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Fohlen spielen wie eine Spitzenmannschaft

26.09.2011 | 11:07 Uhr
Fohlen spielen wie eine Spitzenmannschaft

Mönchengladbach.   Borussia Mönchengladbach hat zurzeit einen Lauf. Souverän geht die Mannschaft von Trainer Lucien Favre als Sieger regelmäßig als Sieger vom Platz.

Man kennt das Spiel. Es ist ein bisschen wie Ping-Pong. Der eine Trainer sagt: „Wir haben gegen eine Spitzenmannschaft verloren, das ist nicht weiter tragisch, das passiert.“ Und der andere Trainer entgegnet sofort: „Nein, nein, bewahre, wir sind noch längst keine Spitzenmannschaft, wir müssen noch viel lernen und viel arbeiten.“

Am vergangenen Samstag waren es Lucien Favre und Dieter Hecking, die in diesem Stück auftraten. Hecking, der Nürnberger Coach, versuchte die 0:1-Niederlage des Clubs in Mönchengladbach zu relativieren, und Lucien Favre, Borussias Fußball-Lehrer, wehrte sich nach Kräften, um die Euphorie und den steigenden Erwartungsdruck zu dämpfen.

Gladbachs Abwehr wie von einer Spitzenmannschaft

Es ist ja auch nicht zu fassen. Die Gladbacher, die in der vergangenen Saison gerne auch mal drei Tore in einer Halbzeit kassierten, haben jetzt in insgesamt sieben Bundesliga-Partien nur drei Gegentore bekommen. Das ist fürwahr die Bilanz eines Spitzenteams. Aber es sind beileibe nicht nur Zahlen, die diese Bezeichnung untermauern. Es sind die Aktionen auf dem Rasen, mehr noch: es ist eine Dominanz, die den Begriff Spitzenteam rechtfertigt. Zumindest in diesen Tagen.

Selten hat eine Mannschaft einen Gegner so beherrscht wie die Borussia die Nürnberger. Allein Marco Reus, wieder einmal der alles überragende Akteur, hätte zwei bis drei Tore schießen können, wenn nicht sogar müssen. „Wir hatten ungefähr zehn gute Chancen“, klagte Reus. „Es waren nicht alles Hundertprozentige, aber wir hätten auf jeden Fall Tore machen müssen.“

Die Reaktion von Dieter Hecking sprach jedenfalls Bände. „Ich mache es kurz und knapp“, knurrte der Club-Coach nach dem Abpfiff. „en das bessere Team. “ Und später, im kleineren Kreis, wurde der Fußball-Lehrer sogar noch konkreter: „Es ist schon beeindruckend, wie ein de Camargo, ein Reus, ein Hanke ihr Offensivspiel aufziehen. Da kann Lucien sagen, was er will, im Moment ist Gladbach eine der besten Mannschaften.“

Mönchengladbach im Herbst 2011. Es gibt ein Mittelfeld und einen Angriff, die jede Menge Chancen kreieren, und es gibt eine Abwehr, die sicher steht und keine Torchancen zulässt. Wenn es am Samstag etwas gab, das die Freude ein wenig schmälerte, dann war es allein die Tatsache, dass ein kontrovers diskutierter Elfmeter gepfiffen werden musste, um die Entscheidung herbeizuführen.

Gladbachs Minimalisten

„Wir hätten hier nie und nimmer einen Punkt verdient gehabt, trotzdem sage ich, dass man so einen Elfmeter nur gibt, wenn man sich zu 100 Prozent sicher sein kann“, ärgerte sich Hecking darüber, dass Schiedsrichter Knut Kircher nach einem Zweikampf zwischen Marco Reus und Javier Pinola auf den Punkt gezeigt hatte.

Auch dieses magere Elfmetertor mag dazu beigetragen haben, dass Gladbachs Coach Favre nicht gewillt war, in einen allgemeinen Jubelgesang einzustimmen. „Wir haben 16 Punkte, wir sind sehr zufrieden, mehr aber auch nicht“, beharrte er. „Es gibt keinen Grund zur Euphorie.“ Oder: „Totaler Unsinn, wir sind kein Spitzenteam.“

Wieder nur 1:0, da drängt sich ein Vergleich förmlich auf. Mit Hertha BSC hatte es Lucien Favre einst geschafft, 14 Siege mit nur einem Tor Vorsprung einzufahren. Damals, in der Saison 2008/2009, durften die Berliner bis zum Saisonende vom Titel träumen. Damals machte das Wort von den „Berliner Minimalisten“ die Runde. Und jetzt? Sind die Gladbacher, die bereits vier Spiele mit 1:0 gewonnen haben, Favres neue Minimalisten?

Gladbach besiegt den Club

„Quatsch“, antwortet Verteidiger Martin Stranzl. „Wenn ich die Möglichkeiten sehe, die wir uns herausgespielt haben, dann glaube ich nur, dass sich unsere Torjäger ihre Tore fürs nächste Spiel aufgehoben haben.“ Am kommenden Samstag spielt die Borussia in Freiburg. Wieder im Stile einer Spitzenmannschaft? „Ich habe nicht das Gefühl, dass wir auch nur einen Zentimeter zurückweichen“, sagt Marco Reus.

Artur vom Stein

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Kommentare
29.09.2011
20:06
Fohlen spielen wie eine Spitzenmannschaft
von nickr | #6

Warum muss man eigentlich zu diesem Zeitpunkt der Saison schon wieder ans das Internationale Geschäft denken?

Es ist gerade mal Spieltag # 7 von 34... Andererseits könnte eine Teilnahme am Intern. Geschäft die Initialzündung für neue Sponsoren und die dringend benötigten Einnahmen zur Verstärkung des Team bedeuten

Einfach mal abwarten und sehen, was am Ende dabei raus kommt..

27.09.2011
13:32
Fohlen spielen wie eine Spitzenmannschaft
von Stehplatz | #5

Lassen wir uns überraschen, das das nicht ewig so weitergeht ist klar, im Moment ist das einfach geil. Mainz letzte Saison war schon krass, 7 Siege in Folge, hätten sie nicht in der Quali verkackt würden sie jetzt Europa-League spielen, mehr wollen wir doch gar nicht (und unsere Hütte wäre voll). Und zu Favre, absoluter Glücksgriff, hat damals in der Schweiz schon nen geilen Fuppes spielen lassen, in Berlin haben sie ihn halt nicht verstanden, da mach ich mir null Sorgen.

26.09.2011
20:45
Fohlen spielen wie eine Spitzenmannschaft
von butcher99 | #4

Denk ich an Mainz 05 in der letzten Saison, weiss man wie es endet. Gesicherter Mittelfeldplatz in dieser Saison. Wer Favre kennt, weiss allerdings auch, dass sie in der nächsten Saison wieder gegen den Abstieg spielen

26.09.2011
19:51
Fohlen spielen wie eine Spitzenmannschaft
von Kuckucksnest | #3

Von der Meisterschaft oder der Championsleague zu träumen wäre überheblich und größenwahnsinnig.
Aber ein Europaleague-Platz könnte mit dem Glück des Tüchtigen am Ende durchaus drin sein.

26.09.2011
18:28
Fohlen spielen wie eine Spitzenmannschaft
von derJustus | #2

Borussia könnte am nächsten Wochenende verlieren, wäre aber immer noch einen Punkt vor Platz vier. Andererseits sind die von der Presse erkorenen Bayernjäger Werder Bremen nur um ein Tor besser.
Saisonübergreifend sieht das noch viel besser aus, seit dem Favre seine Arbeit aufgenommen hat. Das kann eigentlich kein Zufallsprodukt oder nur ein Lauf sein.

26.09.2011
17:37
Fohlen spielen wie eine Spitzenmannschaft
von runningvalentino | #1

Na , warten wir mal ab...

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