Favre setzt bei Gladbach auf die Alten
17.07.2011 | 20:22 Uhr 2011-07-17T20:22:00+0200
Oberhausen. Borussia Mönchengladbach hat sich im Testspiel von dem amtierenden Europa-League-Sieger FC Porto mit 0:0 getrennt. Trainer Favre setzte dabei auf bekannte Gesichter. Von den Neuzugängen scheint derzeit keiner auf dem Sprung in die Startelf.
Drei Wochen noch bis zum Bundesliga-Auftakt – und einiges deutet darauf hin, dass Borussia Mönchengladbach am 7. August beim FC Bayern München mit fast genau derselben Mannschaft auflaufen wird, die im Mai die Relegationsspiele gegen den VfL Bochum (1:1 und 1:0) erfolgreich überstand. Die Anfangsformation, die Gladbachs Trainer Lucien Favre beim 0:0 im Test gegen das portugiesische Ausnahmeteam des FC Porto am Samstag in Oberhausen auf den Platz schickte, entsprach jedenfalls bis auf eine Ausnahme der Elf, die am Ende der Relegation im Einsatz war.
Nur Arango fehlt bei Gladbach
Und diese Ausnahme könnte eine Ausnahme bleiben. Denn Juan Arango, der im Vergleich zum Finale der letzten Saison fehlte, wird nach Abschluss der Copa America, wo er zur Zeit für Venezuela im Einsatz ist, bis zum Liga-Auftakt zurückkehren. Gut möglich, dass er dann seinen Platz im linken Mittelfeld wieder einnehmen soll. Gegen Porto durfte dort mit Lukas Rupp der einzige Neuzugang von Beginn an mitmischen. Oscar Wendt und Julian Korb wurden später eingewechselt. Matthias Zimmermann war ebensowenig im Kader wie der Australier Mathew Leckie Hinzukommen soll noch der Japaner Yuki Otsu, wenn dessen Transfer abgeschlossen ist, und Joshua King, eine Leihgabe von Manchester United.
Bisher aber setzt Favre ausschließlich auf „Alt-Borussen“: In Oberhausen waren dies Marc-Andre ter Stegen im Tor, die Abwehr mit Dante, Martin Stranzl, Tony Jantschke und Philipp Daems, Roman Neustädter, Havard Nordtveit und Marcelo Reus im Mittelfeld sowie Mike Hanke und Igor de Camargo als Doppelspitze.
Klasse-Leistung von ter Stegen
Die Defensive hielt gegen Portugals Meister vor allem dank ters Stegens Klasse-Leistung stand. Nach vorne ging dagegen wenig. Gibt es unter den „Neuen“ wirklich keinen, der hier für mehr Durchschlagskraft sorgen kann? „Geben Sie mir ein paar zusätzliche Millionen, dann holen wir uns Weltklasse-Verstärkungen“, deutete Favre das Dilemma an: Für große Sprünge fehlt das Geld.
Die einzige Chance, noch weitere Mittel in erheblichem Umfang locker zu machen, böte wohl ein Verkauf von Michael Bradley. Doch für den US-Amerikaner gibt’s derzeit offenbar ebenso wenig Interessenten wie für Mo Idrissou und Tobias Levels, die in Favres Planungen keine Rolle mehr spielen.
Erkenntnisse nach dem Test formulierte der Trainer höchst vorsichtig. Mit dem System Portos habe sein Team lange Schwierigkeiten gehabt, meinte er, und es müsse mehr Bewegung ins Gladbacher Spiel kommen. So weit, so vage.
Schiri Kinhöfer wurde zur Spaßbremse
Vielleicht wären die Ergebnisse konkreter ausgefallen, wenn Porto nicht nach 23 Minuten mit nur noch zehn Mann hätte spielen müssen. Doch Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer wurde zur Spaßbremse für die rund 3400 Zuschauer, als er ausgerechnet Rechtsaußen Hulk vom Platz verbannte. Jener Hulk hatte zuvor mit Höchstgeschwindigkeits-Dribblings und einem Fallrückzieher für die spektakulärsten Momente gesorgt. Als ihm Kinhöfer wegen Meckerns erst Gelb und dann sogar Rot zeigte, lief selbst Favre protestierend zum Schiedsrichter-Assistenten. Nach dem Spiel wollte er sich aber nicht mehr allzu kritisch äußern. „Seinen Job muss er halt machen“, lautete Favres Kommentar zu Kinhöfers strenger Regel-Auslegung.
Danach schien der FC Porto etwas die Lust verloren zu haben. Dabei ist die Mannschaft häufig und gerne in Deutschland zu Gast. Seit 2003 kommen sie immer wieder zum Trainieren nach Westfalen. Damals waren sie – noch mit José Mourinho als Trainer – zur Saisonvorbereitung erstmals ins Hotel Klosterhof nach Marienfeld bei Bielefeld gekommen. Anschließend gelang Porto der Sieg in der Champions League. Grund genug für die Klubleitung, die Deutschland-Reise zu einer Tradition zu machen.

09:24
Passt doch - zum demografischen Wandel...