Favres Eingebung entscheidet Derby zwischen Gladbach und Köln

Lucien Favre (Bildmitte) und die Borussia aus Mönchengladbach jubelt nach dem 1:0-Derbysieg gegen den 1. FC Köln.
Lucien Favre (Bildmitte) und die Borussia aus Mönchengladbach jubelt nach dem 1:0-Derbysieg gegen den 1. FC Köln.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
In der allerletzten Szene des Derbys zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln zeigte Gladbach-Trainer Lucien Favre großen Fußballverstand.

Mönchengladbach.. „Max! Max!“, schreit Lucien Favre aus vollem Hals. Seine Augen sind weit aufgerissen. Die Winterluft macht die lauten Rufe deutlich sichtbar. „Max! Max!“ hallt es durch den Borussia-Park, der gespannt auf die allerletzte Szene des Spiels blickt. Mit der flachen Hand haut sich der Trainer von Borussia Mönchengladbach vor den Kopf. Einmal. Zweimal. Favre deutet an, dass ein Detail nicht stimmt. Seine Spieler verstehen den Schweizer. Diese Anweisungen gilt Max Kruse, der umgehend reagiert und tut, wie ihm befohlen.

Zusammen mit Thorgan Hazard hatte sicher der Nationalstürmer am ruhenden Ball aufgebaute. Branimir Hrgota war von Kölns Kevin Wimmer zu Fall gebracht worden. (Hrgota: "Er hat mich berührt und bei dem Speed bin ich außer Tritt gekommen"). Freistoß für Gladbach. Hazard stand links vom Ball, um ihm vom Tor weg in den Strafraum zu schlenzen. Kruses Schuss wäre wahrscheinlich direkt auf den Kasten von FC-Keeper Timo Horn geflogen.

Kruse zieht Aufmerksamkeit der Kölner auf sich

Unnötig, wie Favre andeutet. Kruse sollte sich gefälligst ins Zentrum des Geschehens mischen, für Unruhe sorgen und die gegnerische Defensive stören.

Lucien Favre ist ein Fußball-Lehrer, ein Fachmann, der nichts dem Zufall überlässt. Wie eben in dieser letzten Minute des 82. Rheinischen Derby zwischen der Borussia den Domstädtern, das wohl torlos 0:0 ausgegangen wäre, hätte der Schweizer nicht dieses eine, kleine Detail bemerkt. Schiedsrichter-Entscheidung

Hazard zirkelt den Ball in den Sechszehner, Kruse zieht eben dort zwei Kölner auf sich und Granit Xhaka kommt mutterseelenallein zum Kopfball. Mergim Mavraj und Wimmer können dem Ball nur noch hinterher schauen, der wuchtig in die Maschen fliegt.

Xhaka marschiert eigenmächtig in den Strafraum

„Wir haben das im Training gar nicht so ausführlich geübt“, lachte Vorbereiter Hazard nach dem Spiel. Tatsächlich war es aber nicht nur der Detailverliebtheit Favres zu verdanken, dass Gladbach dieses Rheinische Derby für sich entscheiden konnte. Auch Derbyheld Xhaka hatte mit dem unbändigen Willen und seiner Eingebung großen Anteil daran. „Ich war eigentlich gar nicht eingeplant im Sechszehner“, erzählt der glückliche Torschütze. Er habe Mitspieler Tony Jantschke gesagt, er solle hinten absichern, so „dass der Trainer auch mal meine Qualitäten vorne im Strafraum sehen kann.“

Dieses Detail hat vielleicht selbst Lucien Favre überrascht.