum eine Chance. Das hat sich erst mit Favre geändert.
Nein, lieber Herr von Stein, ganz so einfach sollte sie es sich mit ihrer Bewertung nicht machen. Frontzeck ist Geschichte... und das ist gut so.
12:56
es ist nun einmal so, dass die Mannschaft unter Herrn Frontzeck in der letzten Hinrunde weniger Punkte gesammelt hat, als in der Hinrunde zwei Jahre vorher unter Luhukay, dem Interims-Coach Ziege und Hans Meier. Und am Ende hatte damals die Borussia das Glück gehabt, mit 31 Punkten den 15. Tabellenplatz zu halten, letzte Saison waren fünf Punkte mehr immer noch zu wenig.
Borussia Mönchengladbach kann Stranzl ersetzen, und zwar mit Roel Brouwers, der die ganze Zeit im Kader war, den Frontzeck betreut hat. Und bei ter Stegen hätte Frontzeck auch nur einmal zugreifen brauchen, so wie es Favre auch gemacht hat. Frontzeck dagegen war ratlos, als er Bailly ersetzen mußte.
Nicht diese Saison dürfte Frontzeck leiden lassen, sondern die Tatsache, dass die Mannschaft unter Favre in der letzten Saison einen Kraftakt geleistet hat, den selbst die eigenen Fans fast nicht für möglich gehalten haben. Aus dieser Mannschaft, die aufgrund des Mißerfolges demotiviert war, eine Mannschaft hinzubiegen, die noch 36 Punkte und dann die Relegation schafft, dass ist Favres meisterhafte Leistung. Und jetzt zeigt die Mannschaft, was sie kann, wenn sie richtig aufgestellt und eingestellt wird. Da ist jetzt auch die "breite Brust" und die Disziplijn da. Das ist alles Favres Verdienst.
Borussia Mönchengladbach ist Frontzecks dritte Station als Bundesliga-Cheftrainer, und hier hat er seine erfolgreichste Saison bestritten. Und bei keinem der drei Vereine hat er zwei Saisons trainieren dürfen. Das sollte ihm mehr zu denken geben.
15:37
Ziemlich selektive Wahrnehmung, Herr vom Stein.
Ist ja alles richtig, was Sie schreiben. Frontzecks letzte Hinrunde mit der jetzigen unter Favre zu vergleichen, ist in der Tat unfair. Nur dass sie eine ganze Menge weglassen.
Vergleichen wir die Bilanz unter Favre mit der in Frontzecks erster Saison bei Borussia, dann ist Favre in allen Belangen weit, weit erfolgreicher. In der Saison 2009/10 hatte Gladbach unter Frontzeck die drittmeisten Gegentore aller Bundesligisten, und das OHNE nennenswerte Verletzungen in der Defensive. Damals stand Borussia am Ende auf Platz 12 (was als großer Erfolg für Frontzeckl gefeiert wurde), aktuell steht sie bekanntlich ein bisschen besser. Damals holte sie im Schnitt 1,1 Punkte pro Spiel, aktuell 2,1.
Man kann ja zu Recht darauf hinweisen, dass Frontzeck in der letzten Hinrunde viel Pech hatte. Aber den phänomenalen Aufwärtstrend unter Favre NUR durch weniger Verletzungspech zu erklären, ist schon ein bisschen albern.
13:12
ich bin ja normalerweise nicht der meinung das alles am trainer liegt aber in diesem fall und auch oening oder wie der dullen heißt ist es zu 100% zutreffend diese "männer" haben 0 fussballverstand man könnte die meinung annehmen das die sich einfach in einem managerspiel die spieler mit den höchsten marktwert aufstellen. favre wird die "glühbirne" in münchen zu einer "led" lampe revolutionieren also in 1-2 jahren wird er sicherlich in bayern trainer
11:55
so sollte die Überschrift eigentlich lauten.
Ähnlich wie in Bielefeld hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass alle im Verein zerstritten waren. Nachtreten, finde ich zwar grundsätzlich schäbig, aber besser ist dieses Thema zuzuschütten, damit nicht alte Wunden wieder anfangen zu schmerzen.
Wie schlecht er tatsächlich ist, vermag man tatsächlich am derzeitigen Höhenflug der Borussia unter der Leitung eines Fachmanns, namentlich Lucien Favre, erkennen.
Oder glaubt jemand tatsächlich, Favre´s Höhenflug in Berlin wäre Zufall gewesen, oder die Trainerstationen Bielefeld und auch Aachen bei Frontzeck?
Ich persönlich glaube, dass dies wohl jeder vernünftige Manager eines Profifußballvereins sicherlich so sehen wird. Meiner Meinung nach wird er in der Versenkung des Profifußball verschwinden und das ist auch GUT SO, auf dass ihm die Abfindung für die vollkommen sinnlose, übereilte Vertragsverlängerung seines Kumpels Eberls schmecken möge.
Wir, die Fans der Borussia, haben unsäglich gelitten unter Frontzeck und Mitleid in der Form, dass er unter dem Höhenflug von Favre leiden könnte, ist wohl ein schlechter Scherz, als das man tatsächlich ernstlich darüber nachdenkt.
Wenn man dann noch aus diversen Interviews mit MF herauslesen muss, attestiert er sich selbst wohl noch indirekt einen Anteil am derzeitigen Erfolg der Borussia. Irgendwie hatte man ja schon immer das Gefühl das er vollkommen Lern- und/oder Beratungsresistent ist.
.... und Tschüss !!!!
10:13
Frontzeck hatte mit Verletzungspech zu kämpfen, jedoch stand Ihm fast das gleiche Personal als alternative zur Verfügung, welches jetzt bei Favre Stammpersonal ist. Favre hat nach 2-3 Wochen erkannt, daß er mit Ter Stegen einen besseren Torwart zur Verfügung hat, er hat mit Jantschke den rechten Verteidiger ausgewechselt und läßt Neustädter für Bradley spielen. Alleine diese Personalien haben für Stabilietät in der Abwehr gesorgt, was Frontzek nicht versucht, bzw. erkannt hat. Beim 0:7 in Stuttgart waren Dante und Brouwers auf dem Platz. Wenn er die Mannschaft so aufgestellt hätte wie Herr Favre, hätte die Mannschaft auch mal einen verletzten Innenverteidiger ersetzt bekommen, zumindest wären wir nicht die Schießbude der Liga geworden.
Wir sehn uns heute im Nordpark - Schaun wir mal, wie Favre heute den Verlust von Reus und de Camargo hinbekommt; bestimmt nicht nur mit Jammern. Spitzenreiter ....hey.
06:33
Man könnte Ihnen recht geben, allerdings Saisonübergreifend ist Ihre Analyse nicht haltbar. Die Rückrunde der Vorsaison war eine Katastrophe, die Borussia lebte lange von Ihrer Herbstserie. Die Krönung der Rückrunde war das 6:0 in Hannover! Tendenz abwärts und Trend gehalten!