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Favre fordert Zeit und Geduld für junge Fohlenelf

07.10.2012 | 22:45 Uhr
Favre fordert Zeit und Geduld für junge Fohlenelf
Der Sieg von Favres Team gegen Frankfurt war ein Schritt in die richtige Richtung: nach oben. Foto: Reuters

Mönchengladbach  Es war zu erwarten, dass Lucien Favre, Trainer von Borussia Mönchengladbach nach dem ersehnten Sieg gegen Eintracht Frankfurt nicht euphorisch wird. Seine Mannschaft ist jung und wenig stabil. Wahrscheinlich braucht sie jemanden wie Thorben Marx.

Wer Lucien Favre schon einmal bei einer Pressekonferenz gesehen hat, wird wissen: Der Trainer von Borussia Mönchengladbach ist kein Mann der großen Worte und Gesten. Meist sitzt er leicht gebeugt vor dem Mikrofon, die Hände im Schoß zusammengefaltet. Brav beantwortet er die Fragen der Journalisten. Immer sachlich – ohne große Emotionen. Selbst der herbeigesehnte 2:0-Erfolg gegen den Tabellenzweiten Eintracht Frankfurt konnte dem Schweizer am Sonntagnachmittag kein Lachen entlocken. Noch nicht einmal ein Grinsen.

Einzelkritik
Arango schießt Gladbach aus der Krise

Juan Arangos linker Fuß hat Borussia Mönchengladbach schon viele Punkte gesichert. Gegen Eintracht Frankfurt schoss er mit einem Traumtor die Führung. Auch Thorben Marx spielte gut, Torwart Marc-André ter Stegen dagegen unsicher.

Für Favre – so scheint es – ist es noch zu früh zum Lachen. „Drei Punkte gegen die Nummer zwei, das ist nicht schlecht“, analysierte der Fohlen-Coach den Heimsieg gegen die bisher ungeschlagenen Adlerträger recht trocken. Danach richtete er den Blick direkt wieder nach vorne: „Wir wissen natürlich, dass noch ein paar Sachen zu machen sind.“

Cigerci braucht noch zwei Jahre

Favre traut seiner jungen Mannschaft viel zu. Vielleicht mehr als alle anderen um ihn herum. Die Fans. Die Medien. Von ihnen erwartet der Fohlen-Trainer nur zwei Dinge: Zeit und Geduld. „Wir haben viele junge Spieler. Gerade die 19-Jährigen, die 20-Jährigen - sie brauchen ihre Zeit“, betonte Favre. Cigerci beispielsweise habe großes Potenzial, doch er brauche wahrscheinlich noch zwei Jahre, bis er seine Qualitäten als Spielmacher wirklich abrufen könne.

Favre will seine Schützlinge langsam an das harte Bundesligageschäft heranführen. Deswegen rotiere er auch häufig. Die Leistungskurve der jungen Spieler gehe schnell auf und ab. Wer gute Leistungen im Training zeigt, bekommt bei Favre die Chance, sich zu beweisen. So erging es Lukas Rupp, der gegen Frankfurt überraschend in der Startelf stand. Auch er ist erst knapp über 20 Jahre jung. Genau wie Neuzugang Luuk de Jong, der sein zweites Saisontor gegen Frankfurt erzielte und schon am Donnerstag gegen Istanbul traf. Erste Früchte eines jungen Talents, das eben noch ein bisschen Zeit benötigt, um seine Form zu finden.

Luuk de Jong muss "noch einiges lernen"

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Gladbach feiert 2:0-Befreiungsschlag gegen Frankfurt

Nach sieben sieglosen Pflichtspielen in Folge ist Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach der Befreiungsschlag gelungen. Gegen die bis dato ungeschlagene Frankfurter Eintracht siegte die Elf von Trainer Lucien Favre am Sonntagnachmittag mit 2:0 (2:0). Ein erster Schritt aus der Krise.

Lucien Favre lobte seine Sturmspitze nach dem guten Spiel gegen Frankfurt. Doch als er auf dessen tolle Entwicklung angesprochen wurde stellte der Schweizer zunächst einmal klar: „Luuk de Jong ist 22. Da ist es normal, dass er in diesem Alter noch einiges lernen muss.“ Favre – so scheint es – konzentriert sich nicht nur auf die Gegenwart. Mit seiner jungen Mannschaft hat er vor allem Pläne für die Zukunft.

In der Gegenwart könnte die Fohlen-Elf allerdings noch ein bisschen Erfahrung vertragen. Mit dem 31-jährigen Thorben Marx kehrte gegen Frankfurt wieder mehr Ruhe in die Gladbacher Defensive zurück. Ruhe, die am Ende ausschlaggebend für den Erfolg war. Vielleicht macht es gerade die Mischung aus jungen und alten Spielern aus, die Gladbach auf dem Weg aus dem Tabellenkeller weiterhelfen könnte.

Lucien Favre hat während der zweiwöchigen Länderspielpause Zeit, darüber nachzudenken. Denn vielleicht bleibt Gladbach in dieser Saison nicht ausreichend Zeit, um die jungen Spieler im Bundesligageschäft an ihre Topform heranzuführen.

Christian Kleber



Kommentare
08.10.2012
12:21
Favre fordert Zeit und Geduld für junge Fohlenelf
von Stehplatz | #4

Das wir ohne Reus nicht den Hurra-Fuppes spielen können war klar. Marx für den völlig überdrehten Cigerci war wohl der beste Wechsel dieser Saison, wir brauchen erstmal wieder ne deffensive Grundordnung. Arango würd ich am liebsten alle Freiheiten geben, irgendwie fehlt noch das Hermannpendant auf links (Mlapa?, Ring?, Hrgota???). Wird nich einfach, aber das wars die letzten Jahre ja auch nicht wirklich ;-) swg Grüße

08.10.2012
12:16
Favre fordert Zeit und Geduld für junge Fohlenelf
von Dr.Noetigenfalls | #3

Favre machts wie damals bei der Hertha...erst hui...und dann der direkte Durchmarsch in die 2. Liga! Aber vorher wird er natürlich entlassen!

08.10.2012
11:45
Favre fordert Zeit und Geduld für junge Fohlenelf
von oldgreywolve | #2

Favre hat Recht und die Borussia sollte froh sein, so einen Trainer zu haben. Auch ein Hennes Weisweiler hat an der legendaeren " Fohlenelf " getueftelt und gebastelt, bis eine Truppe entstand, die die Fans jahrelang mit hervorragendem Fussball verwoehnt hat.
Ich hoffe, das die Fans und der Vorstand Heute, in diesem schnelllebigen Geschaeft, die Ruhe bewahren und den Weg mit Favre gemeinsam gehen. Zu wuenschen waere es ihnen allemal.

08.10.2012
07:08
Favre erfindet die Mannschaft neu. Geduld und Verständnis!
von Borussenecho | #1

Die Ausgangslage der Borussia im Gegensatz zur vergangenen Saison ist eine ganz andere. Hohes Ansprunchsdenken und Erwartungen sind fehl am Platz. Die Stabilität und Selbstverständlichkeit sind verloren gegangen. Doch das ist angesichts der drei Abgänge alles andere als verwunderlich. Sie waren ein Herzstück der erfolgreichen Borussia. Favre ist dabei ein neues zu finden.
Die Neuen haben Qualität aber brauchen auch noch ihre Zeit. Manche Überraschung ist nun in der Aufstellung durchaus zu erwarten. Favre der Tüftler wird es schon schaffen.
Warum nicht Dominguez und Jantschke auf die Doppel-Sechs und Nordveit in der rechten Abwehrreihe sowie Stranzl gemeinsam mit Brouwers in der Innenverteidigung?! Das verspricht Stabilität und neue Sicherheit!

Man darf gespannt sein, wie sich das Team weiter entwickelt!

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