Borussia besiegt BVB - Wendt trifft wie ein Topstürmer

Jubeln mit dem Kumpel: Gladbachs Oscar Wendt nimmt Havard Nordtveit nach seinem Blitztor gegen Dortmund huckepack.
Jubeln mit dem Kumpel: Gladbachs Oscar Wendt nimmt Havard Nordtveit nach seinem Blitztor gegen Dortmund huckepack.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Oscar Wendt legte mit seinem Hammertor den Grundstein für den Sieg von Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund. Dabei hat er das Videostudium vor dem Spiel gar nicht richtig verstanden.

Mönchengladbach.. So richtig verstanden hatte Oscar Wendt die Aufgabe für das Spiel gegen den BVB nicht. Zusammen mit seinem Freund und Mannschaftskollegen Havard Nordtveit hatte sich der Abwehrspieler von Borussia Mönchengladbach am Abend vor dem 28. Spieltag noch die "besten Last-Minute-Tore" bei Youtube angeguckt. Sicherlich eine sinnvolle Vorbereitung gegen eine wiedererstarkte Borussia aus Dortmund, die Wendt und Co. bis zur letzten Minute fordern wollten.

Spielbericht Dass es allerdings keine enge Kiste gegen das Team wurde, gegen das Gladbach in der Hinrunde wohl die schlechteste Leistung der Saison absolvierte, lag eben auch an dem Schweden. 27 Sekunden waren gespielt, als Oscar Wendt im Stile eines Stürmers 20 Meter Anlauf nahm, um den Ball knallhart in die Maschen zu hämmern. Mit Nordtveit huckepack ließ sich der 29-Jährige früh feiern.

Grundstein für typisches Gladbach-Spiel durch Wendt gelegt

"So ein schnelles Tor habe ich höchstens mal geschossen, als ich vier oder fünf war. Aber noch nicht im Profi-Fußball, erinnert sich Wendt. "Ich habe gesehen, dass ein große Lücke auf meiner Seite war und hatte dann natürlich etwas Glück, dass der Ball zu mir kommt." So hart wie möglich schießen wollte er. Gesagt. Getan.

Der Grundstein für ein typisches Gladbach-Spiel war gelegt. Der BVB hatte viel Ballbesitzt, die Hausherren aber standen defensiv stark und suchten nach Ballgewinn überfallartig den Weg nach vorne. So bereitete Patrick Herrmann das 2:0 durch Raffael mit einem sensationellen Konter vor, ehe Nordtveit nach einer Ecke das 3:0 erzielte. Der Anschlusstreffer von Ilkay Gündogan in der 77. Minute war nur noch Ergebniskorrektur. Auch weil Gladbachs Defensive nichts anbrennen ließ. Zu stark war Wendt beispielsweise in seinen Aktionen gegen Jakub Blaszczykowski, Shinji Kagawa und Pierre-Emerick Aubameyang. "Ich versuche der Mannschaft immer zu helfen, egal ob offensiv oder in der Abwehr", sagte der Außenverteidiger mit einem Grinsen im Gesicht. Provokation

Wendt: "Ich bin besser, wenn ich immer von Beginn an spiele."

Dass der Schwede mittlerweile eine feste Bank im Team von Trainer Lucien Favre ist und nicht mehr von einer solchen kommt, ist bemerkenswert. Der Schweizer Coach ist König der Rotation. Auch Wendt bekam das in dieser Saison nicht selten zu spüren. Nach dem elften Spiel in Folge in Gladbachs Startelf jedenfalls erklärte Wendt: "Ohne Rotation läuft es besser für mich." Es gehe um Rhythmus und Spielpraxis. "Ich bin besser, wenn ich immer von Beginn an spiele."

Die Bewerbungsunterlagen hat er eindrucksvoll bei Favre hinterlegt. Auch wenn er das Video-Studium mit seinem Kumpel offensichtlich "nicht verstanden hat", lacht der Norweger.