Daems und Marx hatten zum Abschied mit Einsatz geliebäugelt

Filip Daems beendet nach zehn Jahren bei Gladbach seine Karriere.
Filip Daems beendet nach zehn Jahren bei Gladbach seine Karriere.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Die Gladbacher Thorben Marx und Filip Daems beendeten am Samstag ihre aktive Karriere. Abschließende Spielminuten gewährte Favre ihnen aber nicht.

Mönchengladbach.. Die Augen rot unterlaufen, die Lippen fest aufeinander gepresst, so kommt Thorben Marx in die Katakomben des Borussia-Parks. Bevor er erste Fragen zum Spiel beantwortet, holt er tief Luft, wischt sich eine Träne aus den Augen. Es ist nicht die Niederlage gegen Augsburg, die den Gladbacher so emotional mitnimmt, es ist die Tatsache, dass er nie wieder im Trikot der Fohlen auflaufen, nie wieder als Fußballprofi den Rasen betreten wird.

Spielbericht „Es war einfach eine lange Zeit und wenn der Moment gekommen ist, dann tut es einfach weh“, sagt er. „Klar versucht man sich auf so eine Situation vorzubereiten, aber wenn sie dann da ist, ist es doch sehr emotional.“ Die Entscheidung, jetzt die Karriere nach sechs Jahren in Gladbach zu beenden, bereut er nicht. „Es ist echt gut so. Und wenn ich heute die Reaktionen der Fans sehe, dann weiß ich, dass ich in meiner Zeit hier nicht allzu viel verkehrt gemacht hab.“ Der Borussia will Marx auch nach seiner aktiven Zeit treu bleiben. „Ich werde jetzt in einer Art Praktikum mehrere Stationen des Vereins durchlaufen und dann schauen, ob etwas dabei ist.“

Daems: "Schon ein ziemlich komisches Gefühl"

In dieser Saison war der 33-Jährige Mittelfeld-Akteur nicht mehr zum Einsatz gekommen, umso mehr hatte er gehofft, eventuell noch ein paar Minuten gegen Augsburg aufs Feld zu dürfen. „Klar haben Pipo und ich gehofft vielleicht noch mal zu spielen.“ Aber daraus wurde nichts. Mit „Pipo“ meint Marx Filip Daems, der ebenfalls seine Karriere beendet. Auch der 36-Jährige Abwehrspieler hatte nach zehn Jahren in Diensten der Borussia mit ein paar abschließenden Spielminuten geliebäugelt, besonders nach der Roten Karte von Nordtveit. „Schade, dass es nicht geklappt hat.“ Immerhin konnte Daems aber noch einmal die Humba im Borussia-Park starten, bevor seine Karriere endgültig beendet war. „Ich habe schon ein ziemlich komisches Gefühl im Bauch“, so der Belgier, der zu den Champions League-Spielen wieder im Stadion sein wird, dann aber als Zuschauer auf der Tribüne.

Feierlaune Zurück nach Gladbach wird auch Christoph Kramer kommen, dann allerdings im Trikot von Bayer Leverkusen. Der Weltmeister hätte die Zeit als Borusse gerne mit einem Sieg abgeschlossen. „Hat nicht ganz geklappt. Wir hatten keinen guten Tag, aber der Schiedsrichter noch viel weniger“, so Kramer, der nach Abpfiff etwas wehmütig in die Nord-Kurve schaute. „Es waren zwei tolle Jahre hier“, resümierte der 24-Jährige und erinnert sich an seinen schönsten Moment im Fohlen-Trikot: „Das war mein erstes Tor gegen Hannover 96 am zweiten Spieltag.“

Kramer verspricht, sich noch mal in Gladbach sehen zu lassen

Generell lief für den gebürtigen Solinger in seiner Zeit als Gladbacher vieles glatt: „Nationalspieler geworden, Weltmeister geworden, das ist rundum perfekt, da gibt es nichts zu meckern“, so Kramer. Ohne großen Druck will er seine Zeit bei Leverkusen beginnen. „Dort bei den Profis aufzulaufen, ist auch schon eine Erfüllung eines kleinen Traums“, erzählt Kramer, der sich dann wohl nicht so häufig auf der Tribüne in Gladbach sehen lassen wird wie Kollege Daems. „Ich habe ja schon meine Dauerkarte in Bochum. Da kann ich ja nicht auch noch ständig hier sein“, sagt er lachend. Ab und an wird er sich aber wohl doch im Borussia-Park sehen lassen, verspricht er. „Dann mach ich die Stadion-Tour: Leverkusen, Gladbach, Bochum. Wenn das klappt, nehme ich das gerne mit.“