Dante erklärt Gladbachs spektakulären Wandel
02.12.2011 | 20:08 Uhr 2011-12-02T20:08:36+0100
Mönchengladbach. Vor dem Spitzenspiel gegen den Tabellenführer Borussia Dortmund erklärt Abwehr-Stratege Dante im Interview mit DerWesten Borussia Mönchengladbachs Wandel vom Zwerg zum Riesen.
Dante erscheint mit der von einem Brasilianer erwarteten Verspätung und mit über den Kopf flutenden kurzen, schwarzen Locken zum Gespräch im Restaurant des Stadions der Borussia. Für die Verspätung weist der Gladbacher Abwehrstratege alle Schuld von sich. Termine, Termine. Vor dem Bundesligagipfel am Samstag gegen Borussia Dortmund (15.30 Uhr, live im DerWesten-Ticker) will einfach jeder wissen: Wie hat es sein Klub nur geschafft, sich von einer Saison zur nächsten vom Abstiegskandidaten in einen Titelaspiranten zu verwandeln? Dante, mit vollem Namen: Dante Bonfim Costa Santos, weiß es.
Möchten Sie zuerst über nüchterne Zahlen sprechen oder über etwas Haarigeres?
Dante: Dann erst Zahlen.
Was sagt Ihnen die Zahl 40?
Im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga empfängt die Borussia aus Mönchengladbach am Samstag die Borussen aus Dortmund. Wir haben vor dem Duell die beiden Mannschaften mit einander verglichen, und festgestellt: Die Fohlen haben gegen den Meister das Nachsehen.
Dante: Mit 40 Punkten können wir nicht mehr absteigen. Diese Punkte zu holen, ist aber auch schnell möglich. Das muss ja nicht bis zum Ende der Saison dauern. Wenn wir 40 Punkte Mitte Februar hätten, das wäre super, dann könnten wir danach versuchen, andere Ziele zu erreichen.
Dass Sie diese 40 Punkte als Ziel noch so im Kopf haben, hat damit zu tun, dass Gladbach in der vergangenen Saison so lange gegen den Abstieg kämpfen musste?
Dante: Ja. Sicher. Und jetzt läuft es zwar gut, aber wir müssen auf dem Boden bleiben und erst einmal versuchen, unser Ziel 40 Punkte zu erreichen.
Noch eine 40. In der vergangenen Saison hatte Ihre Borussia bereits am 14. Spieltag 40 Gegentore auf dem Konto verbucht.
Dante: Wie das passiert ist, das ist schwer zu sagen. Viele Spieler waren für lange Zeit nicht dabei. Ich auch nicht. Und dass es so schlecht lief, das war ganz schlecht für die Köpfe.
War das, was Sie damals empfunden haben, nur Druck oder schon Angst?
Dante: Auch Angst. Die Angst, im Spiel 0:3, 0:4 zu verlieren. Wenn wir ein Gegentor bekommen haben, haben wir doch gedacht: Okay, es ist schon vorbei. Und dann haben wir hoch verloren. Das war immer so in der letzten Saison. Dabei hatte die Mannschaft viel Qualität.
Von dieser Qualität waren Sie schon überzeugt?
Dante: Ja. Davon war ich überzeugt. Das Problem war in den Köpfen. Wir hatten zu wenig Kraft in den Köpfen. Weil die Situation immer schwierig war, in jeder Woche.

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